The Lost City of Z (2016)

The Lost City of Z (2016)

Die versunkene Stadt Z
  1. , ,
  2. 141 Minuten

Filmkritik: Strangers in a strange land.

67. Internationale Filmfestspiele Berlin 2017
Weshalb funktioniert Google Maps immer dann nicht, wenn man es am dringendsten braucht?
Weshalb funktioniert Google Maps immer dann nicht, wenn man es am dringendsten braucht?

Percy Fawcett (Charlie Hunnam) ist Soldat unter der britischen Flagge. Aufgrund einer familiären Geschichte in der Vergangenheit hat er auf seinem Posten kaum die Aussicht auf beruflichen Aufstieg. Seine Frau Nina (Sienna Miller) erwartet das erste Kind. Einen finanziellen Zustupf könnte die Familie daher gut gebrauchen. Als ihm eine Mission in den bolivianischen Dschungel vorgeschlagen wird, nach der er die Möglichkeit hätte, einen Rang aufzusteigen, akzeptiert Percy - in dem Wissen, wohl seine Familie mehrere Jahre nicht mehr zu sehen.

Zusammen mit seinem Assistenten Henry Costin (Robert Pattinson) und einigen Indios bricht er auf, um das unerforschte Gebiet um den Amazonas zu vermessen und kartographieren. Es wird eine abenteuerliche Reise durch den wilden Dschungel, die Crew kämpft gegen allerlei Getier, Krankheiten, Nahrungsmangel und die ihnen gegenüber misstrauischen Bewohner des Urwaldes. Und diese Reise wird nicht die letzte ins Amazonasgebiet sein für Percy...

The Lost City Of Z behandelt die abenteuerlustige Zeit anfangs des 20. Jahrhunderts. Mit beeindruckenden Naturaufnahmen aus dem unberührten Dschungel, spannenden Reisen und Begegnungen trumpft das Werk auf, besitzt dazwischen aber langatmige Passagen. Diese Passagen dehnen die Laufzeit auf 140 Minuten aus - 140 Minuten, während derer man zumindest den Schauspielerinnen und Schauspielern gerne zuschaut, denn diese verstehen ihr Handwerk. Wer Abenteuerfilme mag, wird auch hier garantiert nicht enttäuscht sein.

Es ist ein wahrhaftiger Abenteuerfilm, den uns James Gray (The Immigrant) mit The Lost City of Z auftischt. Ganz im Stile alter Adventure-Filme geht es hier um Expeditionen im unerforschten Amazonasgebiet. Der wilde, ungebändigte Dschungel übt seit jeher eine wahnsinnige Faszination auf den Menschen aus - erst recht zu einer Zeit anfangs des 20. Jahrhunderts, als die Landmassen noch unerforscht, die indigenen Zivilisationen noch unbekannt und fremd waren.

Grays Film setzt genau dort an: Als Soldat mit geringen Aufstiegsmöglichkeiten sieht der Protagonist Percy diese einzig in einem Einsatz in Bolivien zur Vermessung des Landes. Der erste Teil des Filmes beschäftigt sich mit seinem Leben als Soldat, royalen Hirschjagden und seinem Background. Dies dient sicher dem Verständnis, ist jedoch etwas ausschweifend gestaltet und nicht wirklich spannend.

Bis dann die erste Expedition in den voller Leben steckenden Dschungel folgt. Die Reise, die Treffen mit den Indios, die Suche nach Verborgenem sind stets real, spannend und packend erzählt. Dass hier nicht alles wie am Schnürchen läuft, Pfeile in Richtung der Abenteurer fliegen, Krankheiten ausbrechen oder die Nahrung knapp wird, trägt alles zur Authentizität des Gesehenen bei. Etwa so und mit solchen Hilfsmitteln muss eine solche Expedition abgelaufen sein.

Es folgen die Rückkehr und bald darauf Expedition Nummer zwei: Nach kurzer Überzeugungsarbeit der Geldgeber schafft es Percy, diesen glaubhaft zu machen, er habe Zeichen einer verborgenen, weit entwickelten Zivilisation mitten im Amazonas gefunden. Für die zweite Expedition nimmt sich der Film ebenso viel Zeit, was schlussendlich problematisch wird: Weil nach der zweiten noch nicht Schluss ist und der Film weitergeht, wird er zu lange. Es entstehen einige Durchhänger während der 140 Minuten Laufzeit, welche den Spannungsbogen durchbrechen und langatmig wirken. Dass The Lost City Of Z dann noch zu einem Kriegsfilm abdriftet, müsste nicht sein und zieht die Handlung unnötig in die Länge.

Wunderbare Aufnahmen unberührter Natur, des wilden Dschungels mit einem existenziell wichtigen, aber stets gefährlichen Fluss, einer sehr rau und realistisch gehaltenen, indigenen Bevölkerung und spannende Expeditionen, machen das Werk aber trotzdem zu guter Unterhaltung. Die schauspielerischen Leistungen sind mehr als passabel, mit solch einem Cast - Robert Pattinson, Sienna Miller und Charlie Hunman, dessen Frisur etwas modern und geleckt wirkt -, bestehen dazu auch beste Voraussetzungen. Hunman und Pattinson (mit Vollbart und Nickelbrille) machen sich jedenfalls gut auf einem Floss mitten auf dem Amazonas.

/ yab

Kommentare Total: 2

()=()

Der Film ist zwischendurch etwas zu langatmig, bleibt aber durch die Hintergründe der Expeditionen und den Schauspielern immer interessant. Die Szenen im Amazonas sind wundervoll gefilmt. Man sieht die Vielfalt des Dschungels. Hunnam sowie Pattinson vermögen in ihren Rollen mehr als zu überzeugen.

yab

Filmkritik: Strangers in a strange land.

Kommentar schreiben