Fack ju Göhte 3 (2017)

Fack ju Göhte 3 (2017)

  1. 115 Minuten

Filmkritik: Aaah... fack it!

Du hast da was im Gesicht.
Du hast da was im Gesicht.

An der Goethe-Gesamtschule brennt es mal wieder an allen Ecken und Enden. Wenn der Laden nicht schnellstens auf Vordermann gebracht wird und die Schüler nicht mit besseren Leistungen auffallen, werden die Gelder vom Bildungsministerium gestrichen. Die Schule müsste dann geschlossen werden. Nicht, dass es den Schülern der Klasse 11 von Zeki Müller (Elyas M'Barek) was ausmachen würde.

Toni in der Luft, Mann
Toni in der Luft, Mann

Seit bei ihrem Besuch im Bildungsinformationszentrum Berufsempfehlungen wie Klärwerkarbeiter und Altenpflegerin rausgekommen sind, ist Chantal (Jella Haase), Danger (Max von der Groeben) und Co. nämlich alles egal. Auch für Zeki ein denkbar schlechter Zeitpunkt für eine Motivationsflaute. Denn sollte er ihm nicht gelingen, seine Schüler zum Abitur zu bringen, droht Schulleiterin Gerster (Katja Riemann) damit, den Ex-Knacki auffliegen zu lassen, sodass er schnurstracks wieder hinter Gitter wandert. Wird es Zeki gelingen, seiner Klasse doch noch einen Schub zu geben?

Mit dem dritten Teil findet die Fack ju Göhte-Reihe ihren Abschluss. Für diesen #FinalFack wurden tonnenweise Themen - von Drogenkonsum über Mobbing bis hin zu Selbstmord - in den Film gepackt, woraus dann eine fast sketchartige Erzählung entsteht, die zwar im Mittelteil urkomisch ist, aber auch immer wieder Hänger hat. Aufgrund beherzter Schauspielerleistungen ein "knapp genügend".

Ein bisschen ähnelt die Fack Ju Göhte-Reihe ja der Hangover-Trilogie. Nach einem überraschend erfolgreichen und witzigen Erstling wurden die Figuren schnell nach Thailand geschickt, wo es dann etwas weniger lustig weiterging. Für den letzten Film geht es wieder an den Ort zurück, wo alles angefangen hat. Doch nicht nur in dieser Hinsicht ähneln sich die Komödien, sondern auch bei der Qualität. Der dritte Film ist klar der schwächste.

Denn man wird über die ganze Laufzeit das Gefühl nicht los, dass beim #FinalFack - so der offizielle Hashtag des Filmes - das Motto "Fack it!" (Scheiss drauf!) gegolten hat. Es wurde einfach mal alles Mögliche in den Film gepackt. Eine anständige Erzählung ist dabei nicht herausgekommen. Unter anderem kriegt der im zweiten Teil eingeführte Nerd Ploppi (Lucas Reiber) eine Liebesgeschichte angedichtet, wobei die heimlich Angebetete gerade den Freitod plant. Wäre dies nicht schon genug Ballast, gibt es auch noch eine Geschichte über einen dicklichen Jungen, der von allen gemobbt wird.

Damit werden zwar wichtige Themen angesprochen, doch der Mix aus Pädagogischem und Kalauer will nicht aufgehen. Die beiden Elemente bremsen sich immer wieder heftigst aus, sodass die fast zwei Stunden des öfteren mal zu spüren sind - auch weil Franchise-Vater Bora Dagtekin darauf aus ist, jeden Handlungsstrang mit einem Happy End abzuschliessen. Das wird wegen der schellen Abhandlung gewisser Problemherde jedoch immer wieder unglaubwürdig und hat nicht mehr viel mit der erfrischenden Frechheit des Erstlings zu tun.

Dies soll aber nicht heissen, dass es zu wenig zu lachen gibt. Denn weil die Devise eben "Fack it!" gelautet hat, werden im Mittelteil ohne Sinn und Verstand Lacher an Lacher gereiht, was von der Szenenabfolge mehr an eine Sketchshow erinnert als an einen Spielfilm. Den meisten dürfte dies jedoch komplett egal sein. Sind Chantal und Co. mal losgelassen, darf gegrölt werden, woran auch Sandra Hüller einen grossen Anteil hat. Die dank ihrer grossartigen Performance in Toni Erdmann mit Preisen überhäufte Schauspielern hatte sichtlich Spass an ihrem Part der Lehrerin, die auch mal direkt nach dem Junggesellinnenabschied in die Schule torkelt. Mit ihrer Spiellust hebt sie den Film immer wieder auf ein höheres Niveau. Karoline Herfurth, die wegen eigener Regiearbeiten jetzt gar nicht mehr in Erscheinung tritt, geht so sehr schnell vergessen.

Auch mit der Hilfe von Elyas M'Barek und Katja Riemann bringt Dagtekin diesen letzten Fack irgendwie versöhnlich über die Bühne und damit die Reihe mit einem "knapp genügend" durch die harte Trilogie-Schule. Die Erkenntnis bleibt jedoch, dass die Leistungen zu Beginn deutlich besser waren. Es würde deshalb bei den kommenden Bewerbungsgesprächen helfen, die Noten des letzten Teils zu verschweigen.

/ crs