Dead Ant (2017)

Dead Ant (2017)

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  2. 87 Minuten

Filmkritik: He's the f'n Bass player, dude!

Chef im Ring
Chef im Ring

Es ist schon eine Weile her, seit die Glam-Rocker von "Sonic Grave" einen grossen (und bislang einzigen) Hit hatten. Die Band rund um den charismatischen Sänger Merrick (Jake Busey) will sich nicht damit zufriedengeben und sucht verzweifelt nach einem weiteren Song, der sie weltbekannt machen soll. Unter der Führung von Tourmanager Danny (Tom Arnold) machen sie sich nun im Camper auf in die Wüste. Einerseits um dort an einem verrückten Festival zu spielen, und andererseits um mittels Drogenflash auf neue Ideen zu kommen.

Bassist Art (Sean Astin) besorgt sich beim "Native American" Bigfoot (Michael Horse) und dessen Geschäftspartner "Firecracker" (Danny Woodburn) ein mysteriöses Gemisch, das gesegnet und verflucht gleichzeitig ist. Die Warnung, dass man wärend des Drogenflashs nichts beschädigen oder gar töten dürfe, wird ignoriert und bald schon müssen die ersten kleinen und nervigen Ameisen dran glauben. Dass die Viecher dann später in enormer Grösse wieder auftauchen und somit der Fluch des Drogengemischs in die Tat umsetzen, darauf wäre jetzt keiner der Band gekommen...

Jaja, die Effekte in Dead Ant sind nicht gut, die Story fordert den Zuschauer nicht, macht aber immer wieder Spass. Leider nicht ganz durchgehend, da man zwischendurch auch mal die Bremse anzieht, aber wenn die Figuren losgelassen werden, die Ameisen kommen und das Finale eingeläutet wird, kommt man um ein Schmunzeln nicht herum.

Spassfilme wie Dead Ant kriegen kaum einmal einen offiziellen Kinostart, sondern werden auf allerlei Festivals gezeigt, wo die kurrligen Produktionen dann gerne mal zu Kultstatus kommen und sich eine Fangemeinde bildet, welche dem Quatsch huldigt. Dead Ant gehört genau zu dieser Kategorie, denn optimalerweise guckt man sich den Film mit einer Gruppe Leute an, die vielleicht sogar schon ein Bierchen zu viel intus haben.

Dead Ant als absoluten Quatsch abzutun, wäre dem Film aber Unrecht getan. Zwar ist die Story nicht sehr innovativ und ausgeklügelt, wird aber linear und sympathisch vorgetragen. Die Band auf dem Drogentrip, die zerquetschten Ameisen (eine davon spricht sogar eine Warnung aus!) und die folgenden Angriffe der Sechsbeiner gegen Camper, Band und Fans sind Trash pur. Glücklicherweise verlässt man sich aber nicht auf die mangelhaften Effekte, sondern bietet zwischendurch auch fetzige und geschliffene Dialoge, die kaum kindgerecht sind, aber halt zum ganzen Stil des Films passen.

Für die Besetzung hat man tief in den Schauspielkarteien von Hollywood gegraben. Tom Arnold (True Lies) gibt uns den Tourmanager mit Inbrunst und sichtlichem Spass, während Jake Busey (The Predator) einfach mal zu machen scheint, auf was er gerade Lust hat. Unter der Langhaarperücke fast nicht zu erkennen ist Sean Astin, den wir ja aus der Lord of the Rings-Reihe kennen sollten. Der kriegte nach Mittelerde auch kein Bein mehr vors andere. Schauspieltechnisch, natürlich...

/ muri