Pride and Prejudice and Zombies (2016)

Pride and Prejudice and Zombies (2016)

Stolz und Vorurteil und Zombies
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  3. 107 Minuten

Filmkritik: Kein Sense und noch weniger Sensibility

Nicht geizen mit den Reizen.
Nicht geizen mit den Reizen. © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Mister Bennet (Charles Dance) lebt mit seinen Töchtern Jane (Bella Heathcote), Kitty (Suki Waterhouse), Mary (Millie Brandy), Elizabeth (Lily James) und Lydia (Ellie Bamber) im englischen Hinterland des 19. Jahrhunderts. Sie haben eine Kampfausbildung in China genossen und sind deshalb versiert mit Messer und Schwert, was ihnen in der aktuellen Zeit zu Nutze kommt. Denn in England geht eine Seuche um, die Untote hervorbringt, die wiederum Jagd auf menschliche Hirne machen. Und da kann man sich halt besser wehren, wenn man weiss, wie man Köpfe abschlägt und zusticht...

"Dann nehm ich die Blonde, abgemacht!"
"Dann nehm ich die Blonde, abgemacht!" © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Nun aber sollen die Töchter an den Mann gebracht werden. Zum Beispiel an den jungen und wohlhabenden Mister Bingley (Douglas Booth), der beim grossen Ball sofort Interesse an Jane hat, während sich Elizabeth dem "Zombiejäger" Mister Darcy (Sam Reily) nähert. Doch diese Begegnungen sind nur der Anfang diverser herzenstechnischer Verwicklungen, die sich je länger je mehr in einer Umgebung abspielen, in der ein Zombie hinter jeder Ecke lauert. Denn als sich die Gruppe um Darcy auf macht, um seine Tante, die grosse Zombiekillerin Lady Catherine (Lena Headey), aufzusuchen, treten sie mitten aufs Schlachtfeld...

Pride and Prejudice and Zombies mag nicht der Überfilm sein und in Sachen Zombies gibt es sicher besseres Material. Jedoch macht die Kombination aus klassischer Geschichte über einen grossen Teil der 107 Minuten Laufzeit Spass und hält die Zuschauer bei der Stange. Freunde mit einem etwas spezielleren Blickfeld dürfen hier ohne weiteres reinschauen. Und wer nicht genug kriegt, liest danach grad noch den Roman von Seth Grahame-Smith.

Ja geht's euch eigentlich noch? Jane Austen würde sich im Grab umdrehen, wenn sie sehen würde, wie ihr Pride and Prejudice durch den Fleischwolf gedreht wird!

NICHT!

Regisseur Burr Steers packt in Pride and Prejudice and Zombies die hüftsteife Art der Austen-Figuren in einen Sack, mixt sie mit blutiger Zombieaction und verfeinert das Ganze mit einer interessanten Hintergrundgeschichte, die am Anfang des Films ausführlich erzählt wird und durch die man einen kleinen Einblick in die Geschehnisse dieses "Universums" erhält. Dass dabei die bekannten Figuren ein bisschen anders daherkommen als wir es aus dem Original kennen, dürfte keine grosse Überraschung sein. Doch Fräuleins, die mit Schwerter und Messern Köpfe abschlagen, sind schon einen Blick wert.

Mit Lily James (Cinderella), Sam Riley (Maleficent) und Bella Heathcote (In Time) hat man eine starke Truppe an unverbrauchten Gesichtern engagiert, die hier zwischen Anstand und Totschlag hin und her wechseln. Unterstützt werden sie durch Stars wie Charles Dance (Dracula Untold) und Lena Headey (300), deren Rollen zwar nicht allzu gross sind, die aber mit ihrer Präsenz helfen, dem Ganzen Würze zu geben.

Nein, natürlich ist in Pride and Prejudice and Zombies nicht alles Gold, was glänzt. So sind die Zombieattacken und -Schlachten die Highlights, während zwischendurch auch mal gerne einen Gang zurückgeschaltet wird. Hier kommen dann eher die Freunde der klassischen Austen-Story auf ihre Rechnung, wobei das dann halt schon im etwas krasseren Gegensatz zu den Untoten steht, die in schöner Regelmässigkeit einen Kopf kürzer gemacht werden. Und wenn das Schlussbild erscheint, erhofft man sich sogar eine Fortsetzung...

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 3

pps

Ich fand die Einstiegserzählung über die Entstehung dieses Zombie-Englands recht cool und auch toll umgesetzt. Danach kam aber leider relativ viel Langeweile. Das Ganze ist als Jane-Austen-Adaption höchstens Mittelmass und aus der Zombie-Welt macht der Filme leider auch recht lange nichts. Gegen Ende hin wirds etwas spannender, und beim Abschluss ist es schon fast sowas wie schön, aber die langen öden Passagen dazwischen sind einfach schwach. Auch ist es doof, dass die Welt nicht konsequent durchdacht ist - wenn die jungen Damen für den Kampf ausgebildet sind, sollten sie auch nicht ums Verrecken einen Mann finden müssen. Das ist aber natürlich schon ein Fehler der Buchvorlage von Grahame-Smith (von deren Lektüre ich grundsätzlich nur abraten kann, das Teil ist schlicht unlesbar.) Fast am besten hat mir übrigens der Ex-"Doctor Who"-Darsteller Matt Smith gefallen.

muri

Filmkritik: Kein Sense und noch weniger Sensibility

El Chupanebrey

Je öfter ich den Trailer sehe, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass Jane Austen sehr viel Freude an dieser Interpretation gehabt hätte.

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