Die göttliche Ordnung (2017)

Die göttliche Ordnung (2017)

Oder: Die Stimmrechtlosen

"Dosenravioli für alle!"

"Dosenravioli für alle!"

1971: Im idyllischen Appenzell interessiert sich so gut wie niemand für die bevorstehende Abstimmung zum Frauenstimmrecht. Für die Männer ist das sowieso kein Thema, da so was doch zu Dosenravioli zum Znacht statt richtigem Essen führen würde. Und auch viele Frauen sind dagegen, wollen sie sich dem politischen Diskurs doch gänzlich fernhalten. Als die junge Hausfrau Nora (Marie Leuenberger), die als ruhige und unauffällige gute Seele im Dorf sehr beliebt ist, ein Inserat für eine Teilzeitstelle sieht, will sie sich bewerben - gegen den Willen ihres Ehemannes (Maximilian Simonischek).

"Hallo, ich bin d' Nora. Ich bin Feministin" - "HALLO NORA."

"Hallo, ich bin d' Nora. Ich bin Feministin" - "HALLO NORA."

Nora beginnt, sich über ihre Rechte und die Missstände in der Gesetzgebung zu informieren. Immer mehr wird ihr bewusst, wie ungerecht ihre Situation un die aller anderen Frauen in der Schweiz ist. Als sie beginnt, ihre Meinung öffentlich kundzutun, eckt sie vor allem bei den Männern an, aber auch bei vielen Frauen. Trotzdem findet sie in der ehemaligen Wirtin Vroni (Sibylle Brunner), in der Bäuerin Theresa (Rachel Braunschweig) und der Pizzeria-Besitzerin Graziella (Marta Zoffoli), die alle auf ihre eigene Art unter den harschen Gesetzen zu leiden haben, Weggefährtinnen, die sie in ihrem Kampf unterstützen. Doch die Männer des Dorfes bleiben nicht untätig, und noch vor dem so wichtigen Abstimmungssonntag kommt es zur Konfrontation.


Film-Rating

Die göttliche Ordnung ist eine unterhaltsame Tragikomödie mit feinfühligen Charakterporträts, wunderschönen Naturbildern und einer leichtfüssigen, aber doch emotionalen Story. Hier werden auf nicht zu intellektuelle Weise die Missstände in der lokalen Gesetzgebung in den Siebzigerjahren aufgezeigt. Anhand zahlreicher Beispiele zeichnet der Film ein Bild einer Gesellschaft, das zum Schmunzeln und zum Kopfschütteln anregt. Die Vergangenheit wird dabei weder glorifiziert noch verschrien. Der Film wird nie zu moralisierend, sondern stellt die Schicksale der Betroffenen in den Fokus hat die nötige Menschlichkeit, um trotz der komischen Elemente doch glaubwürdig zu bleiben.

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OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

09.03.2017 / tru

Community:

Bewertung: 4.5 (20 Bewertungen)

 

 

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