The Trust (2016)

The Trust (2016)

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  2. 93 Minuten

Filmkritik: Open it! Open it! Open it!

Spitzname: Walross
Spitzname: Walross

Die Cops Jim (Nicolas Cage) und David (Elijah Wood) arbeiten in ihrer Division in Las Vegas auf dem unteren Level. Die Bezahlung ist entsprechend schlecht, das Leben eh mühsam und leer, und wenn nicht die kleinen, krummen Dinger wären, die beiden könnten ihren Verdienst gar nicht aufstocken. Nun aber wollen sie eine Lösung gefunden haben, die sie aus der Misere holt und ins Leben der Schönen und Reichen bringt. Sie beschatten einen Gangster, vom dem sie wissen, dass er ein Vermögen in einem Tresor hat. Das Ziel ist das Knacken des Safes und das Stehlen des Inhalts.

Wo hat Sam bloss den Ring hingelegt?
Wo hat Sam bloss den Ring hingelegt?

Doch weder Jim noch David sind ausgerüstet, um eine solche Operation durchzuführen. Ausserdem fehlt es ihnen an der Kaltblütigkeit und Kreativität, wobei sich Letzteres ja dann während des Jobs so ergibt. So machen sich die zwei Cops also an die Arbeit, müssen eine Geisel nehmen und merken schon bald, dass ihnen der Coup über den Kopf wächst. Zumal der Tresor einer Drogenbande gehört, die keine Gefangenen macht...

The Trust braucht lange, bis die Positionen bezogen sind und hält sich bis dahin mit Kleinigkeiten auf. Sobald das Ganze ins Laufen kommt, kriegen wir wenigstens ein bisschen Spannung geboten, wobei diese bei der Interaktion mit der Geisel bald wieder verpufft. Was bleibt sind gute Darsteller, die aus ihren Rollen wahrscheinlich das Maximum rausholen, aber schlussendlich an der faden Story scheitern.

Nicolas Cage ist ja bekanntlich vom A-Lister zum "Direct-to-Video-Guy" verkommen. Seine Filme werden nicht mehr in den Kinos gezeigt, sondern wandern direkt auf Blu-ray. So auch The Trust, in dem er an der Seite von Elijah "Ich-war-mal-Frodo-Baggins" Wood einen kaputten Cop spielt, der nicht nur einen schönen Schnauzer zur Schau trägt, sondern auch einiges an Schauspielkunst zu bieten hat.

Cage liefert hier eine seiner besseren Arbeiten ab und läuft dann zur Höchstform auf, wenn seine Figur in Bedrängnis gerät und die Kontrolle verliert. In diesen Momenten merkt man, dass da eigentlich ein toller Schauspieler an der Arbeit ist, der aber mit seiner Rollenauswahl in den letzten Jahren nicht das glücklichste Händchen gezeigt hat. Gleiches gilt für Elijah Wood, der aber klar im Schatten Cages steht und mimisch halt schon nicht zu den ganz Grossen gehört.

Was bei The Trust leider nicht funktioniert, ist die Story. Es braucht eine halbe Ewigkeit, bis diese ein bisschen Fahrt aufnimmt und danach entwickelt sie sich zum vorhersehbaren Vehikel, dessen Abschluss ebenso unbefriedigend wie uninteressant ist. Bis dahin dürfen sich Wood und Cage gegenseitig verunsichern, überfordern und anpfeifen. Ein bisschen mehr Thrill in der Geschichte und wir hätten da einen kleinen, aber sehenswerten Film.

/ muri