Gods of Egypt (2016)

Gods of Egypt (2016)

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  3. 127 Minuten

Filmkritik: Oh my God...

"That man is playing Galaga!"
"That man is playing Galaga!" © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Horus (Nikolaj Coster-Waldau), Gott des Himmels, soll von seinem Vater Osiris (Bryan Brown) zum König von Ägypten gekürt werden. Doch mitten in die friedliche Zeremonie platzt Osiris' Bruder Set (Gerard Butler), Gott der Wüste, und beansprucht den Thron für sich selbst. Er habe nie die Chancen gehabt, die sein Bruder hatte, und da dieser nun abtrete, sei nun seine Zeit gekommen. So kommt es, dass Set nicht nur seinen eigenen Bruder vor versammelter Menge tötet, sondern auch die Bevölkerung unterjocht und Horus dessen Augen nimmt.

Heiss... brennt die Sonne herab...
Heiss... brennt die Sonne herab... © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Ein paar Jahre später: Der Dieb Bek (Brenton Thwaites) hat mit seiner Freundin Zaya (Courtney Eaton) genug von Sets Herrschaft und plant, Horus seine Augen zurückzugeben, damit dieser Ägypten befreien kann. Doch nachdem Bek in den Besitz eines der Augen gelangt, wird Zaya getötet. So schliesst Bek einen Pakt. Wenn er Horus bei der Rückkeroberung von Ägypten hilft, dann wird Horus im Gegenzug Zaya aus dem Reich der Toten holen. Und so gehen der Gott und der Sterbliche auf ein Abenteuer, bei dem sie sich mit Riesenschlangen, der Sphinx und jeder Menge Göttern messen müssen.

Gods of Egypt ist ein Funfilm, der sich kaum ernstnimmt und so zu einem spassigen Erlebnis wird. Das Fantasy-Abenteuer bietet spektakuläre Bilder und besitzt jede Menge Actionszenen, die über die schwach gezeichneten Figuren hinwegsehen lassen. Wer sich auf die Mischung aus Sandalen- und Harryhausen-Filmen einlässt, erhält ein Guilty Pleasure, wie es schon länger keines mehr im Kino gab.

Alex Proyas' Film gab vor dem Kinostart viel zu reden, aber nicht aufgrund der spektakulären Bilder. Dies war der Tatsache geschuldet, dass eine weitere Hollywoodproduktion es fertigbrachte, alles andere als lokale Schauspieler für einen Film mit einem Titel wie Gods of Egypt zu verpflichten. Man könnte sich nun über das "Whitewashing" aufregen - oder einfach seinen Spass an diesem Fantasystreifen haben, der sich zum Glück kaum ernstnimmt.

Hier thront der Sonnengott Ra in der Gestalt von Geoffrey Rush in einer Art Schiff über der Erde und zieht jeden Tag die Sonne über den flachen Planeten. Jawohl, richtig gelesen. Die Erde hier ist nicht rund, sondern entspricht dem Bild, das die Leute vor der frühen Neuzeit hatten. Es macht klar, dass in der Welt von Proyas nicht vieles einen Sinn ergeben muss. Hier kann alles passieren, was der Film immer wieder spektakulär unter Beweis stellt.

Nein, ein Oscaranwärter ist Gods of Egypt definitiv nicht. Es ist ein reiner Funfilm, in dem alles dermassen überzogen und overactet ist, dass es eine helle Freude ist. Der Film hält sich angenehm mit dem Ernst ähnlicher Werke wie dem misslungenen Clash of the Titans-Remake oder dem unnötig brutalen Immortals zurück. Stattdessen gibt's kaum Charaktertiefe, dafür aber alle fünf Minuten neue Schauwerte und Actionsequenzen. Die etwas schwach gezeichneten Figuren machen sich eigentlich nur auf der "Sterblichen-Seite" bemerkbar. Die Geschichte wäre noch ein grösserer Spass geworden, wenn Held Bek und seine geliebte Zaya gar nicht vorgekommen wären, sondern sich nur Götter gegenseitig auf den Grind gegeben hätten.

Das hohe Erzähltempo, das Proyas anschlägt, hält aber ohnehin davon ab, zu viel über das nachzudenken, was auf der Leinwand so abgeht. Hier werden frischfröhlich Zutaten aus Indiana Jones, Aladdin und alten Harryhausen-Filmen gemixt, und die Rechnung geht trotz ein paar WTF-Sequenzen und nicht immer überzeugenden Visual-Effects gut auf. Ein durchaus unterhaltsames Guilty Pleasure.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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Kommentare Total: 8

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WOW was war den das für eine überladene sch%&/. Hohle Darsteller, uninteressante Story, katastrophales CGI und das ganze noch ohne nötigen Trash Charme. Selten musste ich !!127min!! mich für einen derart schlechten Film durchkämpfen. Hat Gerard Butler nicht mal wieder Bock einen guten Streifen zu machen? 300 oder Rockn Rolla haben mittlerweile auch schon ein paar Jahre auf dem Rücken.

db

Herzlose Geschichte mit Darstellern auf Sparflamme und sterilen Materialschlachten. Da fehlt es an Charme, Inhalt und Spass.

brogli

Es gibt ja den Spruch "Wenn man nichts Gutes über jemanden sagen kann, sollte man lieber schweigen." und leider ist mir dieser nach dem Schauen von "Gods of Egypt" durch den Kopf gegangen. Würde ich mich also auch daran halten müsste ich demnach jetzt sofort aufhören zu schreiben, was soll ich also machen?
Ich habe von dem Film ja wirklich nicht viel erwartet, aber anscheinend war das immer noch etwas zu optimistisch.

Die Geschichte hat mich in keiner Art und Weise irgendwie gepackt, die Handlung empfand ich als sehr simpel und überaus vorhersehbar, die Dialoge langweilig und die Sprüche und Witze fand ich alles andere als lustig oder unterhaltsam. Es liegt mir normalerweise wirklich fern einen Film zu ?verreissen?, das bereitet mir absolut keinen Spass - aber "Gods of Egypt" hat mir schlicht und einfach eben auch keinen Spass bereitet.

Lediglich die massiven computeranimierten 3D-Effekte haben mir ab und zu ein anerkennendes Kopfnicken entlocken können. Aber bei der x-ten Kampf- oder Actionszene wurde mir auch das dann mal zu viel. Irgendwie wirken dagegen die "Transformers"-Filme schon fast anspruchsvoll... was nichts geben die "Autobots" heissen soll, denn die "Transformers"-Reihe mag ich eigentlich bis jetzt ganz gut.

"Gods of Egypt" wirkte auf mich einfach wie eine gigantische, künstliche und lieblose Videospiel-Animation ohne Herz und Seele, schade drum...

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