Independence Day: Resurgence (2016)

Independence Day: Resurgence (2016)

Independence Day: Wiederkehr
  1. , ,
  2. 120 Minuten

Filmkritik: Sie kommen... Wieder.

Mister Data meldet sich zum Dienst.
Mister Data meldet sich zum Dienst.

Zwanzig Jahre ist es nun her, seit die Erde ihren ganz eigenen Independence Day durchlebte und sich im grossen Krieg gegen die Aliens wehren konnte. Damals ging man siegreich vom Schlachtfeld und hat seither die ausserirdische Technologie genutzt, um Waffen zu produzieren und fliegende Schiffe in den täglichen Ablauf zu integrieren. Auf dem Mond hat man eine Warnstation errichtet, auf der auch der Ex-Pilot Jake Morrison (Liam Hensworth) Dienst tut. Seine Freundin Patricia (Maika Monroe), die Tochter des ehemaligen US-Präsidenten und Kriegshelden von damals, Präsident Whitmore (Bill Pullman), wartet auf der Erde und begleitet die aktuelle Anführerin der freien Welt in ihrem täglichen Wahnsinn.

Der Präsi wird alt.
Der Präsi wird alt.

Nun aber sind ein paar Skizzen und Bilder von Symbolen aufgetaucht, die niemand so richtig zuordnen kann. David Levinson (Jeff Goldblum), vor zwanzig Jahren ebenfalls an vorderster Front mit dabei, ist noch mitten in den Untersuchungen, als auf dem Mond die Hölle ausbricht. Die Station wird vernichtet und ein gigantisches Alien-Raumschiff macht sich auf den Weg zur Erde. Jetzt wird allen klar, dass die Ausserirdischen von damals nicht etwa besiegt worden sind, sondern zurückkehren, um ihren Angriff von damals zu vollenden. Die Erde muss nun ihre besten Piloten, unter ihnen der junge Dylan Hiller (Jesse T. Usher), in den Kampf schicken, der allerdings bald aussichtslos scheint. Ist die Erde verloren?

Independence Day: Resurgence ist ein Actionspektakel, das sich auf lautes Kawumm und Getöse verlässt, während man die Story und die Bedrohung nur stiefmütterlich behandelt. Die Darsteller sind okay, leiden aber unter ihren einfältigen und monotonen Charakteren. Da hilft auch Brent Spiner als Doktor Brakish Okun nichts, den man kurzerhand aus dem Koma holt und ein paar lustige Sprüche abfeuern lässt. Für einen richtig guten Film ist das schlichtweg zu wenig.

Roland Emmerich ist kein Regisseur leiser Töne. Filme wie The Day after Tomorrow oder 2012 zeigen auf, dass der gebürtige Schwabe vor allem viel Freude am Abbruch von Dingen hat. Im Sequel zu Independence Day fährt der gute Mann wieder die vollen Kannen auf und lässt keinen Stein auf dem anderen. Dass dabei die Story auf der Strecke bleibt, muss akzeptiert werden. Das hatte er im Original einiges besser gelöst.

Natürlich ist es schön, die Figuren von damals wieder in Aktion zu sehen und die Ereignisse von 1996 werden immer wieder in den Film eingestreut. Nur Will Smith wollte zu viel Kohle und deshalb sieht man seinen Charakter von damals nur als Bild an der Wand. Gute Entscheidung von Big Will, denn die Charaktere von Jeff Goldblum, Bill Pullman oder auch Judd Hirsch haben sich kein bisschen weiter entwickelt. Sie bleiben zwar sympathisch, jedoch ohne neue Facetten, die man nach zwanzig Jahren eigentlich hätte erwarten dürfen. So verlässt man sich auf die "junge" Garde, die sich in einem anspruchslosen Actionspektakel sichtlich wohler fühlt. Liam Hemsworth, Jesse T. Usher und auch Maika Monroe rennen, schiessen, schreien und klettern durch den Film und sprechen definitiv ein anderes Publikum an als die Recken von damals.

Ein weiterer Minuspunkt ist die nicht vorhandene Storyline und die fehlende Dramatik. Während man in Independence Day noch mitfieberte und sich die Bedrohung von Oben als durchaus "real" (oder immerhin "möglich") entpuppte, schweift Regisseur Emmerich im Sequel in gar abgehobene Sphären ab, lässt die Aliens ein Gesicht bekommen, zeigt ihr Raumschiff von innen und macht aus einer spannenden Ausgangslage einen hohlen Blockbusterfilm. Hauptsache, man macht alles kaputt und bringt spektakuläre Spezialeffekte lautstark auf die Leinwand. Fürs Sommerkino vielleicht gar kein so schlechter Ansatz, bei genauerem Hinschauen aber halt typisch für ein Sequel.

/ muri

Kommentare Total: 9

sma

Was für ein unnötiges Sequel. ID2 ist ein sehr dummer Film, bei dem es mich überhaupt nicht gewundert hat, dass im Abspann ungefähr zehn Drehbuchautoren genannt werden. Der Film versucht, alle Szenen aus dem ersten Teil nachzuahmen. Goldblum, Pullman und Spiner sollen zusätzlich für den Nostalgiefaktor sorgen. Die fünf Minuten Weltzerstörung sind ganz nett, danach bekommt man allerdings vor allem Bunker und Wüste zu sehen. Der Ansatz die Technik von '96 einfach mit Alientechnologie zu kombinieren ist gut, das Abwehrsystem der Erde eher ein Witz. Das Ausmass des Alienschiffes und die Zerstörung ignoriert der Film etwas, aber an Logiklöchern mangelt es hier sowieso nicht. Billige Witze über volle Hosen und Highschoolrivalitäten in der Air Force passen wunderbar zu den übertrieben deutlich eingefügten chinesischen Darstellern.
ID2 ist der schlimmste Blockbuster des Jahres.

Ghost_Dog

Okun is der burner, und der warlord typ is au geil. Ansonsten kränkelt der film schon etwas mit den angesprochenen problemchen... Speziell pullman nervt ziemlich. Solide is das optische und die krawumm zerstörungsunterhaltung. Alles in allem is der film ok und kann unterhalten. Zu mehr reichts halt in dem sequel leider nicht, was nach 20 jahren schon sehr schade und etwas schwach ist!

woc

Vermutlich lässt es Emmerich jetzt mit den Sequels bleiben. Storytechnisch ansatzweise interessant aufgebaut und effektmässig ja eigentlich befriedigend. Mir persönlich fehlt das Herz, denn teilweise verulkt ID:R seinen Vorgänger, auf der anderen Seite will er sich als Sequel behaupten können. Als Hommage (à la The Force Awakens) kann das Geplänkel auch nicht wirklich überzeugen. Darum: Ja, das Resultat hätte wohl niemand vermisst, wenn es nie aus der Entwurfsphase herausgekommen wäre.

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