Annabelle: Creation (2017)

Annabelle: Creation (2017)

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  2. 109 Minuten

Filmkritik: Take a cold Schauer

Gepetto lässt die Puppen tanzen
Gepetto lässt die Puppen tanzen

Nach dem tragischen Unfalltod ihrer kleinen Tochter Bee beschliesen Puppenmacher Samuel Mullins (Anthony LaPaglia) und seine Frau Esther (Miranda Otto), anderen Kindern ein Zuhause zu geben und öffnen ihr grosses, ländlich gelegenes Haus für sechs Waisenmädchen unter der Aufsicht von Schwester Charlotte. Unter den Waisen ist auch die durch Polio gehbehinderte Janice (Talitha Bateman), welche schon bald einer unheimlichen Vergangenheit des Hauses auf die Spur kommt.

"Bei dieser Türe gefällt mir nur der untere Teil"
"Bei dieser Türe gefällt mir nur der untere Teil"

Trotz aller Warnungen und Verbote von Hausherr Samuel schleicht Janice eines Nachts ins Zimmer der verstorbenen Tochter. Nebst einem Puppenhaus und anderem Spielzeug fällt ihr vor allem eine ziemlich unheimliche Puppe auf, welche beinahe lebendig scheint. Schon bald sind alle Besucherinnen des Hauses in Gefahr.

Nach dem eher mauen ersten Spinoff ist das Prequel von Lights Out Regisseur David F. Sandberg ein würdiger Beitrag zum Conjuring-Universum. Auch wenn das Drehbuch nach wie vor nicht mit der Hauptreihe mithalten kann, ist der Streifen technisch James Wans Filmen beinahe ebenbürtig. Was Annabelle: Creation an Charakterzeichnung und Innovation im Storybereich fehlt, macht der Grusler in Sachen Spannung, Gänsehaut und Horror wieder wett. Der Film wartet mit virtuoser Kamera und toll durchdachten Gruselsequenzen auf.

Annabelle konnte vor drei Jahren bei Kritikern und Publikum nicht sonderlich punkten, liess aber dank schmalem Budget die Kassen klingeln. Ähnlich wie beim Horrorhit Ouija ist auch in diesem Falle das Prequel um Welten dem Original überlegen. Zu verdanken ist dies in erster Linie Regisseur David F. Sandberg. Während Annabelle: Creation inhaltlich wenig Neuland entdeckt, hebt die Inszenierung den Streifen über den Genredurchschnitt. Sandberg, ein Protegé von Horrormaestro James Wan, hat bei seinem Meister gut abgeschaut, und so reiht sich der Film visuell perfekt in die Conjuring-Reihe ein.

Dass der Film aus der Sicht von sechs Waisenmädchen in den Fünfzigerjahren erzählt wird, gibt ihm eine gewisse Frische, und das knarrende Landhaus in der amerikanischen Pampa wird als Location optimal benutzt. Leider hat es sich dann aber mit den Innovationen auf der Storyebene. Die Geschichte verläuft nach gängigem Muster, und von den sechs Waisenmädchen sind vier schwach bis gar nicht charakterisiert. Man konzentriert sich auf Janice und Linda. Erfreulich ist, dass Talitha Bateman und Lulu Wilson mit einer Natürlichkeit und ganz viel Talent gesegnet sind, was das Mitleiden während den Spannungsmomenten noch einmal intensiviert.

Es sind denn auch diese Momente, in denen Sandberg sein volles Potenzial zeigt. Sei es ein quietschender Treppenlift oder ein pechschwarzer Brunnenschacht: Sandberg inszeniert seine Horrorsequenzen perfekt choreographiert wie Actionszenen. Die Geographie ist klar definiert, und ein Zahnrad fügt sich präzis ins andere ein. Es macht Freude, soche Szenen anzuschauen und Gänsehaut ist garantiert. Auf Gore und Schockbilder wird zugunsten von Atmosphäre und Spannung grösstenteils verzichtet, was Annabelle: Creation bestimmt auch für ein Mainstreampublikum zugänglicher macht als manch anderer Genrefilm.

/ ma

Kommentare Total: 6

yan

"...Sandberg, ein Protegé von Horrormaestro James Wan, hat bei seinem Meister gut abgeschaut, und so reiht sich der Film visuell perfekt in die Conjuring-Reihe ein."

Ich sehe das ein bisschen anders. Sandberg kopiert Wan und macht aus Annabelle: Creation ein Conjuring-Klon, der absolut keine Originalität aufweist. Vom Setting, über die Kids, bis zu den Jumpscares; hier ist einfach alles abgekupfert.

la_trulla

Nach dem lahmen "ersten" Teil waren meine Erwartungen an die Fortsetzung nicht allzu hoch, und ich wurde positiv überrascht. Viel mitreissender, schauriger als ich es erwartet hätte... Die beiden Mädchen spielen ihre Hauptrollen sehr gut, sie wirken überhaupt nicht so statisch wie die Charaktere im ersten Teil. Die Puppe jedoch ist noch immer so hässlich wie im ersten Teil ;-) Der Vater-Charakter wirkte für mich etwas zu aufgesetzt, die Mutter ging unter. Der Schauplatz beschränkt sich auf dieses anfänglich wundervolle, danach fast in sich zusammenfallende gruselige Haus.

Rasanter, actionreicher, schneller, spannender, gruseliger...
ES kann kommen :) :)

andycolette

Gestern Trafo 1 Dolby Atmos ist der Wahn! War der Wahn genau so super wie Lights Out,The Conjuring 2 oder OUIJA ! Lulu Wilson wie schon in OUIA so stark was für ein Mädchen mit 12 Jahren !! Werde nochmals schauen ist so mega !!

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