Ghostbusters (2016)

Ghostbusters (2016)

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  2. 116 Minuten

Filmkritik: "You just got Holtzmanned, baby!"

Strahlende Heldinnen
Strahlende Heldinnen © Sony Pictures Releasing International. All Rights Reserved.

Die Kindheitsfreunde Erin Gilbert (Kristen Wiig) und Abby Yates (Melissa McCarthy) glauben an Geister und haben ihre Theorien und Entdeckungen auch in einem Buch niedergeschrieben. Doch dies ist schon Jahre her und während Abby weiterhin nach paranormalen Vorkommnissen sucht, versucht sich Erin eine Karriere als Lehrkraft aufzubauen. Doch nach einer Begegnung mit einem Geist und dem daraus resultierenden YouTube-Video wird sie entlassen.

Das mit dem Versteckspiel muss Kevin nochmals üben.
Das mit dem Versteckspiel muss Kevin nochmals üben. © Sony Pictures Releasing International. All Rights Reserved.

Erin beschliesst, sich Abby und deren durchgeknallter Kollegin Jillian Holtzman (Kate McKinnon) anzuschliessen, um die zunehmenden Geistererscheinungen zu untersuchen. Als die U-Bahn-Ticketverkäuferin Patty (Leslie Jones) von einer paranormalen Begegnung berichtet, kommen sie dem Plan eines Wahnsinnigen auf die Spur, der New York City mit Geistern überfluten will. Dies können Erin, Abby, Holtzman und die ebenfalls zum Team gestossene Patty nicht zulassen. Als Ghostbusters versuchen sie die Apokalypse zu verhindern.

Paul Feigs Ghostbusters-Reboot überzeugt dank einem Gagfeuerwerk, in dem Kate McKinnon als durchgeknallte Technikerin Holtzmann und Chris Hemsworth als idiotischer Rezeptionist herausstechen. Es gibt tonnenweise Anspielungen auf die früheren Filme, wobei die Cameos da leider etwas abfallen. Ein überzeugender Blockbuster mit Witz und Action, der den Vergleich mit den alten Filmen nicht zu scheuen braucht.

Das Ghostbusters-Reboot ist ein guter Film. Dies dürfte nun diejenigen schocken und/oder aufregen, welche diesen Film schon nach der Ankündigung verteufelten und die Trailer zu den unbeliebtesten auf YouTube machten. Ja, der erste Ghostbusters-Film war toll. Aber ein Reboot war nach dem schwachen Sequel, auf das Bill Murray schon nicht mal gross Lust hatte, der (filmmarketingtechnische) einzig logische Schritt. Trotz vieler Referenzen ans Original drückt Regisseur Paul Feig dabei der Serie seinen eigenen (Humor)-Stempel auf. Ein Stempel, der den Film in der ersten Hälfte zu einem der lustigsten Blockbuster der letzten Jahre macht.

Die Trailer liessen nicht wirklich tolle Witze erwarten, doch die besten Jokes sind zum Glück alle im Film zu finden. Dabei verbuchen Kate McKinnon als geniale, aber auch leicht verrückte Holtzmann und "Empfangsdame" Chris Hemsworth die meisten Lacher für sich. Besonders Thor gefällt mit seinem hohlen Kevin, der Sätze wie "Aquarium is a submarine for fish" zum Besten gibt. Dieser Ghostbusters ist ohnehin dann am besten, wenn er voll auf die Karte Humor setzt, wobei Feig dann auch wütende "Fan"-Reaktionen für einen Lacher verwendet. Take that, haters.

Nach dem Gagfeuerwerk in der ersten Hälfte fällt dann der Wechsel zur eigentlichen Story etwas schwer. Eine Geschichte wird dann vorangetrieben, während man sich wundert, wo denn die ganzen Lacher geblieben sind. Der Film wird dann fast zum Opfer seines furiosen Starts. Zum Glück kriegt der Streifen die Kurve und gefällt mit einem actionreichen Finale, das auch den Humor wieder zurückbringt. Am meisten zu tragen kommt dort auch das etwas spezielle Bildformat. Es dürften sich wohl einige über die dicken schwarzen Rahmen rund um das Bild in der 3D-Fassung wundern. Hat da der Mann am Projektor vergessen, das Bild auf die ganze Grösse zu zoomen? Doch die schwarzen Balken werden genutzt, um 3D-Effekte (unter anderem Schleim) zu verstärken. Es ist im Grunde genommen ein billiger Trick, aber ein ganz passender für diese witzige Geisterbahn.

Als weniger gelungen müssen noch die Gastauftritte der alten Ghostbusters angesehen werden. Diese Cameos bringen dem Film nicht viel und hätten gerade so gut weggelassen werden können. Mit diesem unmotivierten Fanservice, zu dem auch Slimer gehört, wird der Film daran gehindert, ganz auf eigenen Beinen zu stehen. Hoffen wir, dass Feig im bereits angekündigten zweiten Teil mehr Risiko eingeht. Dazu müsste Feig übrigens auch die After-Credits-Scene ignorieren. So oder so werden wir diese Ghostbusters gerne wieder anrufen - auch wenn die Dummheit der "Empfangsdame" uns wohl viele Nerven kosten wird.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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Kommentare Total: 3

db

Diesen Film kann man selbst politisch korrekt nicht schönreden - der war einfach schlecht.

muri

Laue Actionkomödie, die extrem viel vom Original neu verpackt und aufbebretzelt präsentiert. Die Gastauftritte (Murray, Aykroyd, Weaver, Hudson und die bekannten Geister und auch Harold Ramis, wenn man sich die Büsten etwas genauer ansieht) retten so manche langweilige Szene.

Anstatt ein Ghostbusters 2 (die Aftercredit Scene weist darauf hin - also sitzenbleiben), hätte ich lieber "Kevin - the Movie". Chris Hemsworth ist so herrlich dämlich und hat dabei sichtlich Spass. Das lockert immer wieder auf und bringt das Publikum (bei uns wars ämel so) zum lauthals rauslachen...

crs

Filmkritik: "You just got Holtzmanned, baby!"

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