Shock Wave - Chai dan zhuan jia (2017)

Shock Wave - Chai dan zhuan jia (2017)

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  3. 119 Minuten

Filmkritik: Hongkong Hurt Locker

13. Zurich Film Festival 2017
Das rote oder das grüne Kabel?!
Das rote oder das grüne Kabel?!

In der Vergangenheit wurde der Polizist Cheung Choi-san (Andy Lau) damit beauftragt, eine kriminelle Bande zu infiltrieren und sie zu überführen. Dies gelingt ihm auch, jedoch kommt der Anführer Hung Kai-pang (Jiang Wu) davon und droht, wieder zurückzukehren und Rache an Cheung für seinen Verrat zu nehmen.

Mini Chäpslipistole tut imfall weh.
Mini Chäpslipistole tut imfall weh.

Und das war kein Bluff: Der Bombenspezialist Hung, der sich nun Blast nennt, verübt einige kleinere Bombenscharmützel in Hongkong, bevor er einen der meistbefahrenen Tunnels Hongkongs, den Cross-Harbour-Tunnel, an beiden Eingängen blockiert und damit Hunderte von Zivilisten als Geiseln nimmt. Er droht, den Tunnel in die Luft zu jagen, wenn er von Cheung nicht das kriegt, was er will. Cheung ist mittlerweile zum Bombenentschärfungsexperten aufgestiegen und lebt mit seiner Freundin Carmen Li (Song Jia) zusammen. Nun muss er sich seinem ehemaligen Partner stellen und versuchen, Hongkong vor einer Katastrophe zu bewahren.

Shock Wave bietet packende Actionszenen, aber erst ab der zweiten Hälfte wirkliche Spannung. Er wagt, was sich westliche Produktionen selten trauen. Dies mag zwar das einheimische Hongkong-Publikum schon lange nicht mehr schockieren, hierzulande dürfte der Streifen aber für die eine oder andere Überraschung sorgen. Andy Lau überzeugt als Cop, der alles im Griff hat, und auch Wu Jiang weiss zu unterhalten. Interessante Figuren zu kreieren gelingt dem Film aber nicht, und Subitilität scheint im Hongkonger Actionkino nach wie vor ein Fremdwort zu sein.

Hongkong hat einen ganz eigenen Markt für Filme, die es selten bis gar nie in die Schweizer Kinos geschweige denn in den Schweizer Detailhandel schaffen. Shock Wave ist einer dieser Filme. Angeführt wird der Film von Hauptdarsteller und Produzent Andy Lau, der die Hauptrolle in Infernal Affairs spielte, der Vorlage für den oscarprämierten Martin-Scorsese-Streifen The Departed. Er spielt den heroischen, knallharten aber auch saucoolen, lockeren Bombenentschärfer mit einer Routine, die verraten lässt, dass der Mann mehr als nur einen Film gemacht hat.

Die von Regisseur Herman Yau richtig gut inszenierten Actionszenen packen und sind vor allem in der zweiten Hälfte stellenweise richtig spannend. Dies dürfte mitunter dem Bösewicht Blast geschuldet sein, der im grossen Ganzen zwar recht berechenbar ist, in einzelnen Momenten aber durchaus üble Tricks aus dem Ärmel ziehen kann.

Während Yau Action zwar stimmig in Szene zu setzen vermag, lässt er zum einen interessante Figuren und zum anderen jegliche Art von Subtilität vermissen. Andy Laus Cheung ist makellos und hat jede Situation problemlos im Griff. Seine Freundin lässt sich nur von ihm leiten und kommt ohne ihn nicht aus. Auch die restlichen Polizisten scheinen ohne Cheung aufgeschmissen. Auf der Gegnerseite sieht's ähnlich aus, nur dass da eben alle auf Blast hören, der noch die interessanteste Figur ist.

Die Absenz von subtilen Dialogen driftet stellenweise gar ins Lächerliche ab. So werden kurz vor der Geiselnahme im Tunnel einige Figuren vorgestellt, mit denen wir während dem Vorfall mitfiebern können. Einer davon ist der Leiter einer asiatischen Reisegruppe in einem Car. Dieser kennt nicht nur die allerbesten Fotospots der Stadt, sondern erinnert einen Passagier auch daran, seine Medikamente zu nehmen. Darauf antwortet dieser, er habe dies vor lauter schönen Aussichten ganz vergessen und wie toll denn der Herr Reiseleiter sei. Wieviel da dem tatsächlichen Drehbuch und wieviel der Übersetzung geschuldet ist, ist eine andere Frage.

Für unsere Gefilde dürfte der Film aber spannend sein, da er zum einen viele Hongkong-Klischees in sich vereint und dadurch einen einfach zugänglichen Einblick in deren Filmwelt bietet. Zum anderen sind wir uns diese Klischees noch nicht so geläufig, weshalb Shock Wave für die eine oder andere Überraschung sorgt, denn die Filmemacher in Hongkong trauen sich das, was in Hollywood kaum geht.

/ nna

Kommentare Total: 2

bloodout

Ein eindrücklich Gelungener Action Film der Versucht mit Teils Grossartigen ,Handlungs Wechseln zu Punkten :
Andy Lau spielt gewohnt gut auf .
Gut Gelungen !!

nna

Filmkritik: Hongkong Hurt Locker

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