Happy Family (2017)

Happy Family (2017)

Filmkritik: Der Hexe auf der Spur

Die machen Spass!
Die machen Spass!

Graf Dracula (Stimme im Original von Jason Isaacs) ist unglücklich und einsam. Wie gerne hätte er doch eine Partnerin an seiner Seite und könnte endlich die nervigen Fledermäuse und Diener Renfield aus dem Schloss jagen. Da kommt ihm Hexe Baba Yaga (Stimme im Original von Catherine Tate) grad richtig. Die hat nämlich die Fähigkeit, "normale" Menschen in Monster zu verwandeln. Dies gelingt aber nur, wenn der Mensch unglücklich ist.

Die nicht so sehr.
Die nicht so sehr.

Emma (Stimme im Original von Emily Watson) ist so eine unglückliche Person. Ihr Gatte arbeitet sich kaputt, die Kids streiten stetig und der Familiensinn ist auch nicht mehr so stark wie früher. Als sie sich als Monster verkleidet auf einen Kostümball begeben, eskaliert die Situation und die Familie trifft auf Baba Yaga, die ihre Magie sprechen lässt. Nun wird aus der normalen Familie eine Gruppe von Monstern, die verzweifelt einen Weg sucht, den Zauber rückgängig zu machen. Doch nebst der erstaunlich agilen alten Hexe mischelt auch Dracula mit, der in Emma seine zukünftige Frau sieht...

Als Kurzfilm im Freizeitpark schon Geschmacksache, vermag Happy Family als abendfüllende Produktion den Erwartungen nicht gerecht zu werden. Zwar sind im Original einige bekannte Sprecher engagiert worden, die jedoch auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir es hier mit einer zähen, eher langweiligen Geschichte zu tun haben, deren Höhepunkte drei kleine Fledermäuschen sind. Wer genau hinschaut, entdeckt wenigstens noch Ed Euromaus und Kollegin in einem klitzekleinen Cameo...

Wer in den letzten Monaten den Europapark in Rust besucht hat, dürfte die Happy Family schon mal gesehen haben. Dort ist sie als Kurzfilm im 4D-Kino zu sehen oder auch auf einer der Achterbahnen als VR-Abenteuer. Der Animationsfilm rund um Verwandlung, Verfolgung und allerlei monstermässigs Getue ist nun veröffentlicht worden und entpuppt sich als solide produziertes Abenteuer, dem aber Witz, Spannung und Unterhaltungswert irgendwo abhanden gekommen sind.

Technisch ist Happy Family (oder auch Monster Family) absolut gelungen und zeigt ein wildes Abenteuer durch viele verschiedene Länder mit Slapstick, Action und einem Schuss Humor. Das Ganze wird mit der Message untermalt, dass Familie das wahre Glück sei und man sich gefälligst darum bemühen solle, dass dem auch so bleibt. Das geht in diesem Fall aber leider auf Kosten des Spasses und der Spannung. Inhaltlich ist der Film nämlich zäh und vorhersehbar.

Dass Graf Dracula an seinen Kollegen aus Hotel Transylvania erinnert, mag Zufall sein. Aber wenn man schon einen Film mit "Monstern" produziert, dann sollte man diese auch richtig einsetzen. In Happy Family geht es vor allem um die Mutti, die umgarnt wird, weiche Knie bekommt und sich schlussendlich entscheiden muss, welchen Weg sie nun gehen will. Dagegen sind die Kids durchgehend nervig und der Papa ist doof und stets furzend dargestellt.

/ muri