Blind (2017/II)

Blind (2017/II)

Love is Blind - Auf den zweiten Blick
  1. ,
  2. 98 Minuten

Filmkritik: Wo die Liebe hinfällt

Vorspiel?
Vorspiel? © Sony Pictures Entertainment

Geschäftsmann Mark (Dylan McDermott) ist ein ganz Schlauer. Er macht seine Deals mit Erfolgsgarantie, hat mit Suzanne (Demi Moore) eine tolle Frau an seiner Seite und schiefgehen kann eh nichts. Der aufwändige Lebensstil des Paares wird aber jäh unterbrochen, als Mark mit Drogen handelt und von einer Undercoverpolizistin hopsgenommen wird. Da dann noch andere Ungereimtheiten ans Tageslicht kommen, muss Mark in den Knast. Suzanne hingegen wird mit Sozialstunden abgespeist, die sie damit verbringen soll, dem blinden Autoren Bill (Alec Baldwin) vorzulesen.

Ich bin besser als der Baldwin!
Ich bin besser als der Baldwin! © Sony Pictures Entertainment

Dieser ist nicht nur mächtig von sich selbst eingenommen, sondern hat für die neue Bekanntschaft erstmal nicht so viel übrig. Das ändert sich aber während der gemeinsamen Zeit, und als Suzanne herausfindet, dass ihr Göttergatte Mark auch noch eine Affäre hatte, lehnt sie sich immer mehr in Richtung Bill. Dieser scheint zwar überfordert, öffnet sich aber seit dem Tod seiner Frau zum ersten Mal für eine potenzielle neue Partnerin. Als dann aber auch noch Suzannes Gatte Mark wegen eines Zufalls (*zwinker*) aus der Haft entlassen wird, müssen die beiden vom Leben geprüften Turteltauben wichtige Entscheidungen treffen.

Blind legt schon von Anfang an die Weichen für eine Romanze, die den bekannten Pfaden stur folgt: eine Annäherung, die Entdeckung neuer Gefühle, die Bedrohung von neidischen Personen und die grosse Entscheidung. Werden wir hier doch noch irgendwann, nachdem wir die schwülstigen Dialoge überstanden haben, ein Happy-End erleben? Wer diesen kitschigen Film anguckt, hat ein solches definitiv verdient.

Jaja, Demi Moore dreht noch immer Filme. Seit Striptease und Indecent Proposal sind auch schon ein paar Jährchen vergangen, und über Moore haben wir in den letzten Jahren eher in den Klatschspalten denn in Filmberichten gelesen. Nun kann sie in Blind an der Seite von Alec Baldwin wieder etwas beweisen. Mit ihm war sie übrigens schon 1996 in The Juror unterwegs. Allerdings damals in einer anderen Art als hier.

Vervollständigt wird das Team von Dylan McDermott (The Clovehitch Killer), der die Rolle des Bösewichts übernimmt und damit so ziemlich allein gelassen wird - ein Abziehbild von einem bösen Businessman, der Dreck am Stecken und eine ziemlich kurze Zündschnur zu bieten hat. Seine Szenen sind allerdings ziemlich erst gegen Ende der Story interessant, denn bis dahin steht der Fokus klar auf Baldwin und Moore, die versuchen, ihre anfängliche und viel zu kurz thematisierte Abneigung innerhalb der Filmdauer in die andere Richtung zu lenken. Herzig...

Alec Baldwin hat dabei ein paar nette Sprüche auf Lager, wird aber mit dem Auftauchen von Demi Moore schnell und recht problemlos vom Kotzbrocken zum Papiertiger. Es folgen die üblichen Entwicklungen und Annäherungen der beiden Hauptpersonen, die ja eigentlich keine schlechten Menschen sind, aber natürlich von der Gesellschaft zu solchen gemacht wurden. Vor allem Alec Baldwin nutzt seine Screentime, um seinen Charakter zum Star dieses Films zu machen.

Ach ja, die Affäre von Demi Moores Filmgatten ist natürlich auch am Ende nicht vergessen, sondern wird sogar aufgelöst. Wobei, wir haben ja bereits seit der ersten Erwähnung selbiger gewusst, wer das Betthäschen sein muss. Spricht auch nicht für die Qualität von Blind, oder?

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. facebook
  5. Instagram
  6. Website

Trailer Englisch, 02:31