Rogue One: A Star Wars Story (2016)

Rogue One: A Star Wars Story (2016)

  1. , ,
  2. 134 Minuten

Filmkritik: You're a friend. I will not kill you.

Badewetter?
Badewetter?

Die junge Jyn Erso (Felicity Jones) lebte einst mit ihrem Vater Galen (Mads Mikkelsen) und ihrer Mutter auf einem einsamen Planeten, als imperiale Kräfte Galen zu sich nahmen. Er, der Wissenschaftler, sei wichtig für die Erstellung einer neuen Waffe, mit der das Imperium "Frieden" in die Galaxie bringen soll. Das Mädchen konnte flüchten, wurde vom Widerständler Saw Gerrera (Forest Whitaker) aufgezogen und sitzt nun, Jahre später, im Stützpunkt der Rebellen-Allianz. Dort soll sie helfen, ihren vermissten Vater zu finden, damit dieser den "Starkiller" nicht zu Ende bauen kann.

Sie macht Ärger!
Sie macht Ärger!

Mit Captain Andor (Diego Luna) und dem geschwätzigen K-2SO (Stimme von Alan Tudyk) wagt sich Jyn tief in feindliches Gebiet, wo sie Zeugin wird, wie diese gigantische Waffe eingesetzt wird. Die Rebellen müssen einen Weg finden, das Imperium zu stoppen, und so entschliessen sich Jyn, Andor und weitere Krieger zu einer Mission, von der es wahrscheinlich keine Rückkehr mehr gibt. Sie wollen die technischen Pläne dieser Zerstörungsmaschine stehlen und sichtbar machen. Das Imperium hingegen setzt alles in seiner Macht ein, um diesen Angriff zu stoppen und wirft dafür finstere Gestalten in die Schlacht.

Rogue One: A Star Wars Story entführt die Zuschauer in ein schön düsteres Abenteuer, das mitunter auch brutal und tragisch ist. Diesen Schritt in die Ernsthaftigkeit braucht man jedoch nicht zu bereuen, denn als Kriegsfilm im Weltall funktioniert der achte - nicht mit einer Episodennummer versehene - Eintrag in die beliebte Filmreihe absolut. Allerdings kann er nicht dieselbe "Magie" ausstrahlen, die andere Teile der Sternensaga locker schaffen. Aber auch wenn der Film nicht ganz an die Klassiker der Reihe herankommt - The Empire Strikes Back bleibt unerreicht -, ist es ein beeindruckendes Abenteuer aus einer Galaxy Far Far Away.

Rogue One: A Star Wars Story ist kein Film der "offiziellen" Reihe, sondern der erste Ableger, dem ja bekanntlich noch ein paar weitere folgen sollen. Das heisst, dass wir neue Figuren und Planeten kennenlernen und uns mit Querverweisen auf die bekannten Sternenfilme zufriedengeben müssen. Das tut dem Unterhaltungswert aber überhaupt keinen Abbruch, denn Rogue One: A Star Wars Story macht in seiner Universums-Nische vieles richtig.

Die Story des Films dreht sich um den Diebstahl der Pläne für den Todesstern, den wir aus der Original-Filmreihe nur zu gut kennen. Angesiedelt kurz vor A New Hope, entwickelt sich aus dem Schicksal einer jungen Frau ein waschechter Kriegsfilm, der vor allem im letzten Drittel mit Actionsequenzen den Kinosaal zum Beben bringt. Dabei sind es nicht nur die Schlachten im Weltall, die überzeugen, sondern auch die "kleinen" Gefechte auf dem Boden, die dramatisch, spannend und auch sehr witzig umgesetzt sind.

Überhaupt ist es immer wieder angenehm, wenn Schauspieler wie der "Blinde" Donnie Yen Sprüche loslassen oder der von Alan Tudyk gesprochene Roboter K-2SO naiv, aber direkt Konversation betreibt. Das nimmt dem ansonsten recht düsteren und trüben Abenteuer etwas die Schwere, ohne in den Klamauk abzudriften. Allerdings macht Forest Whitaker als Extremistenführer schon eine etwas lächerliche Figur.

