Grimsby (2016)

Grimsby (2016)

Der Spion und sein Bruder
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  3. 83 Minuten

Filmkritik: Where's my bloody beer, ey!?

Du, das verzelli gad am Mami!
Du, das verzelli gad am Mami!

Norman "Nobby" Butcher (Sacha Baron Cohen), ein englischer Fussball-Hooligan, lebt mit seinen Kindern und der schönsten Frau Englands, der Liebe seines Lebens (Rebel Wilson), in Grimsby. Nobby führt ein schönes Leben in dem kleinen Fischerdorf, er schaut sich Fussballspiele im hiesigen Pub an, sauft, kokst, vögelt seine Freundin im Matratzenladen und ist glücklich. Nur etwas fehlt ihm: sein kleiner Bruder, Sebastian (Mark Strong), der vor 28 Jahren nach dem Tod ihrer Eltern von ihm getrennt wurde. Doch eines Tages erhält er den Tipp, dass Sebastian an einem Anlass der Philanthropin Rhonda George (Penélope Cruz) sein wird. Nobby mischt sich also unter die gehobene Klasse, um seinen Bruder zu finden.

Yo, big Mama is in da house! *honkhonk*
Yo, big Mama is in da house! *honkhonk*

Gleichzeitig befindet sich MI6-Agent Sebastian Butcher an demselben Anlass, um einen Anschlag auf einen der Gäste zu verhindern. Kurz bevor er seine Mission erfüllen kann, wird Sebastian von seinem Bruder Nobby entdeckt. Die Rettungsaktion misslingt nicht nur, sondern Sebastian wird auch noch für den Mörder des WHO-Generaldirektors ehalten. Um sein Leben und seinen Ruf zu retten, muss sich Sebastian in die eher ungeschickten Hände seines Bruders begeben...

Einmal mehr bietet Sacha Baron Cohen Kino vom Feinsten an: politisch inkorrekt, schamlos, ekelhaft und bloody awesome. Mark Strong und Cohen sind ein unschlagbares Duo, die weder vor Rasse, Behinderung noch Krankheit Halt machen. Einziger Schwachpunkt: Der Handlung mangelt es an Kreativität, die jedoch neben den Taten und Worten sowieso zur Nebensache wird.

Grimsby bietet den ersten Laughing-out-loud-Moment bereits nach ungefähr zehn Sekunden. Und das zieht sich praktisch 83 Minuten lang durch. Sacha Baron Cohen (Borat) haut einem die politisch inkorrekten Sprüche und Handlungen richtiggehend um die Ohren, und die Zuschauer kommen kaum nach mit lachen. Es ist die reinste Freude, den neusten Cohen-Streifen im Kino zu sehen, denn wer mal einen Witz nicht mitgekriegt hat, wird automatisch vom Gelächter angesteckt. Die zweite Hälfte des Films ist nicht ganz so gut wie der erste Teil, dies könnte aber auch daran liegen, dass man bereits völlig erschöpft ist vor Lachen.

Die Handlung ist nichts Neues. Im Grunde genommen ist es ein 0815-Agentenstreifen: Agent versucht Welt zu retten, wird zum Verfolgten, versucht weiterhin die Welt zu retten, die Bösen sind sehr böse und es gibt einige Action. Aber die Handlung ist hier absolute Nebensache. Es geht vielmehr darum, in den 83 Minuten möglichst viele Personengruppen zu beleidigen und die absurdesten Fluchtversuche zu unternehmen. Cohens Charakter Nobby gibt sich dabei zusätzlich einige Mühe, seinen Alkoholpegel aufrechtzuerhalten und nebenbei noch die Fussball-Weltmeisterschaft nicht zu verpassen. Er kennt wieder einmal weder Scham noch Zurückhaltung: er sauft, kokst, vögelt und beleidigt sich von einer Szene zur nächsten und ist dabei einfach grandios. Der britische Cockney-Arbeiterakzent rundet das Ganze perfekt ab.

Neben Cohen ist aber die Performance von Mark Strong (Kingsman: The Secret Service) besonders hervorzuheben. Er brilliert als MI6-Agent Sebastian Butcher, überrascht mit seiner schamlosen Darbietung und bietet sogar Cohen die Stirn. Zusammen sind die beiden Engländer absolut genial. Der englische Agenten-Gentleman und der primitive Fussball-Hooligan stellen ein perfektes Duo dar, das weder vor Rassissmus, Behindertenwitzen noch vor Krankheiten ein Blatt vor den Mund nimmt. Rebel Wilson (Pitch Perfect) als Nobbys Freundin hat leider nur wenig Screentime. In dieser Zeit kommt ihre durchgeknallte Art zwar nicht ganz so zur Geltung wie in anderen Filmen, aber ihr gelingt es doch, neben Cohen und Strong zu bestehen.

Wieder einmal überzeugt Sacha Baron Cohen durch seine anstössige Art und bietet erneut Gesellschaftskritik und Spass zugleich. Wieso sich seine Frau Isla Fisher (Now You See Me) manchmal für ihn schämt, zeigt er in Grimsby ein weiteres Mal auf sehr anschauliche Weise.

/ dro