X-Men: Apocalypse (2016)

X-Men: Apocalypse (2016)

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  2. 143 Minuten

Filmkritik: Aller schlechten Dinge sind neun

"Come with me if you wanna live!"
"Come with me if you wanna live!"

3600 v. Chr. beherrschte der mächtige Mutant En Sabah Nur (Oscar Isaac) aka Apocalypse Ägypten. Bei einem Ritual, in dem er seinen Geist in den eines anderen Mutanten transferieren und so seine Kräfte übernehmen wollte, wurde er jedoch von seinen Untertanen verraten und für Tausende Jahre in einer Pyramide verschüttet. In den 1980er-Jahren erwacht er wieder und strebt erneut die Weltherrschaft an. Dazu sucht er sich vier mächtige Verbündete, deren Kräfte er verstärkt: die ägyptische Diebin und Wettergöttin Storm (Alexandra Shipp), die mit Psi-Schwertern begabte Kämpferin Psylocke (Olivia Munn), der geflügelte Angel (Ben Hardy) sowie Magneto (Michael Fassbender), der nach fast zehn Jahren zurückgezogener Familienidylle seine Frau und Tochter verloren hat und nun auf Rache aus ist.

Jö, X-Babies!
Jö, X-Babies!

Professor Xavier (James McAvoy) und seine Verbündeten müssen nun alles daran setzen, Apocalypses tödlichen Plänen einer neuen Weltordnung Einhalt zu gebieten. Unterstützt wird er u.a. von CIA-Agentin Moira MacTaggert (Rose Byrne) und Mystique (Jennifer Lawrence), die, obwohl sie mit Xaviers pazifistischen Methoden nicht einverstanden ist, nach Jahren der Abwesenheit wieder zum Team zurückkehrt. Mit dabei im Kampf gegen die Auslöschung der Menschheit sind auch die Neulinge Scott Summers (Tye Sheridan), Kurt Wagner aka Nightcrawler (Kodi Smit-McPhee) und die vielleicht mächtigste Mutantin von allen, Jean Grey (Sophie Turner).

Der inzwischen neunte X-Film - und der vierte von Regisseur Bryan Singer - mündet in ein spektakuläres Finale mit tollen Stuntszenen, Spezialeffekten und auch emotional eindrücklichen Momenten. Alles davor begeistert jedoch deutlich weniger. Trotz grossangelegter Action fühlt sich vieles wie auf Sparflamme an - dies nicht zuletzt, da unzählige Szenen mehr oder weniger offensichtlich die bisherigen Filme recyclen. Weil der mächtige Bösewicht und seine Schergen kaum Tiefe erlangen, lässt X-Men: Apocalypse weitgehend kalt und ist somit nach X-Men: The Last Stand der leider schwächste Teil der Reihe.

In einer der wenigen unbeschwerten Szenen des Filmes - nachdem die "X-Babies" Scott, Jean, Nightcrawler und Jubilee im Kino Return of the Jedi gesehen haben - fällt der Kommentar, dass der dritte Film in einer Reihe ja wohl immer der schlechteste sei. Zwar hat Captain America: Civil War gerade erst bewiesen, dass es Ausnahmen für diese Regel gibt; geübte X-Zuschauer dürften hier jedoch sowohl zustimmend nicken (nur ungern erinnern wir uns an X-Men: The Last Stand), als auch frustriert den Kopf schütteln. Wenn schon mit der Formelhaftigkeit von Franchises kokettiert wird, wär's schön gewesen, wenn man zumindest versucht hätte, mehr auf die Leinwand zu bringen als einen Superheldenfilm von der Stange. Leider tappt das Finale der Prequel-Trilogie genau in diese Falle und beweist erneut, dass "mehr" noch lange nicht "besser" bedeutet.

Es mag verwundern, dass der Film nicht so recht funktionieren will, hält man sich doch ziemlich an die Formel, die sich bei X-Men: Days of Future Past bewährt hat. Doch genau dies ist das Problem, denn wenig ist zu sehen, das nicht bereits in den bisherigen Filmen - und da häufig weitaus besser - vorkam: So wird die Beziehung von Professor X, Magneto und Mystique wieder auf Null zurückgefahren; erneut wird ein Mutant brutal aus seiner Familienkitschidylle herausgerissen, um ihn für weitere Taten zu motivieren; und wieder verbucht Evan Peters' Quicksilver die beste Szene für sich, wenn diese auch ziemlich ähnlich und nicht ganz so gut ist wie bei seinem ersten Auftritt. In einem Filmuniversum, dessen Einzelteile in unterschiedlichen Epochen spielen, ist ein gewisses Mass an Repetition erwartbar. Wenn aber Figuren alte Pfade abtrampeln, gleich mehrere frühere Ereignisstätten wieder aufsuchen und auf Teufel komm raus an die bisherigen Filme angeknüpft werden muss (inklusive überflüssigem Gastauftritt), führt das Déjà-vu-Gefühl bald mal zum Gähnen.

Schade ist auch, dass der Film es - ausser bei Klamotten und Frisuren - verpasst, auf den Zeitgeist der Achtziger einzugehen. Anstatt wie in First Class das gespannte politische Klima für die Story zu nutzen, gehen nur wenige Szenen, und dies fast schon alibihaft, auf Weltpolitik ein und stehen so auch seltsam quer im Film. Überhaupt lässt einen die Bedrohung durch Apocalypse ziemlich kalt, da seine Motive abseits von Machtgewinn überhaupt nicht klar sind und seine Taten im Bereich herkömmlicher Katastrophenszenarien verharren. Zudem bleiben seine Schergen stets flache Figuren ohne eigenen Handlungsbogen, deren Schicksal uns deshalb auch ziemlich egal ist.

Gerettet wird der Film letztlich durch das intensive Finale, das optisch richtig bombastisch daherkommt und auch emotional packen kann. Besonders die Neulinge - allen voran Tye Sheridans Cyclops und Sophie Turners Jean Grey - können hier überzeugen und lassen auf weitere, innovativere Fortsetzungen hoffen. Dann aber bitte mit etwas weniger Recycling und mehr Tiefe in Sachen Charaktere und Handlung.

Am Ende sollte man natürlich wieder sitzen bleiben, da in der End-Credit-Szene die Identität des nächsten Bösewichts angedeutet wird.

/ pps

Kommentare Total: 9

Ghost_Dog

Kann gut unterhalten au wenn evtl ein bisschen mehr dringelegen haette.

evildead

Ich (33) fand ihn saugut! Habe ihn schon 2x im Kino gesehen. Ich fand es schon schade im 2014 konne ich "Days of future past" kein 2. Mal schauen gehn. Ich habe in den 90er Jahren der Trickfilm im TV geliebt und ich finde die X-Men-Filme werden immer wie besser, aufwendiger, lauter, spannender. Ich hoffe schwer das es so weitergeht und das weiterhin Bryan Singer Regie führt.

D'Schouspieler si dr Hammer u z'3D isch guet gmacht? Vor Musik ganz z'schwigä

andycolette

Super alles genial Machart Darsteller Soundtrack hat mir mega gefallen 3 Stunden super Unterhaltung!!!!! Soundtrack John Ottman immer so genial!!!!! Michael Fassbender immer Mega!!!!

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