The Huntsman: Winter's War (2016)

The Huntsman: Winter's War (2016)

The Huntsman & the Ice Queen
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  2. 114 Minuten

Filmkritik: Anti-Frozen

Schau mir in die Augen, Grosser.
Schau mir in die Augen, Grosser. © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Schon viele Jahre bevor sich die böse Königin Ravenna (Charlize Theron) durch List den Thron von Schneewittchens Vater unter den Nagel gerissen hat, brachte sie durch den Mord an einem anderen König dessen Land in ihre Gewalt. Stets an ihrer Seite ist dabei ihre Schwester Freya (Emily Blunt), die selber jedoch keine Zauberkraft besitzt und Ravennas Blutdurst nicht teilt. Als jedoch ihre unehelich gezeugte Tochter als Baby vom Kindsvater ermordet wird, erstarrt Freyas Herz zu Eis und sie erhält die Fähigkeit, über Kälte und Eis zu gebieten.

Elsa und Anna: Extreme Makeover
Elsa und Anna: Extreme Makeover © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Im Norden erobert sie ein Land, das sie immer weiter ausdehnt, indem sie Kinder entführen lässt und diese zu "Huntsmen" ausbilden lässt, die für sie auf Eroberungszug gehen. In diesem Land aus Schnee und Eis gibt es nur eine Regel: Man darf nicht lieben. Zwei ihrer Schützlinge - Eric (Chris Hemsworth) und Sara (Jessica Chastain) - verlieben sich trotzdem ineinander und müssen diesen Regelbruch teuer bezahlen.

Jahre später, als sich Eric auf die Suche nach dem gestohlenen Spiegel der inzwischen toten Ravenna macht, wird er mit seiner leidvollen Vergangenheit im Norden konfrontiert: Freya will mithilfe des Spiegels auch Schneewittchens Reich an sich reissen, was Eric mit einer Truppe unerwarteter Verbündeter verhindern will.

Chris Hemsworths zweites Abenteuer als fescher Huntsman punktet vor allem durch den sympathischen Protagonisten, schöne Bilder und ein noch schöneres Trio an starken Frauenfiguren. Allerdings wird verschiedentlich deutlich, dass diesmal wohl etwas weniger Budget zur Verfügung stand, und auch beim Drehbuch gibt es einige Schwächen. So fallen mehrfach inhaltliche Widersprüche zu den Ereignissen von Snow White and the Huntsman auf, und wiederholt wird's sogar richtig langweilig. Schade, dass die tollen Bilder und der einnehmende Charme des Hauptdarstellers kein besseres Material erhalten haben.

Wir erinnern uns: 2012 erschienen innerhalb kurzer Zeit zwei Schneewittchen-Adaptionen, von denen Snow White and the Huntsman wohl eher im Gedächtnis geblieben ist, weil das Fantasy-Epos mit weltweit fast 400 Millionen etwa doppelt so viel eingespielt hat als der satirische Konkurrent Mirror Mirror. Und ja, da war auch noch das Skandälchen mit Kristen Stewart und Regisseur Rupert Sanders, die übrigens beide bei diesem Prequel/Sequel nicht mehr mit von der Partie sind. Der neue Mann auf dem Regiestuhl heisst Cedric Nicolas-Troyan und war für die Visual Effects beim Vorgängerfilm sogar für einen Oscar nominiert.

Dank einem Regisseur mit Erfahrungen im Herbeizaubern von beeindruckenden Filmbildern enttäuschen die Effekte auch tatsächlich (fast) nie. Zweifellos sind Emily Blunts Eiskräfte - neben der wie immer atemberaubend schönen Charlize Theron - der eigentliche Blickfang des Filmes, heisst der Film in der deutschen Version doch The Huntsman & the Ice Queen - und erinnert damit wohl nicht zufällig an Andersens Schneekönigin wie auch an eine gewisse Disneyprinzessin. Trotz toller Bilder beschleicht einen allerdings mehrfach das Gefühl, dass in Sachen Budget dieses Mal weniger geklotzt werden konnte. Fantasy-typische epische Landschaftsaufnahmen fehlen etwa weitgehend, und auch die spektakulären Fabelwesen des ersten Teils sind nur noch vereinzelt zu sehen. Auffällig ist zudem, dass bei effektlastigen Sequenzen häufig auf Gegenschussaufnahmen verzichtet wird oder etwa Goblins auch mal grösstenteils ausserhalb des Bildes bleiben - solche Abkürzungen ist man sich von kleineren Produktionen gewohnt, hier fällt dies jedoch eher negativ auf.

Leider dümpelt auch die einfache, an und für sich gefällige Geschichte öfters etwas vor sich hin und bleibt dabei stets vorhersehbar. Eher befremdlich ist, dass der Anschluss an den Vorgängerfilm mehrfach nicht funktioniert. So fragt man sich etwa, wo Ravennas Bruder in der ersten Hälfte des Filmes ist, und die Informationen über Sara aus dem ersten Film gehen mit der hier gezeigten Geschichte überhaupt nicht einher. Richtig ärgerlich und auch recht billig ist, wie bewusst um Schneewittchen herumerzählt wird, damit man weder Kristen Stewart zurückholen noch die Rolle neu besetzen musste.

Die weiblichen Figuren fallen wie erwartet positiv auf. Wurde Snow White and the Huntsman damals für seine feministische Neuinterpretation der traditionell sehr passiven Schneewittchenfigur gelobt, legt The Huntsman: Winter's War sogar noch einen drauf. Neben einer weiteren, wiederum stark psychologisierten Bösewichtin und Jessica Chastain als kampfstarker Heldin gibt es endlich auch mal weibliche Zwergenunterstützung; ein schöner Einfall, der etwas Humor in die sonst auf episch getrimmte Handlung bringt. Freilich sind Hemsworth und Theron weiterhin der eigentliche Grund, warum man sich den Film trotz gelegentlicher Leerlaufsequenzen doch irgendwie gerne anschaut - er wie immer mit spitzbübischem Charme, sie in ihrer gleichermassen bösartigen wie wunderschönen Paraderolle.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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Kommentare Total: 8

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Also das einzige beeindruckende an diesem Schinken ist das Schauspieleraufgebot. Wollten aber wohl alle ihren Gehaltscheck abholen. Ich fand den Film über die gesamte Laufzeit langweilig und die Zwergenfrauen waren Nervtöter.

Ghost_Dog

War ganz nett für nen Sonntagabend... Nic besonderes aber auch ned über-grottig.

snowwhite14

Hab viel zu viel erwartet. Der Film war total zusammengewürfelt und ohne jegliche Spur von einem rotem Faden. Der Film hat mich stark an eine Mischung zwischen Narnia, Herr der Ringe, Hobbit, Peter Pan und Frozen erinnert. Hat nur noch gefehlt, dass die Zwergenfrauen auch Bärte haben.
Die Dialoge waren nur dezent seltsam und die Reaktionen der Charakteren unrealistisch. Die Liebesgeschichte war ein ganz kleines bisschen schlecht, denn auf einmal küssen sie sich und im nächsten Moment planen sie schon zu heiraten. Die Handlung ist immer vorauszusehen und von dem ganzen Film fand ich den Abspann am besten, denn da kamen ganz coole Lieder. Trotzdem kriegt der Film einen Stern, denn die Kostüme sowie die Frisuren waren der Hammer und wie schon erwähnt, die Musik war ausgezeichnet.

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