La prunelle de mes yeux (2016)

La prunelle de mes yeux (2016)

  1. 90 Minuten

Filmkritik: Liebe macht blind

69° Festival del film Locarno 2016
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Die zwei Brüder Theo (Bastien Bouillon) und Leandro (Antonin Fresson) möchten eigentlich mit ihrer griechischen Rembetiko-Musik gross rauskommen, aber leider teilt ihnen der Arbeitslosen-Vermittler mit, dass sie es trotzdem im griechischen Gastgewerbe probieren sollen. Sie scheitern als Kellner grandios und finden stattdessen Freude an ihren neuen Nachbarinnen, den zwei Schwestern Elise (Melanie Bernier) und Marina (Chloe Astor), die soeben neu eingezogen sind. Auch die haben ihre Problemchen: Marina nimmt Kokain und Elise ist blind.

Ray-Charles-Look-Alike-Contest
Ray-Charles-Look-Alike-Contest © Studio / Produzent

Im Lift trifft man sich zum erstem Mal und ist sich nicht wirklich sympathisch. Eine Bemerkung Leandros zur den selber kreierten Ohrringen von Marina lässt die Stimmung zusätzlich in den Keller sinken. Erst als Theo aus Spass so tut, als sei er auch blind, beginnt sich Elise für ihn zu interessieren. Durch die kleine Notlüge von Theo entstehen aber bald schon allerlei Komplikationen.

Es darf gelacht werden mit jungen, knackigen Darstellern in allerlei absurden Situationen und leichter Tragik. Man kennt es aus vielen TV-Komödien: Bei La Prunelle de Mes Yeux hat Arte seine Hände im Spiel. Vielleicht sind die akurat kalibrierten Dialoge deshalb etwas weniger kalauerig als etwas, das Sat 1 finanzieren würde. Die leichte Sommerkömodie aus Frankreich tut niemandem weh: weder Koksnasen noch Arbeitslosen noch Rembetiko-Fans. Und wie so oft wird das Komödiantische mit den Nebenfiguren erweitert. Ein Pfarrer, ein Arbeitslosenvermittler, eine Psychologin - alles Show Stealer in den Gegenüberstellungen mit dem Hauptpersonal, bei dem vor allem die umwerfend attraktive Mélanie Bernier auffällt. Für den Wettbewerb von Locarno ist der Film von Axelle Ropert aber viel zu kommerziell konzipiert.

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom blue TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

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