Voyage of Time: Life's Journey (2016)

Voyage of Time: Life's Journey (2016)

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  3. 90 Minuten

Filmkritik: Soooooo schön!

73. Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica 2016
Bildschirmschoner oder Kinofilm?
Bildschirmschoner oder Kinofilm?

Der Ausnahmeregisseur Terrence Malick (The Thin Red Line) zeigt in seinem ersten dokumentarischen Film die Geschichte der Erde vom Urknall zur Gegenwart. Begleitet werden die beeindruckenden Bilder, die Vulkane, Dinosaurier und andere Wunder unseres Planeten zeigen, von Cate Blanchets Erzählstimme, die in gewohnter Malick-Manier sinniert und philosophiert. Brad Pitt übernimmt in der kürzeren Imax-Version ihren Part.

Voyage of Time als einen Dokumentationsfilm zu bezeichnen, ist weit hergeholt. Terrence Malick sprengt den Rahmen des Genres und verwendet die selben Mittel, welche er auch in seinen Spielfilmen angewendet hat, um die Entstehung der Erde auf seine ganz persönliche Art und Weise darzustellen. Dies bedeutet auch, dass die Kritiker Malicks auch mit dem aktuellen Film kaum bekehrt werden können. Seine audiovisuellen Collagen sind Kino für die Sinne. Cate Blanchetts emotionslosen, philosophierenden Worte sind Geschwurbel für die einen, Poesie für die anderen.

"Oh, Mother!" haucht die Erzählstimme von Cate Blanchett immer wieder ins Mikrofon. Damit ist offensichtlich unsere Mutter Erde und die unglaubliche Schönheit der Natur gemeint. Dieser Ausspruch könnte aber auch auf den Film selbst zutreffen. Selten sieht man so schöne Bilder im Kino wie in einem Terrence-Malick-Film, und da sein Thema in Voyage of Time die Geschichte des Planeten ist, sind seine Möglichkeiten scheinbar unbegrenzt.

Die Bilder von Supernovas, Vulkanen, CGI-Urzeitgetier und anderen Naturgewalten sind dann auch wunderschön hypnotisierend, und eine wunderbar sinfonische Collage entsteht. Als Kontrast zeigt Malick auch ein paar wüste Bilder. Zu wenig aber, um einen richtigen Kontrast zu schaffen. In diesen Belangen konnte Samsara schon mehr beeindrucken. So hätte Malick diesen kritischen Teil besser gestrichen und Voyage of Time als lebensbejahende Ode an unseren Planeten stehen gelassen.

Auch in seiner Kinoversion ist der Film beinahe ein wenig kurz gehalten, und ein paar Minuten mehr Zeit, um in Malicks Bildkompositionen zu schwelgen, wären nicht verkehrt gewesen. Aber vielleicht schneidet er den kompletten Film ja mal in seinen Director's Cut von The Tree of Life hinein, wo er nicht schlecht passen würde. Denn eigentlich ist der Film schon fast ein Spin-off.

/ ma