A Cure for Wellness (2016)

A Cure for Wellness (2016)

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  3. 146 Minuten

Filmkritik: In den Schweizer Bergen lauert das Übel

Rein oder raus?
Rein oder raus? © 2016 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

"Bring back Mister Pembroke!", so lautet der Auftrag an den jungen Manager Lockhart (Dane DeHaan), der sich eine Beförderung in der Firma verdient hat und auch in seiner Freizeit nur Geld und die Börse im Kopf hat. Der Vermisste war in die Schweiz gereist, um dort in einem Sanatorium eine Kur zu machen. Seitdem hat man nichts mehr von ihm gehört. Lockhart macht sich also auf die weite Reise und wird zum Zielort gebracht, einem alten Bau hoch oben in den Bergen. Doktor Volmer (Jason Isaacs) nimmt seinen Besucher in Empfang und vertröstet ihn auf morgen, da die Besuchszeit schon überschritten ist.

Wo ist der Ausgang?
Wo ist der Ausgang? © 2016 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Auf dem Weg ins Tal erleidet Lockhart einen schlimmen Verkehrsunfall, welcher ihn wieder zurück in das alte Gemäuer auf dem Berg bringt. Dort wird er nun einquartiert und "behandelt". Je länger diese Behandlung dauert, desto neugieriger und verstörter wird der neue Patient. Er beginnt rumzuschnüffeln und entdeckt Ungereimtheiten, auf die er keine Antworten erhält. Als er die verstörte Hannah (Mia Goth) trifft und sich mit ihr anfreundet, taucht Lockhart immer tiefer in die düsteren Geheimnisse des Kurhotels ein. Bald wird ihm klar, dass er sich in tödliche Gefahr begeben muss, wenn das Rätsel dieses seltsamen Ortes lösen will.

A Cure for Wellness ist mit 146 Minuten Spielzeit zwar etwas zu lang geraten und schaltet erst in der zweiten Hälfte einen Gang höher, bietet aber eine herrlich gruselige Grundstimmung. Über die Story kann man geteilter Meinung sein, aber wenn nach dem Finale das Licht im Kino wieder angeht, dürfte man erstmal eine Runde durchschnaufen müssen.

Regisseur Gore Verbinski liess uns in The Ring schaudern, unterhielt mit The Pirates of the Caribbean, und in Rango unternahm er einen Ausflug in die Animation. Nun kehrt er mit einem Gruselfilm zurück, der weniger auf Schockeffekte und Blutströme setzt, sondern schlichtweg unheimlich ist: A Cure for Wellness bietet eine wohlige Geisterbahn, die erschreckt und fesselt.

Nachdem der Protagonist mit der SBB in die Schweizer Alpen gefahren wurde, nimmt die Geschichte ihren Lauf und lässt sich dabei reichlich Zeit. Das mag nicht jedem gefallen, passt aber absolut zur Stimmung des Films, die von Anfang an ein Unwohlsein verbreitet, das durch die dunklen und langen Gänge und die sterilen Zimmer des Kurhotels nur noch unterstützt wird. Dazu kommen die ganz in Weiss gekleideten Pfleger, die zwar allesamt hochdeutsch sprechen (in der Schweiz ...), aber stets grimmig gucken und ihrem Chef in jeder Situation unter die Arme greifen. Apropos Chef, hier macht Jason Isaacs eine so gute Falle, dass man dem Herrn Doktor fast alles abkaufen würde.

Hauptdarsteller Dane deHaan (The Amazing Spider-Man 2) macht mit seinem Filmcharakter eine interessante Entwicklung durch und wird vom geldgeilen Börsenhai in eine dem Film angepasste Richtung gelenkt. Sein bleiches Aussehen unterstützt ihn dabei optimal. Die Zusammenarbeit mit Mia Goth (Everest) funktioniert mit zunehmender Filmdauer ebenfalls immer besser und sie ergänzen sich prächtig.

In A Cure for Wellness steht aber vor allem das riesige Gebäude in den Bergen im Mittelpunkt. Die Gänge, die altertümlichen Geräte und Maschinen sowie ein paar gruselige Ecken tun ihr Übriges, um die Zuschauer bald mal einzunehmen und zu beeindrucken. Deshalb muss Regisseur Verbinski nicht auf Schockeffekte setzen, auch wenn die Zahnarzt-Sequenz für Gänsehaut sorgen dürfte. Die Auflösung des Grusels übrigens ebenso ...

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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