Darstellerisch läuft alles in geordneten Bahnen. Felicity Jones funktioniert optimal mit Diego Luna, das Duo Donnie Yen und Wen Jiang ist super und die böse Seite hat mit Ben Mendelsohn als Director Krennic ebenfalls einen starken Vertreter. Bekanntere Namen wie Mads Mikkelsen oder der erwähnte Whitaker bleiben da eher aussen vor. Dafür hat ein längst verstorbener Schauspieler wieder Platz gefunden - er wurde einfach animiert...

Und ja, natürlich taucht auch Darth Vader auf und zeigt, warum er ein Badass ist!

/ muri

Kommentare Total: 17

ma

@ Astro Die Bothaner haben übrigens beim zweiten Todesstern in ROTJ eine Rolle gespielt.

philm

Kann mich voll und ganz ()=()'s Kommentar anschliessen. Visuell super umgesetzt und mit viel Liebe zum Detail, aber die Charaktere / Story haben einem in den ersten 2/3 nicht gepackt. Obwohl, "Star Wars" ist eher für "grosse Jungs", deshalb darf mach keine tiefgründigen Charaktere / Story erwarten. Aber im letzten Drittel musste ich sagen, "Chapeau"! Ein so konsequent durchgezogenes Ende. Das hatte dann wirklich Tiefgang. Deshalb ein * mehr

db

Eines der grössten Probleme von Rogue One ist halt, dass der Film 2016 produziert wurde und gegen Feinde antreten muss, welche for 50 Jahren cool waren und so cool man sie auch inszenieren kann, es bleiben Nasen in Plastikrüstungen, welche weder irgendwelchen Schutz bieten und selbst von Holzstöcken niedergeschlagen werden können. Da kann der Film noch so düster sein, man nimmt es ihm einfach nicht ab, dass sie gegen ein Imperium antreten, dass zu dem Zeitpunkt an der Spitze der Macht war.

Anyway. Als Film hat er für mich das geboten, was ich erwartet habe, nicht so verträumt wie die Hauptfilme, für einmal stehen die Jedis nicht im Fokus und andere nervende Roboter sind auch beinahe aus dem Film verbannt. Das macht den Film frisch und man erkundet damit auch eine andere Perspektive auf die Schlacht.

Allerdings ist der Film beinahe zu kurz um eine ganze Flotte an Charakteren neu vorzustellen und den drei Akten genügend Zeit zu geben, um wirklich zu wirken. Da war der Aufbau von Episode 7 besser, aber der hatte auch kaum mehr zu tun als das neue Kapitel zu etablieren. Bei Rogue ONe wirken 2/3 eher gestressed, damit man dann genügend Zeit für die finale Schlacht hat. Deshalb wirkt vieles am Anfang eher wie fliessband Arbeit und viele Figuren bleiben deshalb gesichtsloses Kanonenfutter, welche dann auch entsprechend verheizt werden.

Grundsätzlich war es eine erfischende Star Wars Episode, welche das geboten hat, was ich gehofft habe - düster, durchaus brutal, spektakuläre Momente und eine Handlung welche sich nahtlos ins big picture einfügt. Vor allem die integration von alten Charakteren mit CGI zeigt grossartig, was man inzwischen machen kann, wenn man sie richtig einsetzt.

Fazit: Rogue One funktioniert selbst ohne die Breitseite Nostalgie welche Episode 7 eingesetzt hat und versucht eine eigenständige Story zu erzählen. Dies gelingt ihm auch ganz gut, wirkt aber auch sehr sprunghaft und gibt nur wenigen Charakteren Zeit sich wirklich zu entwickeln. Dennoch ist er sehenswert, denn sie haben sich wirklich bemüht um eine frische Geschichte zu erzählen und auch zu inszenieren.

Kommentar schreibenAlle Kommentare anzeigen