The Circle (2017)

The Circle (2017)

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  3. 110 Minuten

Filmkritik: I see you!

You've got mail.
You've got mail. © Impuls Pictures AG

Schon lange will die junge Studentin Mae (Emma Watson) bei "The Circle" eintreten. Die Internetfirma ist auf der ganzen Welt vernetzt und bietet den Angestellten praktisch alles, was man sich wünscht. Als Mae mit Hilfe einer Freundin zum Gespräch eingeladen wird, meistert sie dieses und wird Teil des Unternehmens. Begeistert von den vielen Möglichkeiten, den Partys, der lockeren Atmosphäre und vor allem von CEO Eamon Bailey (Tom Hanks), rutscht Mae immer tiefer in die Firma. Sie lässt sich daheim bei ihren Eltern nicht mehr blicken, die früheren Freunde verabschieden sich und durch die Aktivitäten auf dem Firmengelände braucht sie eigentlich dieses gar nicht mehr zu verlassen.

Forrest Gump und Spence wissen, wie's läuft.
Forrest Gump und Spence wissen, wie's läuft. © Impuls Pictures AG

Nun stellt der CEO eine neue Kamera vor, die kaum grösser als ein Bällchen ist und in riesigen Mengen auf der ganzen Welt platziert werden kann. So hat man die Kontrolle über die bösen Menschen, die Terroristen und kann Katastrophen verhindern, bevor sie entstehen. Was auf den ersten Blick bei Mae auf Begeisterung stösst, fängt bald an zu bröckeln. Als sie sich nämlich als erste "gläserne" Person zur Verfügung stellt und stetig von der Community begleitet wird, muss sie den Aussagen des mysteriösen Ty (John Boyega) auf den Grund gehen. Dieser behauptet nämlich, dass in The Circle nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

The Circle bietet interessante Ansätze, ein paar Geheimnisse und eine nette Auflösung, lässt aber über einen grossen Teil des Films die Spannung und den Thrill vermissen, den er benötigt hätte. So ergibt sich am Ende ein Film, in dem Emma Watson (herzig wie immer) solide agieren kann, aber nicht über sich hinauswächst. Genau so wenig wie The Circle insgesamt. Leider nur Durchschnitt.

Die totale Überwachung, volle Kontrolle und der gläserne Mensch sind schon diverse Male in Filmen und Büchern zum Thema gemacht worden. Nun hat sich Regisseur James Ponsoldt (The Spectacular Now) der Romanvorlage von Dave Eggers angenommen und präsentiert mit The Circle einen Thriller, der zwar ein interessantes Thema aufnimmt, aber in Sachen Umsetzung und Spannungsbogen nicht so recht in die Gänge kommt.

Nicht nur als "Face of the Company", sondern auch als Face von The Circle wurde Emma Watson (Beauty and the Beast) engagiert. Sie, natürlich weltbekannt geworden als Hermione Granger aus den Harry Potter Filmen, macht vor allem am Anfang der Story eine gute Figur, muss dann aber mit zunehmender Dauer mit der etwas lahmen Umsetzung des Stoffes kämpfen, so dass sie ihre Stärken nicht mehr ausspielen kann. Gleiches gilt für Superstar Tom Hanks (Inferno, Sully), der zwar optisch auf den Spuren von Steve Jobs wandelt, aber ansonsten eher zurückhaltend agiert.

Während The Circle einen wunderbaren Beginn hat, in dem die Firma vorgestellt wird und wir von einer solchen Arbeitsumgebung träumen dürfen, beginnt mit dem Einsatz der eigentlichen Story das Problem. Diese mag zwar in Buchform passen und packen, wird aber im Film als etwas gar lauer Thriller präsentiert, der nur langsam voranschreitet und selbst das grosse Schockerlebnis mit grosser Ansage zeigt. So verpufft der Überraschungseffekt und das Interesse der Zuschauer nimmt stetig ab.

The Circle ist übrigens auch Bill Paxtons letzte Filmrolle vor seinem Ableben. Man hätte ihm einen schöneren und interessanteren Abschiedspart gewünscht.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 6

Benster

Ich habe während des ganzen Films nicht begriffen, ob der krankhafte Überwachungswahnsinn, der unweigerlich auf uns zurollt (und z.B. in China schon Realität ist), gerechtfertigt oder subtil kritisiert werden sollte.

stupsi84

Nicht sehenswert. Absolut lahm. Schlechter Film des Jahres

Swissroll

Den Film kann ich echt nicht empfehlen.

yan muss ich zustimmen - der Film bringt sehr wohl kritische Grundtöne. Meiner Meinung nach hält er uns einen mahnenden Finger vors Gesicht, aber natürlich sehr subtil.

Was ich jedoch wirklich schlimm fand: die Schauspielkunst. Unterirdisch. Sowas Holpriges habe ich schon lange nicht mehr gesehen.
Emma Watsons Akzent hat mich immer wieder vor Fragen gestellt (wie kann es sein, dass sie einen mehr oder weniger offensichtlichen britischen Akzent hat, obwohl ihre Filmfigur ja in den USA aufgewachsen ist und ihre Eltern ebenfalls nicht von good old Britain sind?).
Es gibt einige bekannte Gesichter, aber das war einfach nur Verschwendung von Talent! Es herrscht keine Chemie zwischen den verschiedenen Charakteren (z.B. Mercer und Mae).

Und morgen habe ich den Plot sicher wieder vergessen. Wenigstens haben sie versucht, mir das Unbehagen der permanenten Überwachung zu vermitteln. Das hat ein bisschen geklappt.

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