John Wick: Chapter 2 (2017)

John Wick: Chapter 2 (2017)

John Wick: Kapitel 2
  1. , ,
  2. 122 Minuten

Filmkritik: Pew Pew Pew

Mit Hund nicht mehr hundsmiserabel
Mit Hund nicht mehr hundsmiserabel

Nach seinem unbarmherzigen Rachefeldzug gegen die russische Mafia wollte sich der ehemalige Profikiller John Wick (Keanu Reeves) nun eigentlich wirklich zur Ruhe setzen. Doch es vergeht nicht mal ein Tag, da klopft schon wieder jemand mit Ärger im Gepäck an seine Tür. Der italienische Gangster Santino D'Antonio (Riccardo Scamarcio), bei dem John noch in der Schuld steht, möchte einen Job erledigt haben. Doch John denkt nicht daran, seine vor kurzem eingemauerten Todeswerkzeuge wieder auszugraben und lehnt ab.

Action-Legenden unter sich
Action-Legenden unter sich

Nur dumm, dass John damit gegen eine Regel der Killerwelt verstösst und nach einem Zwischenfall mit einem Granatwerfer doch dazu gezwungen wird, den Job anzunehmen. So bleibt John nichts anderes übrig, als nach Rom zu fliegen, wo er einen unmöglich erscheinenden Mord vollbringen muss. Doch dies ist erst der Beginn eines regelrechten Tötungsmarathons, bei dem John schnell mal die besten Killer der Welt am Hals hat.

John Wick: Chapter Two fehlt zwar das Überraschungselement des ersten Filmes, ist aber nichtsdestotrotz ebenfalls eine Action-Granate mit sensationell choreographierter Action, spannender Erweiterung der Killerwelt und hat mit Keanu Reeves einen verdammt coolen Protagonisten. Regisseur Chad Stahelski brennt ein wildes Feuerwerk ab, das begeistert und dank einigen comichaften Einfällen auch zum Lachen bringt. Wir wollen mehr!

"Jawohl, geht doch", schrien weltweit die Action-Fans beim Abspann von John Wick auf. Endlich wieder einmal ein Film, der auf Gradlinigkeit setzte und dabei die Wackelkamera zuhause liess. Endlich wieder einmal ein amerikanischer Film, bei dem sich Gut gegen Böse nicht gerade zimperlich zu Leibe rückten, nachdem die Asiaten - allen voran die beiden The Raid-Filme - die Amis in dieser Hinsicht abgehängt hatten. John Wick war eine willkommene Überraschung und ein fantastisches Comeback von Keanu Reeves. Beim obligatorischen Sequel muss nun natürlich auf das Überraschungselement verzichtet werden, doch mit clever erweiterter Killer-Welt, noch härterer Action und einigen witzigen Einfällen weiss dies Regisseur Chad Stahelski ganz gut wettzumachen.

Tierfans können übrigens beruhigt ins Kino gehen: Es kommen hier keine zu Schaden. Auch wenn der Film zu Beginn etwas das Gefühl gibt, ist John Wick: Chapter 2 nicht einfach eine Kopie des ersten Baba-Yaga-Abenteuers - ja, wir schauen dich vorwurfsvoll an, Taken 2. Anstatt Wick nochmals auf einen Rachefeldzug gegen einen Hündchenmörder zu schicken, vertieft der Film hauptsächlich die im ersten Film oberflächlich vorgestellte Killerwelt. Diese funktioniert nach bestimmten Regeln und verfügt nicht nur über Hotels auf der ganzen Welt, sondern hat auch einen eigenen Administrationsapparat. Wie das Ganze funktioniert, ist wunderbar altmodisch und bringt auch einige Lacher. Die Action-Fans dürften bei dieser Vorstellung jedoch etwas nervös werden. Denn nach einem Anfangsfurioso geht es rund 40 Minuten lang vergleichsweise ruhig zu und her. Aber dann...

Ja, dann geht die Post ab. Begonnen mit einer wilden Schiesserei in römischen Katakomben, jagt eine Actionszene die nächste. Das im ersten Film vorgestellte Gun-Fu - Kung-Fu "verfeinert" mit Pistolen - wird erneut brillant umgesetzt, woran Star Keanu Reeves einen grossen Anteil hat. Egal ob mit Waffen oder ohne, Reeves macht immer eine gute Figur und die Kamera fängt dies wunderbar und säuberlich ein. Einige Szenen stechen heraus, doch wollen wir hier keine Highlights verraten.

Wer jedoch schon beim ersten Film ein paarmal wegen der Brutalität wegschauen musste, wird hier nicht mehr allzu viel mitbekommen. Chapter Two ist brutaler als sein Vorgänger und besitzt einen deutlich höheren Bodycount. Ein deutliches Indiz, dass die Macher den Fans vor allem "mehr" bieten wollten. Doch wirkt dies bei anderen Filmen schnell mal billig, trifft dies hier nicht zu. Zu grosse Klasse besitzt dieses toll inszenierte Action-Ballett, das Erinnerungen an die Hong-Kong-Klassiker von John Woo zurückbringt. "Genau so geht Actionkino" schrieben wir in unserer Kritik zum ersten Teil. Das können wir hier nur wiederholen.

/ crs

Kommentare Total: 10

db

Der Erste war gut, weil simpel, brutal und on point. Dieser war das übliche zweite Kapitel, bei dem einfach mehr geboten wurde, ohne sich auf die Stärken des ersten Teiles zu besinnen. Was übrig bleibt ist eine Konfuse, viel zu komplizierte Handlung, welche nach Max Payne manier von einem Bossfight zum nächsten geht und man dabei mehr und mehr ermüdet.

daw

Hat mir etwas weniger gut gefallen als der erste Teil, aber dennoch ein toller Action-Kracher. Etwas kürzer, etwas mehr Humor und ich hätte mehr gegeben. So runde ich aber die 4.5 ab.

philm

"besitzt einen deutlich höheren Bodycount. Ein deutliches Indiz, dass die Macher den Fans vor allem "mehr" bieten wollten. Doch wirkt dies bei anderen Filmen schnell mal billig, trifft dies hier nicht zu."
Da muss ich leider widersprechen. "Weniger, wäre mehr gewesen". Auch nicht mit gefühlten hunderten von "Bodycounts", dafür ein bisschen realistischere,ernstere Gegner statt "Pappscheiben" hätten dem Film besser getan. Aber ein toller Mannneräbendfilm (während die Frauen im La La Land sind ;)

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