Neighbors 2: Sorority Rising (2016)

Neighbors 2: Sorority Rising (2016)

Bad Neighbors 2
  1. 92 Minuten

Filmkritik: Girls gone wild

Bad Girls
Bad Girls

Nachdem Mac Radner (Seth Rogen) und seine Frau Kelly (Rose Byrne) die Studentenverbindung um Teddy Sanders (Zac Efron) aus dem Nachbarhaus vertrieben haben, kehrt erst einmal Ruhe ins Viertel. Für das junge Elternpaar ist das die grosse Chance, das Haus zu verkaufen und umzuziehen. Interessenten sind schnell gefunden und das Haus ist so gut wie verkauft. Es scheint, als käme die kleine Familie endlich zur Ruhe.

Six-Pack-Bros
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Doch der Seelenfrieden ist nur von kurzer Dauer. Das leerstehende Nachbarhaus wird zur Studentinnenverbindung. Angeführt wird die Schwesternschaft von Shelby (Chloë Grace Moretz), die es satt hatte, dass Studentinnen nicht dieselben Party-Rechte haben wie ihre männlichen Kollegen. Mit ihren Freundinnen verwandelt sie das Haus kurzerhand in eine Partyhöhle. Teddy, der weiterhin mit seiner Zukunft hadert, legt sich für die Mädchen ins Zeug, doch als seine Bemühungen fehlschlagen, wechselt er die Fronten und versucht zusammen mit den Radners die Nachbarsgören zu vertreiben.

Ja, auch in Neighbors 2: Sorority Rising muss die noch junge Familie Radner (Seth Rogen und Rose Byrne mit Kind) wieder unten durch. Regisseur Nicholas Stoller schenkt der idyllischen Nachbarschaft mit einer partywütigen Schwesternschaft richtig ein. Mit besserem und vor allem intelligenterem Witz, ernsteren Tönen und einem völlig abgedrehten Teddy Sanders (Zac Efron) übertrifft der zweite Teil das Original. Viel Neues gibt es zwar nicht zu entdecken, doch wer mit dem ersten Teil warm wurde, wird mit Neighbors 2 garantiert Spass haben.

Zwei Jahre nach dem Erfolg von Neighbors (hat weltweit über 270 Mio. Dollar eingespielt), legt Regisseur Nicholas Stoller mit seinem Cast und ein paar frischen Gesichtern nach. Wie für Komödienfortsetzungen üblich, macht auch Neighbors 2: Sorority Rising nicht viel anders als sein Vorgänger. Verstecken muss sich die Partykomödie aber trotzdem nicht, denn in Sachen Humor funktioniert das Sequel noch um einiges besser als sein oftmals plumper Vorgänger. Mit der 19-jährigen Chloë Grace Moretz (Kick-Ass) hat der zweite Teil auch noch einen starken Neuzugang zu verzeichnen. Dass die junge Schauspielerin ein ungehobeltes Mundwerk an den Tag legen kann, wissen wir spätestens seit ihren Auftritten als Hit-Girl.

Neighbors 2: Sorority Rising fühlt sich mehr wie eine Apatow-Komödie an und hat demnach mehr Tiefe. Zwar stehen Partymachen, Saufen und Kiffen noch immer im Vordergrund, und Gags unter der Gürtellinie dürfen natürlich nicht fehlen. Diese kommen aber weit weniger vor und sind bis auf zwei, drei Ausnahmen auch wirklich witzig. Auch sonst stimmt der Humor. Themen wie Sexismus, Feminismus, Erwachsenwerden, Mit-dem-Strom-Schwimmen oder der Wunsch nach Zugehörigkeit werden mit dem eher simplen Seth-Rogen-Schnäbihumor vermischt und sorgen so für Abwechslung bei den Zuschauern. Ähnlich wie bei Knocked Up oder This is 40 müssen sich Protagonisten damit abfinden, dass sich die Zeiten geändert haben. Der zweite Teil geht da noch einen Schritt weiter und zieht auch andere Figuren in diese Spirale der Sterblichkeit.

Während sich das Haupttrio des ersten Parts wieder die grössten Rollen geschnappt hat, sehen Teddys alte Freunde nur kurz vorbei. Diese Szenen, wie auch die direkt mit Teil 1 verbundenen Jokes (Stichwort Airbag) hätte es rein dramaturgisch betrachtet nicht gebraucht, sind aber gleichzeitig die humoristischen Highlights des Films. Der Schwesternschaft, die sich im Nachbarhaus der Radners bequem macht, gelingt der Spagat zwischen Comedy und ernsten Tönen ganz gut. Es ist lobenswert, dass der Film über die Problematik auf Universitätsgeländen aufmerksam macht, auch wenn dafür humoristische Anteile auf der Strecke bleiben. Für diese sind sowieso andere zuständig - allen voran Teddy Sanders. Der Waschbrettbauch mit IQ 42 wird in Neighbors 2 zum Party-Superhelden und stellt mit seinen eigenwilligen Dancemoves alle in den Schatten.

/ yan