It (2017)

It (2017)

Es
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  3. 135 Minuten

Filmkritik: Wotsch en Ballon?

Losers' Club
Losers' Club

Bill Denborough (Jaeden Lieberher) und seine sechs Freunde Mike (Chosen Jacobs), Ben (Jeremy Ray Taylor), Eddie (Wyatt Oleff), Richie (Finn Wolfhard), Stan (Jack Grazer) und Beverly (Sophia Lillis) leben in der Kleinstadt Derry in Maine, wo sie zu den Aussenseitern gehören und ständig von ihren Mitschülern gehänselt werden. Doch der selbsternannte "Losers' Club" hat noch ganz andere Probleme: In Derry verschwinden immer wieder Kinder. Auch Bills kleiner Bruder Georgie (Jackson Robert Scott) wird seit geraumer Zeit vermisst, und Bill und seine Freunde wollen die Sommerferien nutzen, um ihn zu suchen.

Beep, Beep
Beep, Beep

Während ihrer Suchaktionen wird die Clique ständig von Rüpel Henry (Nicholas Hamilton) und seinen Kumpels gejagt und verdroschen. Doch es kommt noch dicker. Jeder der sieben Freunde begegnet dem sadistischen Clown Pennywise (Bill Skarsgård), der die Kinder nicht nur terrorisiert und mit ihren Ängsten konfrontiert, sondern liebend gerne töten möchte. Doch die Aussenseitertruppe gibt sich nicht so einfach zu schlagen und setzt sich dem bösen Clown zur Wehr.

It von Mama-Regisseur Andy Muschietti ist der erste von zwei Teilen und überzeugt vor allem dank seinen jungen, motivierten Darstellern, die Humor, Herz und Coming-of-Age-Feeling ausstrahlen, dass es eine Freude ist. Trotz moderner Inszenierung und den gruseligen Auftritten von Pennywise nervt der Film dafür mit seinen typischen Horrorstilmitteln und bleibt als Horror- oder Gruselfilm etwas im Durchschnitt hängen.

Die Romane des gefeierten Schriftstellers Stephen King werden immer wieder gerne verfilmt. 1976 spielte sich Sissy Spacek als Carrie in einen Blutrausch; es war Stephen Kings erstes Buch, das adaptiert wurde. Über 40 Jahre später ist der Hype um den Horrorautor nicht abgeflacht. Mit The Dark Tower, der Serie The Mist und der Neuverfilmung des ikonischen Gruselfilms It ist King auch im Jahr 2017 allgegenwärtig.

Bereits 1990 hat sich Tommy Lee Wallace den Schinken über den kinderfressenden Clown geschnappt und einen Dreistünder daraus geschaffen, der sich auch heute noch sehen lässt. Anstatt gleich beide Kapitel in einen Film zu packen, hat sich Regisseur Andy Muschietti entschieden, die Teile zu splitten. Eine gute Entscheidung, denn auch so ist Kapitel eins mit über zwei Stunden ein zu lang geratener Coming-of-Age-Gruselfilm, der mit seinen sympathischen Kinderdarstellern, passendem Humor und einer modernen Inszenierung die alte Version knapp hinter sich lässt.

Bill Skarsgård als Clown Pennywise hinkt seinem Vorgänger Tim Curry (The Rocky Horror Picture Show) hingegen etwas hinterher. Dies liegt auch daran, dass Muschietti aus dem "kindergerechten" Einsteiger-Horrorfilm offenbar ein Jump-Scares-Festival für den modernen Kinogänger inszenieren wollte. Dies ist einerseits völlig in Ordnung, und ein paar Schocks sitzen auch verdammt gut, doch andererseits fehlt es dem Film gerade in diesen Szenen an einer Seele.

Dafür erinnern die in bester Spielberg-Manier auftretenden Kids an bekannte Cliquen aus Stranger Things, E.T. oder Stand by Me und sind das Highlight des Films. Vor allem Finn Wolfhard (Stranger Things), der in die Fussstapfen von Seth Green schlüpft und mit seinem Richie in fast jeder Szene den Clown macht, ist zum Totlachen. Hier zeigt It seine grossen Stärken. Denn als Coming-of-Age-Story mit Gruselelementen funktioniert das Werk um einiges besser als mit typischen Horrorstilmitteln der Blumhouse-Generation.

It ist nicht unverdient die grosse Überraschung am Box Office. Es war aber auch ein bisschen absehbar, denn Muschietti trifft mit seiner Filmadaption den Nerv der Zeit und holt den Old-School-Horrorfan wie auch den modernen Schreihals ab. Dies ergibt am Schluss kein Meisterwerk, aber einen abwechslungsreichen Grusler, der in fast allen Belangen aufgeht und sein Ziel erfüllt. It macht Spass, Pennywise sorgt noch immer für Albträume und der Losers' Club ist so sympathisch wie noch nie zuvor.

