Reset - Restart (2016)

Reset - Restart (2016)

  1. 88 Minuten

Filmkritik: Basel - Seoul ohne Halt

Let your Seoul fly
Let your Seoul fly © cineworx

Mischa ist Mitte Dreissig und lebt in einer einfachen Wohnung in Basel. Der IT-Spezialist wird jeden Tag mit seiner Andersartigkeit konfrontiert. Als Südkoreoaner wirkt er im St. Jakob-Park fremd, wenn er wieder einmal an einem FCB-Spiel ist, und doch fühlt er sich eigentlich wohl in der Schweiz. Das Thema Adaption war für ihn immer ein Tabu und immer wenn es aufkam, verdrängte der junge Mann die Tatsache, dass er seine biologische Familie nicht kennt. Bereits mit dreieinhalb Jahren wurde er von seinen Schweizer Adoptiveltern aufgenommen. Eines Tages überkommt ihn diese Realisation: Er packt seine Siebensachen und macht sich auf die Reise zu seinen Wurzeln - eine Reise zu sich selbst.

Das Thema Adoption und die Suche nach der wahren Familie ist ein Thema, welches bereits viele behandelt haben. Judith Lichtneckerts Doku kann nicht viel Neues erzählen und wirkt teilweise eher wie eine abgebrochene Übung. So scheint es fast, als hätte die Regisseurin einen anderen, spannenderen Ausgang der Geschichte erwartet, der aber niemals kam. Ganze 80 Minuten verbringt der Film im Jahr 2009, bevor er in die Zukunft springt und kurz darauf auch schon endet. Als Porträt eines sympathischen jungen Mannes auf der Suche nach sich selbst ist dies zwar ein an sich interessanter Film, der aber auch auf der Suche nach seiner eigenen Dramaturgie zu sein scheint.

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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Trailer Schweizerdeutsch, mit englischen Untertitel, 02:13