True Crimes (2016)

True Crimes (2016)

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  3. 92 Minuten

Filmkritik: Ace Ventura macht Ernst!

Tadek am Tadort?
Tadek am Tadort?

Der Polizist Tadek (Jim Carrey mit Vollbart) hat noch ein Jahr Dienst und wurde dafür ins Archiv abgeschoben. Mit dieser Tatsache kann sich der Mann kaum abfinden und sucht deshalb nach Möglichkeiten, seinen Ruf wieder zu korrigieren. Ein Mordfall in einem Sexclub scheint ihm den perfekten Antrieb dafür zu geben. Ein reicher Geschäftsmann wurde dort tot aufgefunden und die Art des Mordes ähnelt extrem einer angeblich fiktiven Story des Autors Kozlow (Marton Csokas). Dieser, arrogant, überheblich und unfreundlich, wird dann auch sofort als Verdächtiger gehandelt und Tadek nimmt die Ermittlungen auf.

«Bim Coiffeur bini gsässe...»
«Bim Coiffeur bini gsässe...»

Zwei starke Männer, die sich gegenseitig belauern und auf den Fehler des Gegenüber warten: So entwickelt sich die Beziehung von Angeklagtem und Ermittler. Langsam bekommt Tadek einen Einblick in das Leben des bekannten Romanschreibers, in dem auch dessen Ex-Frau Kasia (Charlotte Gainsbourg) eine immer wichtigere Rolle einnimmt. Tadek führt seine Beobachtungen weiter, steht sogar in der Wohnung, als Kozlow und Kasia ihn nicht bemerken. Der Polizist wird zum Spielball einzelner Figuren, denen er gerne vertrauen möchte, die sich aber als äusserst gerissen herausstellen.

Dark Crimes ist kein guter Thriller, auch wenn er auf wahren Begebenheiten basiert. Regisseur Alexandros Avranas versuchte hier wohl, einen kleinen und dreckigen Film abzuliefern, spart dafür an Musik und lässt die Kamera gerne etwas länger laufen. Darüber scheint er aber zu vergessen, dass die Kombination von Darstellung und Storyline nicht funktioniert. So entsteht ein Film, der mehr sein will, als er wirklich ist und deshalb schlichtweg nicht funktioniert. Schade um den Versuch, Mister Carrey. Vielleicht haben Sie in Sonic the Hedgehog wieder mehr Glück?

Jim Carrey, der einst als Ace Ventura oder Bruce Almighty das Publikum begeisterte, hat sich in den letzten Jahren auf der Leinwand rargemacht. Zwar ist seine Streaming-Serie Kidding recht erfolgreich, aber in die Kinosäle kam von ihm nicht besonders viel. Dass sich der Komiker ab und an auch mal in ernstere Gefilde wagt, hat zuletzt The Number 23 bewiesen. Auch wenn der nicht besonders gut ankam, versucht es Carrey nun wieder! Mit Vollbart in einem stillen Krimi will der Spassvogel von damals seiner Karriere neue Facetten verleihen. Doch leider entpuppt sich Dark Crimes als langweiliger und uninteressanter Thriller, der zurecht keinen grossen Kinostart spendiert bekommen hat.

Carrey gibt den desillusionierten Polizisten Tadek mit einer Gleichgültigkeit, die bereits nach wenigen Minuten auf den Zuschauer übergreift. Da können die Sexszenen noch so unerwartet kommen und der Gewaltpegel noch so stark ansteigen, das Ganze interessiert bald niemand mehr. Zwar kriegen wir von Jim Carrey einen Weinkrampf zu sehen, aber damit hat es sich dann auch schon, was Mimik und Schauspiel angeht. Den Rest bringt der gute Mann fast regungslos und gelangweilt über die Bühne. Somit passt er sich allerdings optimal der Mordstory von Dark Crimes an, die sich auf drei Personen konzentriert und deren Täter somit ziemlich schnell ermittelt werden kann.

Unterstützt wird Carrey von Marton Csokas (The Equalizer) und Charlotte Gainsbourg (Antichrist), wobei sich Ersterer sehr bemüht um den Ausdruck authentischer Arroganz zeigt, während die Dame aus England einmal mehr hauptsächlich ihre Hüllen fallen lassen muss. Zur lahmen Story können auch diese beiden Darsteller nicht viel beitragen und sie verlieren sich irgendwo zwischen SM-Club und ausschweifenden Lügengeschichten.

/ muri