/ yan

Kommentare Total: 5

andycolette

Wow IT hat mich mega überrascht absolut sensationell! Der Clown ist ja der Wahn das könnte sogar eine Oscar Nomination für Bill Skarsgard geben ein Meisterwerk in allen Bereichen! Soundtrack und cinematography auch Hammer! Bin und war absolut beeindruckt! ??

db

ES ist ein sehr zweischneidiges Schwert - zum einen ist es ein netter Nostalgie-Grusler, zum anderen ist es auch sehr massentaugliches Mainstream Horror der unter dem Strich einfach so datiert wirkt, weil - wie einst bei War of the Worlds (2005) - gewisse Aspekte heute einfach ausgelutscht und verbraucht sind.

Als Film wirkt ES nämlich wie ein Nightmare on Elm Street Film, nur ist es eben hier anstatt ein verbrannter Freddy Krueger ein Clown, bei welchem die Dialoge nie wirklich zu den Mundbewegungen passen. Von dem her hat man den ganzen Film nämlich schon gesehen und wenn man es mit den Nightmare on Elm Street Filmen vergleicht, waren diese zum Teil noch deutlich brutaler und dreckiger - selbst wenn sie in den 80er entstanden sind.

Vom Cast her wirkt es wie eine mässige Kopie von Stand by Me (1986) - vom Nerd bis hin zum brutalen Mobber ist alles vorhanden - nur wirken die Schablonen hier etwas arg schwarz und weiss. Von der Gruppe ist besonders Sophia Lillis hervor zu heben, welche für ihr junges Alter erstaunlich viele Facetten aus ihrer Rolle herausholt und mit der richtigen Film-Auswahl noch eine grosse Karriere vor sich hat.

Von der Handlung her ist ES ein sehr linearer Film der sich auch Zeit nimmt die Geschichte zu erzählen und auch einen soliden Spannungsbogen aufzubauen kann. Komischerweise konzentriert sich dabei die Handlung deutlich mehr auf die Kinder und deren kaputte Familien, als die Geschichte des Clowns sauber aufzuarbeiten. Das komplettiert zwar die einzelnen Charaktere und deren Motive - doch der Clown wird kaum beleuchtet und erhält auch nur Ansatzweise ein Regelwerk.

Fraglich ist auch - weshalb man einen Klassiker neu verfilmt und sich dabei gleichzeitig sklavenartig an die Vorlage hält. Anstatt eine neue und frisch inszenierte Story zu zeigen, hat man einige Szenen zwar Visuell aufgepeppt aber ansonsten wirkt es einfach wie ein copy & paste vom Original und dass der Film auch in den 90er spielt, hilft der Sache nicht. Von dem her hätte man sich lieber darauf konzentriert die Essenz der Story einzufangen und diese frisch nach dem heutigen Tempo zu erzählen anstatt einen Film zu machen der so angestaubt wirkt, wie eine alte DVD.

Fazit: Für Horrorkenner wird der Film kaum Überraschungen bieten. Es ist berechenbares Nostalgie-Kino, bei der primär auf anzählbare Jump-Scares gesetzt wird, die man bereits aus den Freddy Krueger Streifen kennt - nur hier etwas besser animiert. Solide produziert, gut gespielt, doch muss sagen, wirklich interessiert bin ich an einem zweiten Kapitel ned.

3.5

woc

Wow, Andy Muschiettis Adaption von Stephen Kings monströsem Roman hat mich echt positiv überrascht! Der Film ist ein grandios inszenierter und produzierter Coming-Of-Age-Horrorfilm. Hier stimmt einfach alles: Die Kids sind perfekt besetzt und die Balance zwischen Horror/Drama wirkt so richtig erfrischend. Wir alle lieben Tim Curry und seine Version von Pennywise, aber Skarsgards Interpretation ist (im positiven Sinne) der wahrhafte Knüller! Ein wuchtiges Sounddesign und der starke Score runden den ersten Teil wunderbar ab. Muschietti zeigt in seinem Film sehr viel Gewalt und das macht dem Zuschauer sofort klar, dass es trotz Humor ums pure Überleben geht. Kein Wunder, dass King das Ergebnis in den höchsten Tönen gelobt hat. Hier stimmt alles - eine der besten King-Adaptionen (und das heisst viel). Das steigert die Erwartungen an den zweiten Teil.

Ich überlege mir echt, dem Film die volle Punktzahl zu geben... 😄

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