The Monster (2016/I)

The Monster (2016/I)

  1. 91 Minuten

Filmkritik: Mom, where did the wolf go?

Frauen in Not
Frauen in Not © Studio / Produzent

Nein, die kleine Lizzy (Ella Ballentine) versteht sich gar nicht mit ihrer Mutter Kathy (Zoe Kazan). Im Gegenteil, die beiden streiten praktisch nur noch, weil Mutti lieber säuft und raucht, anstatt sich mit ihrer Tochter abzugeben. Das Leben ist für Lizzy darum hart und unbarmherzig geworden, und nun soll sie auch noch zu ihrem leiblichen Vater ziehen. Der Weg dahin führt durch einen dunklen Wald, in dem Kathy in einer regnerischen Nacht einen Wolf über den Haufen fährt und das Auto nun mit Motorschaden am Strassenrand stehen bleibt.

Wann fängt das Mönsterlen an?
Wann fängt das Mönsterlen an? © Studio / Produzent

Wie wenn die Streitereien der beiden nicht schon belastend genug wären, so kommt nun noch etwas richtig Gefährliches dazu. Denn als Lizzy merkt, dass der Wolf nicht mehr tot auf der Strasse liegt und ihn etwas weggezogen zu haben scheint, wird ihr klar, dass sie in der Dunkelheit nicht alleine sind. Und als dann auch noch der nette Herr vom Pannendienst gnadenlos gefressen wird, müssen Mutter und Tochter ums nackte Überleben kämpfen. Denn das Ding da draussen hat noch keineswegs genug gefressen.

The Monster ist kein herkömmlicher Gruselfilm, da die erste Halbzeit ganz im Zeichen der Familienprobleme steht, die auch ausführlich ausdiskutiert werden wollen. Das grosse "Mönsterlen" geht dann in den letzten zwanzig Minuten los, wobei auch die Fans dieser Art von Film auf ihre Kosten kommen. Und trotzdem, The Monster ist zäh und nur bedingt interessant, da man die Prioritäten schlichtweg am Zuschauer vorbei setzt. Schade, eigentlich.

Wenn ein Film den Titel The Monster, ein vielversprechendes Blu-ray-Cover bekommt und vom Regisseur von The Strangers stammt, darf man durchaus einen Blick riskieren. Dumm einfach, dass man zwar ein grusliges Viech im Wald erwartet, dieses aber A) nur sehr selten zu sehen bekommt und B) es nicht die Hauptfigur in diesem Film ist. Denn The Monster ist interessanterweise kein waschechter Grusel- oder Horrorfilm, sondern entpuppt sich als Familiendrama mit Nebeneffekten.

Die junge Ella Valentine, die wir aus The Calling kennen könnten, liefert in The Monster eine richtig gute Darstellung ab. Im Zusammenspiel mit "Mutter" Zoe Kazan (In the Valley of Elah, Ruby Sparks) steigert sie sich stetig und beweist, was für eine kraftvolle Darstellerin sie sein kann. In The Monster hat sie leider das Problem, dass die Erwartungen der Zuschauer wohl eher auf dem Erscheinen des Dings im Wald liegen, denn auf einer ausgefeilten Verarbeitung familiärer Differenzen.

Das titelgebende Monster, hier kein Spezialeffekt, sondern guter alter Creature-Horror, taucht, wie erwähnt, erst gegen Ende des Films richtig auf und holt sich seine guten Momente im grossen Finale. Es dauert denn auch knapp 35 Minuten, bis wir zum ersten Mal etwas wahrnehmen, dass da draussen im Wald rumschleicht und scheinbar eine Bedrohung ist. In einem Film von 85 Minuten Länge ist das dann halt schon etwas spät...

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Trailer Englisch, 02:14