The Magnificent Seven (2016)

The Magnificent Seven (2016)

Die glorreichen Sieben
  1. ,
  2. 132 Minuten

Filmkritik: Suicide Squad

41st Toronto International Film Festival
"Sinder alli daa?" - "Jaaa!"
"Sinder alli daa?" - "Jaaa!"

1879: Der rücksichtslose Geschäftsmann Bartholomew Bogue (Peter Sarsgaard) stellt die Bewohner der kleinen Stadt Rose Creek vor die Wahl: Entweder sie treten ihm ihr Land freiwillig und für einen Spottpreis ab oder sie werden gewaltsam dazu gezwungen. Dass er es ernst meint, beweist er eines Morgens, als er mit Hilfe angeheuerter Revolverhelden die Kirche in Brand setzt und einige aufmüpfige Stadtbewohner liquidiert - darunter den Ehemann von Emma Cullen (Haley Bennett).

Er ist ein Aufschneider.
Er ist ein Aufschneider.

Doch diese ist nicht bereit, dem skrupellosen Bogue klein beizugeben und bittet daher den Kopfgeldjäger Sam Chisolm (Denzel Washington) um Hilfe, ihre Stadt zu verteidigen. Dieser sagt zu und engagiert sechs weitere verwegene Outlaws, um ihn bei dem Unterfangen zu unterstützen. Zusammen mit dem Spieler Josh Farraday (Chris Pratt), dem abgehalfterten Goodnight Robicheaux (Ethan Hawke), dessen schweigsamem Kumpel Rocks (Byung-Hun Lee), dem ungeschlachten Jack Horne (Vincent D'Onofrio), dem mexikanischen Banditen Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo) sowie dem Comanchen Red Harvest (Martin Sensmeier) will er sich dem übermächtigen Söldnerheer von Bartholomew Bogue entgegenstellen.

Den Stoff, ursprünglich aus der Feder von Akira Kurosawa, kennt nun wirklich jeder halbwegs ernsthafte Filmfreund. Erfindet Antoine Fuqua das Genre neu? Nein, definitiv nicht, trotz einiger drehbuchtechnischer Freiheiten. Es geht auch heuer noch um sieben harte Typen, die ein Dorf gegen einen bösen Unhold und dessen scheinbar übermächtige Armada verteidigen. Actionspezialist Fuqua inszeniert den klassischen Stoff als furiosen und relativ humorlosen Ballerfilm, der am Ende so richtig aufdreht. Nichts Neues unter der sengenden Westernsonne, aber ein ganz schnittiges Remake vom Remake.

Wenn ein Klassiker wie The Magnificent Seven - der ja seinerseits ebenfalls ein Remake ist von Akira Kurosawas The Seven Samurai - neu aufgelegt wird, muss er natürlich ein wenig der Zeit angepasst werden. Aus Gründen der Political Correctness und wohl auch ein wenig der Vermarktbarkeit wegen muss auf "Diversity" geachtet werden, so dass sich die glorreichen Sieben heuer aus Ethnien aus aller Welt zusammensetzen: Neben drei Weissen sorgen ein Schwarzer, ein amerikanischer Ureinwohner, ein Latino und ein Asiate für einen perfekt abgestimmten Ethno-Mix.

Und auch wenn es sich um einen klassischen Echte-Kerle-Film handelt, darf im Jahr 2016 natürlich auch eine starke Frauenrolle nicht fehlen: Haley Bennett macht als schlagkräftige, Verzeihung, schusskräftige Stadtbewohnerin die glorreichen Sieben zu den glorreichen Acht. Ihre Figur ist eine der besseren in einem Reigen aus eher flachen Charakteren, die leider nur sehr oberflächlich bleiben. Denzel Washingtons Protagonist bleibt beispielsweise seltsam unfassbar, und auch Chris Pratt ist nur der brutale Verschnitt seiner inzwischen bestens etablierten Chris-Pratt-Lausejungenrolle.

Aber Antoine Fuqua ist ja auch in erster Linie bekannt als Actionregisseur, und so spielt er seine Stärken denn auch im letzten Drittel des Films aus. Dort muss er sich nicht mehr mit lästiger Charakterzeichnung rumplagen, sondern kann den grossen Showdown abfeuern. Und dieser hat's in sich. Die monströse Schiesserei ist rasant in Szene gesetzt und dennoch keine dramaturgisch leere Ballerorgie. Dies ist Actionkino, wie es sein muss und neben dem stimmungsvollen Score von James Horner - leider seinem letzten, ist er doch noch vor den Dreharbeiten gestorben - die grösste Stärke des Filmes.

Bis es soweit ist, lahmt dieser allerdings immer wieder. Gerade im Mittelteil rächt sich, dass die Charaktere zuvor nicht vielschichtiger gezeichnet worden sind. Dies schlägt sich direkt auf die Spannung nieder, die in diesen Szenen praktisch gleich Null tendiert. So krankt Fuquas Film am Ende denn auch an Überlänge - wobei man der Ehrlichkeit halber auch sagen sollte, dass die Originale von Kurosawa bzw. John Sturges noch viel länger waren.

Vergleicht man die 2016er-Neuausgabe des klassischen Stoffes mit seinen Vorgängern, so muss man ihr zugutehalten, dass sie keine gröberen Patzer begeht. Zumindest die Ami-Version aus dem Jahr 1960 zeichnete sich ja auch nicht gerade durch übermässigen Tiefsinn aus. Und der Aufbau der Story ist nun mal simpel - allerdings nach mittlerweile über 50 Jahren halt auch ein wenig angestaubt. Und das kann The Magnificent Seven denn auch mit den besten Ballereien nicht kaschieren.

/ ebe

Kommentare Total: 4

greedo

mein fazit:
schauspieler - langweilig, kein tiefgang. humorlos oder krampfhaft lustig
story - langweilig, kein tiefgang.
bösewicht - böse, kein tiefgang
einführung der 7 - langweilig, kein tiefgang (indaner macht einfach so mit...ne is klar)
action - ok aber zu viele dumme gegner als kanonenfutter
ende - überraschend wer lebt, wer nicht, dass wars.

der grösste unterschied zu 1960er version abgesehen von der story: damals waren die meisten der 7 einfach gute kerle. revolverhelden mit herz und humor. die jungs hat man gern.
hier sind alle (ausser indianer) unsymphatische kopfgeldjäger, banditen, gauner, scharfschützen. keiner den man wirklich mag (ausser man mag den schauspieler, ist aber der falsche ansatz)
einmal ansehen reicht. original von 1960 bleibt unerreicht.

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Das neuste Remake verzichtet auf den Tiefgang, den Kurosowa in Seven Samurais hatte, und möchte primär einfach Spass machen. Dies gelingt dem Regisseur Antoine Fuqua überraschenderweise sehr gut. Die Darsteller rund um Denzel Washington haben genug Charisma um den Film zu tragen. Die Actionszenen sind unterhaltsam und erinnern an die alten Western.

Ghost_Dog

Alles in allem ein unterhaltsamer western, hoffe das genre kommt wieder à la gute alte spaghetti western...

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