The Emoji Movie (2017)

The Emoji Movie (2017)

Emoji - Der Film
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  2. 86 Minuten

Filmkritik: Express yourself!

Na, bei dir piept's wohl!
Na, bei dir piept's wohl! © Sony Pictures Releasing International. All Rights Reserved.

In einem ganz gewöhnlichen Smartphone: Das "Meh"-Emoji Gene (Stimme: T.J. Miller) ist anders als seine Kollegen. Denn Gene kann nicht nur "Meh" zum Ausdruck bringen, sondern ist fähig, alle möglichen Gesichtsausdrücke zum Besten zu geben. Er wird deshalb als Freak abgestempelt und man ist in Textopolis nicht sicher, ob Gene den Anforderungen seines "Meh"-Jobs gewachsen ist. Denn die Aufgabe jedes Emojis ist es, auf Abruf seine eine Emotion zu zeigen, damit sie eingescannt und dann auf dem Smartphone angezeigt wird.

"Sinder alli da?" - "JAAAA!"
"Sinder alli da?" - "JAAAA!" © Sony Pictures Releasing International. All Rights Reserved.

Es kommt, wie es kommen muss: Gene vermasselt seinen allerersten Auftritt vollkommen, was Smartphone-Nutzer Alex (Stimme: Jake T. Austin) veranlasst, sein Kommunikationsgerät zur Reparatur zu bringen. Da dies die Löschung aller Emojis zur Folge hätte, muss Gene so schnell wie möglich eine Lösung finden. Zusammen mit Hi-5 (Stimme: James Corden) und der Hackerin Jailbreak (Stimme: Anna Faris) geht er auf ein buntes Abenteuer quer durch das Smartphone, auf dem sie App-Gefahren wie Candy Crush oder Spotify überleben müssen.

The Emoji Movie ist nicht das grosse "Poop-Emoji", welches einen viele Kritiker glauben machen wollen. Der Animationsfilm hat durchaus Tempo, einige gelungene Wortwitze und ein paar gute Sprüche gegen gewisse "soziale" Netzwerke. Das offensichtliche Stehlen von Plotelementen aus Filmen wie Inside Out und Wreck-it Ralph sowie das billige Product-Placement lassen den Streifen dann letzten Endes aber doch zum "Meh-Emoji" werden.

"Wie bitte?! Ein Angry Birds-Film?! Hollywood fällt ja also wirklich nichts mehr ein. Was kommt da wohl als nächstes?! Ein Emoji-Film?!" Jep!

Kreativität scheint nicht mehr "in" zu sein und deshalb wird von vielen Studios vermehrt auf Marken anstatt auf Ideen gesetzt. So ist ein Film über Emojis eigentlich nur die logische Folge. Denn fast jeder scheint ein Smartphones zu besitzen und setzt für die Kommunikation Emojis ein. Das Problem bei einem Emoji-Film bringt jetzt einfach mit sich, dass man eine Story erzählen muss. Es handelt sich hierbei nicht um die Angry Birds, wo schon eine dünne Story vorgegeben war und Sony Pictures Animation genau diese umgesetzt hat. So mussten dann doch drei Drehbuchautoren aktiv werden, und was die auf den Zuschauer loslassen, ist nicht mal so schlecht.

The Emoji Movie erzählt ein buntes Abenteuer, in dem richtig Tempo drin ist. Eine Gefahr droht und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem die Helden von gefährlichen Bots gejagt werden. Dies macht vor allem in der ersten halben Stunde richtig Spass und man fühlt sich ein bisschen an The Lego Movie erinnert, wo man die Idee auch für seltendämlich hielt und dann überrascht wurde.

Zur grossen Überraschung fehlt The Emoji Movie dann aber doch ein gutes Stück. Vor allem weil es immer wieder Szenen gibt, die innerhalb einer App spielen und so vor allem für Vermarkungszwecke herhalten müssen und dem Plot dabei nullkommanichts bringen. Was soll eine fünfminütige Tanzsequenz oder das Durchspielen von Candy Crush? Der Erzählfluss wird dadurch heftigst gebremst und der Film hat danach immer wieder Mühe in die Gänge zu kommen. Dies ist voll uncool, wie auch das direkte Übernehmen von Plotpoints aus Inside Out und Wreck-it Ralph.

Für viele Kritiker und Kinogänger ist The Emoji Movie zum grossen Hassobjekt geworden. Auf RottenTomatoes hat der Streifen einen Score von 6 % und auf imdb steht er bei miserablen 1.6 Punkten. So schlecht ist der Steifen von Tony Leondis definitiv nicht. Da war der Angry Birds-Film noch eine Spur schlechter. Aber es gehört ja fast schon zum guten Ton, dass man heutzutage Extreme verwendet und alles nur noch "The Best" oder "The Worst" ist. Viele sehen den Film auch als das an, was in Hollywood heutzutage alles schief läuft. Dies mag schon sein. Dabei hat The Emoji Movie als Film für sich gesehen gute wie auch schlechte Seiten und ist so letzten Endes wie sein Protagonist: "Meh".

/ crs