The Deep End (2016/I)

The Deep End (2016/I)

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  2. 85 Minuten

Filmkritik: Hallenbäder sind gefährlich!

Da müssen wir rein!
Da müssen wir rein!

Bree (Nora-Jane Noone) und Schwester Jonna (Alexandra Park) schwimmen im örtlichen Hallenbad noch etwas, bevor es dann ins lange Wochenende geht. Der Bademeister (Tobin Bell) ist sichtlich genervt und würde gern jetzt schon dicht machen, muss aber bis zum Schichtende ausharren. Dann ist es endlich soweit - «everbody out now, please» - und das Wochenende kann kommen. Die Gäste sind auf dem Heimweg, nur die beiden Schwestern sitzen noch am Beckenrand, weil eine von ihnen ihren Verlobungsring verloren hat. Da unten im Wasser glitzert was und natürlich springen beide Mädels rein, um den Klunker zu bergen.

Wo isch mis Ringli?
Wo isch mis Ringli?

Oben hat in der Zwischenzeit der Bademeister das Becken kontrolliert. Niemand mehr da - also wird der schwere Schutz über das Wasser gelassen. Dass da noch zwei Personen im Wasser sind, übersieht er, denn schliesslich will er endlich ins Wochenende. Für die beiden Schwestern beginnt nun ein Überlebenskampf, denn hören tut sie eh keiner im leeren Hallenbad und entkommen können sie durch die schwere Decke auch nicht. Da hören sie Geräusche von ausserhalb, es ist noch jemand in der Schwimmhalle! Aber diese Person hat nicht die Absicht, die Opfer retten zu wollen...

Manchmal sind die einfachsten Pannen die gefährlichsten Situationen. In 12 Feet Deep spielt man genau damit, macht aber nach dem «Unfall» keinen Schritt vorwärts in Sachen Storytelling und Charakterentwicklung. Es kommt keine Spannung auf, da die Figuren vollends unsympathisch und distanziert bleiben. Zwar wird versucht, in einzelnen Momenten etwas Tempo in die Story zu bringen, aber diese Aufwände verpuffen stetig. So bleibt es ein kaum sehenswerter Versuch, etwas «Neues» zu zeigen.

In Open Water gingen zwei Schwimmer im offenen Meer vergessen und mussten leiden. In Frozen mussten Skifahrer auf dem Sessellift durch die Hölle. Nun erwischt es also Schwestern im lokalen Hallenbad. Dabei braucht 12 Feet Deep die dramatische Ausgangslage vor allem für Dialoge zwischen den Damen, um ihren Gefühlshaushalt wieder zu richten.

12 Feet Deep benützt für die spannende Ausgangslage keine grosse Anzahl von Darstellern, sondern beschränkt sich auf drei Personen, die sich nun gegenseitig das Leben schwer machen und sich bekämpfen. Wer denkt, dass eine dieser Charaktere der aus Saw bekannte Tobin Bell ist, hat sich leider geschnitten. Dessen Rolle beschränkt sich auf diejenige des mürrischen Bademeisters, der nichts zu tun hat, ausser die Badegäste unfreundlich ins Weekend zu schicken.

Die «Last» von 12 Feet Deep liegt auf den Schultern von Nora-Jane Noone (The Descent) und ihrer Filmschwester Alexandra Park (Ben is back). Sie beide geben solide Vorstellungen ab, kämpfen mit der Bedrohung von oben und müssen sich halt leider durch Themen und Dialoge quälen, die dem Film Spannung, Tempo und Intensität nehmen. Vielleicht war die simple Ausgangslage dann doch zu simpel für einen langen Film, und so wird versucht, die Handlung in die Länge zu ziehen - leider sehr auf Kosten der Qualität.

/ muri