Coco (2017)

Coco (2017)

Oder: Miguels Reise ins Totenland

Woody hat auch schon besser ausgesehen...

Woody hat auch schon besser ausgesehen...

Der grösste Wunsch des mexikanischen Jungen Miguel ist es, eines Tages ein gefeierter Musiker zu sein. Doch ist dies leichter gesagt als getan, ist das Musizieren in seiner Familie doch für alle Mitglieder strengstens verboten. Dies hält Miguel aber nicht davon ab, sich selbst eine Gitarre zu basteln und darauf seinem grossen Vorbild Ernesto de la Cruz nachzuahmen. Am Tag der Toten, an dem ganz Mexiko seinen Verstorbenen gedenkt, fliegt Miguel jedoch auf. Die Gitarre wird von seiner strengen Grossmutter zerstört, was Miguel die Teilnahme an einem Musikwettbewerb verunmöglicht.

Wo alle Herbstblätter hinkommen

Wo alle Herbstblätter hinkommen

Oder etwa doch nicht? Miguel erinnert sich an eine Gitarre, die in de la Cruz' Ruhestätte hängt. Doch just als er die Gitarre herunternimmt, wird er ins Land der Toten transportiert, wo er auf einige Verwandte, den schrägen Héctor sowie auf viele Gefahren trifft - und dabei auch ein Mysterium aus der Vergangenheit seiner Familie aufdeckt.


Film-Rating

Mit Coco ist Pixar ein weiteres unglaublich buntes, lustiges und gegen Ende hin richtig emotionales Stück Animationsfilmkunst gelungen. Der Plot mag vorhersehbar sein, doch wird dies durch die geniale Animation und die zu Tränen rührenden Szenen wieder wettgemacht. Ein Film, der uns den immensen Wert von Erinnerungen aufzeigt. Wie gut, ist auch der Film definitiv erinnerungswürdig.


Nach einem weiteren oberflächlichen Cars-Sequel taucht Pixar in seinem 19. Film wieder einmal tief in eine Materie ein. In Coco bildet der mexikanische Día de Muertos (Tag der Toten) das Setting für eine berührende Geschichte über Familie, Erinnerungen und natürlich auch den Tod. Nach Inside Out scheint das erneut nicht unbedingt leichte Unterhaltung, doch es lohnt sich um so mehr - und hat in Mexiko alle Box-Office-Rekorde gebrochen.

Dabei hätte dies auch leicht schiefgehen können. Hätte sich das Studio nicht intensiv genug mit der Materie beschäftigt, wäre ein Film voller Stereotypen erstanden, der einen Feiertag zur reinen Geldmaschine missbraucht. Doch Pixar ging mit der Materie behutsam um und animierte diese mit viel Liebe fürs Detail zu einem bunten Leinwandereignis. Anders als zum Beispiel in Tim Burtons Corpse Bride ist hier nicht nur das Land der Toten mit vielen Farben ausgestattet, sondern auch jenes der Lebenden, was Coco durchgehend zu einem wunderschön anzusehenden Film macht.

Sich mal wieder selbst übertroffen hat sich das Studio beim Wasser, dessen Animation sogar noch besser als beim Disney-Film Vaiana gelungen ist. Dies lädt immer wieder zum Staunen ein und macht so auch die Expositionsszenen nicht zum Bremsklotz. Diese Erklärungen sind nötig, um die Tradition auch einem nichtmexikanischen Publikum näherzubringen. Dies ist Pixar mit erstaunlicher Leichtigkeit gelungen.

Bei all diesen visuellen Wundern sei es jedoch gegen Ende hin erlaubt, auch mal die Augen von der Leinwand zu nehmen - und zwar für die Suche nach Taschentüchern. Denn eine Geschichte über Verstorbene bringt immer das Potenzial für Tränen mit sich, und dieses wird hier auch genutzt. Mag die Story wegen Vorhersehbarkeit nicht gerade in der oberen Pixar-Liga mitspielen, wird auf einen Schluss hingearbeitet, der einen emotional richtig mitnimmt.

Besorgten Eltern, welche die Kindestauglichkeit des Ganzen anzweifelten, soll gesagt werden, dass Coco zwar nicht viel beschönigt, aber die Themen ohne zu verängstigen leicht verständlich macht. Zudem gibt es dank vielen schrägen Situationen genügend zu lachen, was Coco zu einem idealen Familienfilm macht, bei dem vom Bub bis Grosi alle bedient werden. In dieser Form ist Pixar auch im Jahre 2017 der Konkurrenz weit voraus.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.0

 

29.11.2017 / crs

Community:

Bewertung: 4.7 (28 Bewertungen)

 

 

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