Underworld: Blood Wars (2016)

Underworld: Blood Wars (2016)

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  2. 92 Minuten

Filmkritik: Lack und Leder, Teil 5

Trittst im Morgenlicht daher.
Trittst im Morgenlicht daher. © Sony Pictures Releasing International. All Rights Reserved.

Noch immer tobt der Krieg zwischen Vampiren und Lykanern. Doch damit möchte die Vampirin und Todeshändlerin Selene (Kate Beckinsale) nichts mehr zu tun haben. Zu viel musste sie diesem schon opfern. Doch für die Lykaner ist Selene zu kostbar, um sie einfach in Ruhe zu lassen. Ihr Blut kann einem unglaubliche Kräfte verleihen, und so ist vor allem der gefährliche Marius (Tobias Menzies) hinter Selene und auch hinter ihrer Tochter her. Da sie alleine wohl keine Chance hat, willigt Selene ein, zum Stamm der Vampire zurückzukehren und deren Soldaten für den Kampf gegen die Lykaner auszubilden.

Scharf... also, die Samuraischwerter, natürli.
Scharf... also, die Samuraischwerter, natürli. © Sony Pictures Releasing International. All Rights Reserved.

Doch obwohl sie dort mit David (Theo James) und dessen Vater Thomas (Charles Dance) zwei Verbündete in ihrer Nähe hat, können diese auch nicht verhindern, dass Selene von der fiesen Vampirin Semira (Lara Pulver) eine Falle gestellt bekommt. Als sie in diese tritt, hat sie erneut fast den ganzen Vampirstamm gegen sich. Ihr bleibt nichts anderes übrig als zu flüchten. Doch die Vampire wie auch die Lykaner haben ihre Spur aufgenommen.

Auch der neuste Underworld-Film bietet viel Action und eine sexy Kate Beckinsale, welche sich durch ihre Gegner ballert und schnetzelt. Die Anzahl an erledigten Widersachern ist am Ende hoch, was aber auch von den Logiklöchern gesagt werden kann. Ein Film für Fans der Reihe, während alle anderen kaum durch diesen Film zu solchen gemacht werden dürften.

Der Weg der Underworld-Reihe erinnert unweigerlich ein bisschen an jenen von The Fast and the Furious. Wie die Abenteuer der Raser schien auch die Geschichte der sich bekämpfenden Lykaner und Vampire nach dem dritten Teil, bei denen beide Filmserien auf das schauspielerische Zugpferd verzichteten, erledigt. Doch für den vierten Teil wurden die bekannten Gesichter wieder zurückgeholt. So wurde Fast and Furious dank der Präsenz von Vin Diesel zum damals erfolgreichsten Streifen der Franchise, während Kate Beckinsale dies mit Underworld: Awakening ebenfalls bewerkstelligte. Während jedoch die Macher bei Fast 5 mit einem Heist-Plot der Filmreihe neue Seiten abgewannen, bietet Underworld: Blood Wars nun nur "more of the same". Will bedeuten: coole Action in einem klapprigen Storykonstrukt.

Kate Beckinsale macht als Todeshändlerin Selene immer noch eine sehr gute Figur. Wie sie sich im engen Outfit durch Heerscharen von Lykanern und Vampiren ballert, ist immer noch eine Freude anzusehen. Der Film tut gut daran, diese Szenen in den Mittelpunkt zu stellen. Auch wenn es vom Plot her gesehen nicht gerade nötig wäre, für einen kleinen Adrenalinkick und schnelle Schnitte tut dies Underworld: Blood Wars trotzdem. Wohl auch mit dem Wissen, dass die Geschichte nicht allzu viel hergibt.

Anschliessen tut die Handlung direkt ans Ende des vorherigen Teiles. Wer die Geschehnisse nicht mehr allzu gut im Gedächtnis hat, wird mit einer zweiminütigen Zusammenfassung zu Beginn daran erinnert. So schnell wie da durch die vier Vorgänger gerast wird, so rasant ist auch die Erzählung danach. Underworld: Blood Wars hat vor allem in den ersten 30 Minuten ungemein viel Zug in der Story. Gestoppt wird dieser erst, als Heldin Selene sich auf die Vampire einlässt, die sich schon in der Vergangenheit immer und immer wieder als verräterisch erwiesen haben. Dass sie dies überhaupt aufgrund des Erlebten in Betracht zieht, löst Kopfschütteln aus. Es gibt jedoch Lara Pulver die Chance, ein wunderbares Biest zu verkörpern, das durch ihre Durchtriebenheit sogar Beckinsale die Show stiehlt. Ausgelöst durch ihr Tun gibt es dann den üblichen Underworld-Mix aus Verrat, Täuschung und hochgeachteten, verstorbenen Stammesältesten, wobei natürlich wieder einer der Hauptfiguren als direkter Nachfahre enthüllt wird. Dies wirkt jedoch inzwischen so unmotiviert wie in einer Seifenoper.

Doch die Filme waren nie wirklich für ihre subtilen Töne bekannt. Was am Ende zählt, ist Action und davon hat es genug. Die Fans werden nicht enttäuscht werden. Alle anderen, welche die Reihe nach Underworld: Awakening abgeschrieben haben, werden hier nicht wieder umgestimmt. Es gibt bessere Vorzeichen für den am Schluss dieses Filmes bereits aufgegleisten sechsten Teil...

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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Kommentare Total: 5

db

Wird langsam wirklich Zeit, dass sie dieses chaotische Schultheater endlich abschliessen. Selbst wenn die Reise und die Entwicklung von Selene als Anker gut funktioniert, das ganze Gedönse mit dem ausgelutschten Kampf gegen die Lycans hat man langsam wirklich gesehen und ist hier wirklich nur noch Mittel zum Zweck, um Selene dahin zu pushen, wo sie am Ende des Filmes ist.

Wie auch immer die Saga weitergeht, nicht nur Selene sollte sich entwickeln, es ist auch an de Zeit die Serie selber weiter zu entwickeln, denn langsam hat man den gleichen Ablauf unden Kampf gegen die immer noch schlecht animierten Werwölfe wirklich gesehen.

bloodout

Habe ich in Englischer Unrated Fassung Gesehen .Kate Beckinsale und da war doch noch ...Gähn BITTE Underworld ADE ...BITTE !!!

muri

Kate Beckinsale in Leder ist für 2 Sternli gut. Der Rest kann getrost vergessen werden. Zumal bei uns leider nur in der D-Fassung zu sehen. Schwach!

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