Deadpool (2016)

Deadpool (2016)

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  3. 106 Minuten

Filmkritik: The Good, Bad and Ugly

Nicht der Samichlaus
Nicht der Samichlaus

Der ehemalige Söldner Wade Wilson (Ryan Reynolds) verdient sein Geld mit kleineren Aufträgen wie zum Beispiel demjenigen, einem Teenager das Stalken abzugewöhnen. Für seine Auftraggeber ist Wade ein Held, doch als solcher würde er sich nicht in 1000 Jahren bezeichnen. Denn Helden schüchtern keine Teenies mit Pistolen ein und hängen nicht in Bars und Stripclubs herum. Als Wade eines Tages die Prostituierte Vanessa (Morena Baccarin) kennenlernt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Es folgen Monate ohne Sorgen und mit viel Sex. Wade hat seine Traumfrau gefunden, und mit ihr möchte er den Rest seines Lebens verbringen - doch dies ist gar nicht mehr soviel Zeit.

"Was, schon alle tot?! Pussies!"
"Was, schon alle tot?! Pussies!"

Kurz nach dem Heiratsantrag wird bei Wade Krebs im Endstatium festgestellt. Die einzige Chance auf Heilung wird ihm von einem dubiosen Anzugträger in Aussicht gestellt. Er und seine Organisation möchten ihn nicht nur heilen, sondern besser machen. Doch in Wirklichkeit haben sie andere Pläne. Nach Tagen voller Qualen ist Wade zwar vom Krebs geheilt und hat sogar selbstheilende Kräfte, aber ist völlig entstellt. Er beginnt diejenigen zu jagen, die ihm dies angetan haben. Und so wird aus dem ehemaligen Söldner der Antiheld Deadpool.

Deadpool ist schräg - und das ist auch gut so. Der Marvel-Antiheld feiert nach seinem missglückten Erstauftritt in X-Men Origins: Wolverine ein gelungenes Solodebüt, das zwar etwas holprig in der Erzählung ist, aber ansonsten genau das bietet, was sich die Comicfans jahrelang wünschten: witzige und beinharte Unterhaltung mit jede Menge Seitenhieben und Metahumor. Her mit dem Sequel!

Bevor Deadpool seine Gegner in Kebabspiesse (seine Worte) verwandeln konnte, musste der Antiheld nicht nur grausame Experimente, sondern auch einen Kampf mit 20th Century Fox durchstehen. Denn der gewalttätige, fluchende und sexuell nicht sehr zurückhaltende Wade Wilson passt so gar nicht in die PG-13-Superheldenschiene, welche Disney (The Avengers), Warner (The Dark Knight) und auch Fox (X-Men) in äusserst erfolgreicher Manier fahren. Deadpool geht nur mit R-Rating (ab 17), was aber weit weniger Leute ins Kino bringt, weshalb Fox kalte Füsse bekam. Doch dann kam der 28. Juli 2014. An diesem Tag gelangte für das Studio gedrehtes Testmaterial ins Netz, das Deadpool so zeigte, wie es sich die Fans wünschten. Dank des euphorischen Feedbacks und einigen Budgetanpassungen bekam der Film endlich grünes Licht. Entstanden ist einer der schrägsten (Anti-)Superheldenstreifen aller Zeiten.

Dass Ryan Reynolds und sein Team für den Film eine Carte Blanche erhielten, macht sich schon im Vorspann bemerkbar. Zu den Klängen von Juice Newtons "Angel of the Morning" gibt es eine Fincher-eske Kamerafahrt zu bestaunen, die Deadpools Schaffen in einem Auto zeigt. Dazu eingeblendet sind nicht die Namen der Schauspieler und der Crew, sondern Dinge wie "A Comic Relief", "A British Villian" und dass der Film von "Asshats" produziert sei. Dieser Start verspricht viel, was aber nicht hundertprozentig eingelöst wird.

Dem Film fällt leider die etwas undankbare Aufgabe zu, die düstere Originstory zu erzählen. Damit neben Krebsdiagnosen und Höllenqualen auch gelacht werden kann, springt Regisseur Tim Miller in seiner Erzählung umher. So zeigt Miller in einer Szene das Leiden des Wade und in der nächsten, wie dieser sich im roten Anzug durch böse Jungs metzelt. Was als Auflockerung gedacht ist, lässt den Film holprig erscheinen. Auch die Entscheidung, Deadpool im bereits etablierten X-Men-Universum wüten zu lassen, tut dem Werk nicht gut. Figuren wie Negasonic Teenage Warhead und Colossus hätten gut weggelassen werden können.

Aber Spass macht der Streifen trotzdem. Die derben Gags gefallen und die Action fetzt. Da Deadpool weiss, dass er in einem Film ist, bringt auch einige Lacher. So erkundigt er sich einmal, ob er nun zu James McAvoys oder Patrick Stewarts Professor X gebracht werden soll, und Hugh Jackman hat einen etwas anderen Gastauftritt. Ausgeteilt wird natürlich auch fleissig, unter anderem gegen Deadpools Erstauftritt in X-Men Origins: Wolverine und den Flop Green Lantern.

Viel Freude bereitet auch der Soundtrack. Da dröhnt beim Showdown anstatt eines Monster-Hans-Zimmer-Scores plötzlich Chicagos "You're my inspiration" aus den Boxen. Dies ist definitiv nicht die übliche Comicverfilmung, was auch die Szene nach dem Abspann beweist. Wie die Figur pfeift auch der Film auf die Konventionen, und diese Abwechslung gefällt sehr. Auch wenn dieses erste Soloabenteuer wie sein Titelheld alles andere als perfekt ist, gefällt der Gedanke, neben all den ernst dreinblickenden Helden nun einen zu haben, der so richtig die Sau rauslässt. Schön, dass du hier bist, "Merc with a mouth".

/ crs

Kommentare Total: 7

bloodout

Einfach Geil wie Ryan Reynolds den Brutalen Killer ,mit der Zunge eines 13 Jährigen spielt .
Sorry Meine Meinung nur schon die eine Szene mit der Unterhose ..einfach aber Frech und etwas Kindisch.
Ich habe DEADPOOL in der US UNRATED Fassung gesehen und denke das die Deutsche Synchro gut übernommen werden sollte,da ich denke gewisse Gags könnten nicht so wirken wie Gewollt.
Eher nicht so Ernst und KOMPLEX .NEIN EINFACH Vergeltung FÜR DIE VERARSCHE DES "Helden"
Sorry 1A.

Ghost_Dog

Pure Imbaness, wir waren die ganze Zeit am Gröhlen, wie geil war der Film... Please more Marvel mit R rated Content <3..........

RandyMeeks

Sie haben den Grundstein für weitere Deadpool Filme solide gelegt. Ich hoffe nur, dass der Erfolg dieses Filmes auch insofern Auswirkungen hat, dass Professor X nicht nur erwähnt wird (McAvoy UND Steward *lol*), sondern auch einmal seinen Kopf in die Kamera halten darf. Colossus und Negasonic Teenage Warhead in Ehren, die beiden waren meines Erachtens doch etwas fehl am Platz. Ich hatte den ganzen Film über eine Art "die X-Men sind alle bis auf die zwei in den Ferien"-Stimmung. Ist aber auch shcon alles was ich zu bemängeln habe.

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