Flatliners (2017)

Flatliners (2017)

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  2. 110 Minuten

Filmkritik: Wiederbelebung gescheitert.

Es ist nicht, wonach es aussieht...
Es ist nicht, wonach es aussieht...

Medizinstudentin Courtney (Ellen Page) möchte besser als ihre Studienkollegen sein und ist dafür auch bereit, etwas weiterzugehen. So beschliesst sie eines Tages herauszufinden, was mit uns passiert, wenn wir sterben. Sie spannt dafür ihre Kommilitonen Jamie (James Norton) und Sophia (Kiersey Clemons) ein, die Courtneys Herz zum Stoppen bringen und sie dann nach kurzer Zeit wieder zu den Lebenden zurückholen sollen.

Das Remake-Monster schlägt zu
Das Remake-Monster schlägt zu

Das gefährliche Experiment gelingt, und nicht nur das: Courtney ist nach der Reanimation intelligenter als je zuvor. Für die ambitionierten Jamie und Sophia ist das Grund genug, es Courtnely gleichzutun. Auch Marlo (Nina Dobrev) und Ray (Diego Luna) werden Teil des "Flatliners-Teams". Es dauert jedoch nicht lange, bis die schrecklichen Nebenwirkungen eines solchen Trips zum Vorschein kommen. Denn alle Flatliners werden nach ihren Nahtoderfahrungen auf unheimliche Art und Weise von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Das Flatliners-Update ist enttäuschend. Zwar wurde das interessante Konzept vom Original übernommen, doch geht dem Film von Niels Arden Oplev völlig die Spannung ab, wobei sich der Zuschauer in der Hälfte des Filmes auch noch von der mit Abstand interessantesten Figur verabschieden muss. Ärgerlich.

Lange herrschte Verwirrung, was genau dieser Flatliners-Film sein soll. Ist es ein Remake? Oder doch eine Fortsetzung? Auf letzteres liess das Wiederauftreten von Kiefer Sutherland deuten. Dieser mimte im Joel-Schumacher-Original von 1990 den getriebenen Medizinstudenten, der mit Nahtoderfahrungen experimentierte. Hier tritt der Schauspieler als Professor auf, jedoch mit einem anderen Namen. Aber mit Andeutungen scheint er eine Ahnung zu haben, was genau die hier agierenden Protagonisten so Nacht für Nacht treiben. Hat sich Nelson Wright etwa in Dr. Barry Wolfson umbenannt, um seiner Vergangenheit zu entfliehen? Dieser Gedanke ist das Interessanteste an diesem sonst ziemlich misslungenen Film.

Flatliners von 1990 war zwar auch alles andere als perfekt, doch war er unterhaltsam und hatte ein interessantes Konzept. Dieses ist natürlich übernommen worden, bei der Spannung wurde jedoch zurückgefahren, da der Film sich nicht entscheiden kann, ob er nun ein Jump-Scare-Fest oder doch lieber ein Drama sein möchte. Jetzt ist es ein Mischmasch, das selten überzeugt und bei einer Lauflänge von 110 Minuten mehrheitlich langweilt.

Den grössten Fehler begeht der Film jedoch nach etwa der Hälfte. Im Original erkannten die Protagonisten, dass sie sich ihren Fehlern aus der Vergangenheit stellen müssen, damit die unheimlichen Visionen aufhören. Bei Sutherlands Nelson stellte sich dies schwierig heraus, da sein Fehler einen Toten zur Folge hatte. Wie entschuldigt man sich da bloss? Auch in diesem Werk steht eine Figur vor diesem Problem, doch wird dieser mit Abstand interessanteste Charakter in der Hälfte des Filmes um die Ecke gebracht. Der Zuschauer steckt danach mit vier Charakteren fest, die ihm piepegal sind, da der Fokus zuvor zu sehr auf der Person in der misslichsten Lage lag. Diese Entscheidung ist einfach nur dumm, weshalb der Film weder von den hübschen Bildern noch von Darstellern gerettet werden kann. Diese Wiederbelebung hat sich nicht gelohnt.

/ crs

Kommentare Total: 3

db

Es ist ein interessantes Konzept, aber als Film ist er ein sehr langsamer burner der nie wirklich in Schwung kommt und selbst dann nur Routine-Jump-Scares bieted.

yan

Nachdem ich nun das Original und das Remake gleich nacheinander gesehen habe, ist es keine schwierige Aufgabe einen Favoriten zu nennen. Das Original hat zwar auch ein paar Schnitzer und Längen drin, kann aber über die knappen zwei Stunden gut unterhalten und die Idee von Flatliners ist sowieso spitze.

Das Remake macht den Fehler, die Charakterzüge und Story des Originals fast eins zu eins zu übernehmen und nur den Plot anders aufzubauen. So kommt es im Mittelteil zum Stillstand (Besten Dank für den Spoiler btw.), von dem sich der Film leider nicht mehr erholt. Die Erweiterung, dass die erfolgreichen Flatliners über sich hinauswachsen und sich fühlen als wären sie neugeboren, verleiht dem Film zwar etwas Frische, wird aber kaum brauchbar genutzt. So bleibt Flatliners als ausgelutschtes Horror-Remake kaum positiv in Erinnerung.

crs

Filmkritik: Wiederbelebung gescheitert.

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