Hostile (2017/I)

Hostile (2017/I)

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Filmkritik: Zwei in eins

17. Neuchatel International Fantastic Film Festival 2017
Hoffentlich geht der Schuss nicht nach hinten los.
Hoffentlich geht der Schuss nicht nach hinten los. © Studio / Produzent

In einer nicht allzu fernen Zukunft ist die Erde zu einer beinahe menschenleeren Wüste reduziert, in der die toughe Juliette (Brittany Ashworth) in ihrem Jeep durch die Landschaft cruist, um nach Lebensmitteln zu suchen. Bei einer ihrer Expeditionen erleidet sie einen furchtbaren Crash, bei dem sie sich ihr Bein bricht und in ihrem Fahrzeug gefangen ist. Wenig später nähert sich eine unheimliche Kreatur (Javier Botet), um die junge Frau zu terrorisieren.

In ihrer prekären Situation erinnert sich an ihre Vergangenheit zurück, in der sie mit persönlichen Monstern zu kämpfen hatte. Doch dann lernte sie ihre grosse Liebe kennen, welche ihr aus der Drogensucht heraushalf und ihr gezeigt hat, was Familie bedeuten kann. Eine Zeit, in die sich Juliette gerne zurückversetzt. Gerade jetzt, als ihr Leben in grosser Gefahr schwebt.

Für Horrorfans sind die Monsterszenen in Hostile ein gefundenes Fressen: hochspannend inszeniert mit einem wirklich furchterregenden Monster. Die Entscheidung, auf Makeup zu setzen, zahlt sich aus und macht den Horror realer und unmittelbarer. Der grösste Teil des Filmes befasst sich jedoch mit der klischierten Backstory, welche immer wieder die Intensität des Monsterteils unterbricht und an schwachen darstellerischen Leistungen leidet. So wirken die 83 Minuten in die Länge gezogen und werden immer wieder zur Geduldsprobe.

Am Anfang jedes Filmes steht eine Idee. Mathieu Turi hatte eine solche und beschloss, sie in seinem Spielfilmdebut umzusetzen. Ein Kurzfilm wäre allerdings ohne Frage die bessere Idee gewesen, denn für einen Langfilm ist seine Idee zu dünn.

Der Film besteht aus zwei Erzählebenen, die sich immer wieder abwechseln. So gibt es keine Chance auf zügiges Erzähltempo oder anhaltende Spannung. Beide Stränge der Geschichte sind zudem nicht sehr originell. Immerhin zeigt Turi in dem Horrorteil Talent für aufregende Inszenierung.

Die Liebesgeschichte, in der die drogenabhängige Juliette von einem reichen und charmanten Mann gerettet wird, ist derweil beinahe schon beleidigend. Die Tatsache, dass die Darsteller etwas unbeholfen wirken und es gar keine Chemie zwischen ihnen gibt, bedeutet das endgültige Todesurteil dieses Erzählstranges, der in sich selbst weder Wendungen noch Überaschungen birgt. Die Szenen plätschern vor sich hin, während man auf den nächsten Schnitt zum Monsterteil wartet. Dort wird man dann mit viel Thrill belohnt, der dann aber mit dem nächsten Szenenwechsel rasch wieder verfliegt.

/ ma