The Darkness (2016)

The Darkness (2016)

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Filmkritik: Die Indianergeister, die ich rief

Peter (Kevin Bacon) und Bronney Taylor (Radha Mitchell) machen mit ihrer Tochter Stephanie (Lucy Fry) und ihrem autistischen Sohn Mickey (David Mazouz) einen Ausflug in den Grand Canyon. Als die Kinder sich vom Campingplatz entfernen, um das felsige Gebirge zu untersuchen, fällt Mickey durch ein Sandloch in eine Höhle hinab. Dort stösst er auf indianische Höhlenmalereien und fünf dunkle Steine mit mysteriösen Gravuren. Er ahnt nicht, dass er etwas Verbotenes macht, als er sich diese in die Hosentasche steckt.

Zurück in der Stadt wird der Alltag von Familie Taylor durch unheimliche Vorkommnisse gestört: Mickey spricht urplötzlich von einer imaginären Freundin und Bronney hört tagsüber Schritte im Estrich des Hauses. Nur der überarbeitete Peter will nichts davon hören und horcht auch dann nicht auf, als Mickey mit Streichhölzern einen Brand in seinem Zimmer auslöst. Bronney beginnt zu recherchieren und stösst dabei auf eine alte indianische Sage...

Bei The Darkness haben sich Drehbuch, Regie und Produktion wahrhaftig im Genre geirrt, denn der vermeintliche Grusler ist trotz Kevin Bacon und Radha Mitchell ein unorigineller und über weite Strecken langweiliger Film geworden. Der Hashtag #FearTheDarkness sollte eher eine Warnung sein, sich diesen Fail nicht anzutun.

Greg McLean hat uns mit den Wolf Creek-Filmen das Outback-Reisen in Australien vermiest und sollte eigentlich wissen, wie man Zuschauer in Angst und Schrecken versetzt. In seinem neusten Albtraum The Darkness verwurstet der Regisseur das in Mode gekommene Dämonen-Thema und lässt eine Familie - zusammengewürfelt aus unmotivierten und eindimensionalen Charakteren - gegen die Unwesen mit indianischem Background kämpfen.

Leider vermiest das Drehbuch jegliche aufkommende Euphorie, die man als Genre-Fan beim Durchlesen der Synopsis bekommen könnte. Man bedient sich der konventionellen Familie mit ihren allzu bekannten Problemchen, welche nach einem Ausflug in den Grand Canyon das Böse mit nach Hause nimmt. Kevin Bacon und Radha Mitchell, die mit The Darkness eigentlich kein Neuland betreten, können ihren farblosen Charakteren weder Ecken noch Kanten verleihen: Den überarbeiteten, untreuen Ehemann und die hypernervöse, alkoholaffine Ehefrau haben wir zu viele Male erleben müssen. Dass ausgerechnet ihr autistischer Sohn den Dämonen-Zauber mit ins Haus bringen muss, wirkt nicht nur unfair, sondern einfach doof.

Das wohl grösste Problem von The Darkness ist der fehlende Horror: Man wartet vergeblich auf einen spannenden Konflikt oder einen Jump-Scare oder mindestens einen Hauch von dem, was uns Horrorfilme dieses Jahr (z. B. The Conjuring 2) geboten haben. Nichts, nada, niente. Die Story dreht sich im Kreis, das Drehbuch erklärt den zentralen Konflikt im Loop und die dämonische Bedrohung ist etwa so gross wie ein tropfender Wasserhahn. Blumhouse Productions beweisen mit The Darkness einmal mehr, dass man sich im Stoff vergreifen kann und dass es heutzutage mehr braucht, als eine spannende Prämisse.

/ woc

Kommentare Total: 2

db

Solide inszeniert mit einem ordentlichen Cast aber das ist wirklich 1000 mal gesehen und inzwischen juckt das den geeichten Filmeschauer kaum noch.

woc

Filmkritik: Die Indianergeister, die ich rief

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Trailer Englisch, 02:17