Central Intelligence (2016)

Central Intelligence (2016)

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  2. 114 Minuten

Filmkritik: Ready For Take-off

Einmal doof gucken, bitte
Einmal doof gucken, bitte

Als der Buchhalter Calvin Joyner (Kevin Hart) zum 20-jährigen Klassentreffen eingeladen wird, hat er gemischte Gefühle. Seit seinem Abschluss ist sein Leben nämlich kaum in die Gänge gekommen, und dies, obwohl er der vielversprechendste Schulabgänger seines Jahrgangs war. Er ist zwar glücklich verheiratet, doch im Job läuft nicht alles rund, und gerade ist ihm eine Beförderung vor der Nase weggeschnappt worden. Hat "The Golden Jet" seine besten Zeiten bereits hinter sich?

Wo ist mein verdammtes Zalando-Päckli?
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Seine Ängste bestätigen sich, als er vom ehemaligen Schul-Mobbingopfer Bob Stone (Dwayne Johnson) über Facebook auf einen Drink eingeladen wird und feststellen muss, dass dieser einiges aus seinem Leben gemacht hat. Bob hat die vergangenen 20 Jahre hauptsächlich im Fitnesscenter verbracht und arbeitet für die CIA. Da der durchtrainierte Agent dem etwas kurzgeratenen Buchhalter aber ein paar wichtige Details verheimlicht, sind die beiden kurz darauf in allerlei halsbrecherische Situationen verwickelt.

Central Intelligence ist ein starker Genre-Mix aus Buddy-Action und Komödie. Rawson Marshall Thurbers Trumpf im Ärmel ist das grossartige Duo Hart/Johnson, das sich blind versteht und zusammen ein unschlagbar-ungleiches Comedypaar abgibt. Die actionreiche Handlung geht zwar keine neuen Wege und hält bis auf ein paar abgefahrene Slapstick-Momente keine Überraschungen bereit, doch dank dem Hauptduo und seinem natürlich vorgetragenem und abwechslungsreichem Witz begeistert die Komödie genau dort, wo es der Zuschauer sehen möchte.

Der Kalifornier Rawson Marshall Thurber kann zwar noch keine grosse Filmografie vorweisen, doch seine Qualitäten hat er bereits unter Beweis gestellt. Vor allem Comedy-Fans werden sich mit einem breiten Grinsen an die Völkerballteams um Vince Vaughn und Ben Stiller erinnern. Dodgeball war zwar kein Hit, aber eine durchaus witzige Sportkomödie, die man sich immer wieder ansehen kann. Ähnlich verhält es sich auch mit Thurbers letztem Film We're the Millers. Die unscheinbare Schmuggelfamilie war ein richtiger Brüller, und auch wenn dramaturgisch das Rad nicht neu erfunden wurde, hat man sich dafür auf humoristischer Ebene ins Zeug gelegt. Nun, knapp drei Jahre nach den Millers, ist er zurück mit der Buddykomödie Central Intelligence, und auch hier demonstriert der Kalifornier, dass er ein Garant für unterhaltsame Komödienkost ist.

"Comedy meets Action" heisst das Rezept Thurbers. Auch in Central Intelligence kommt der Humor an erster Stelle, und eine actionreiche Handlung darf dabei nicht fehlen. Für diesen Mix hat sich der Regisseur auch das passende Duo ausgesucht. Dwayne Johnson und Kevin Hart sind wohl die perfekte Vermenschlichung von Comedy meets Action, wobei Johnson zum ersten Mal wirklich lustig ist und Kevin Hart seine penetrante Art etwas ablegen kann. The Rock gibt den Clown hervorragend: seine Gestik, die bisher weniger gefragt war als seine Muskeln, sorgt für die lustigsten Momente des Films. Sein Charakter ist ein überspitzt gespielter Loser mit einer Vorliebe für Kitsch und Einhörner; sozusagen der optimale und absichtlich gewählte Konstrast zu seinem Äusseren.

Weniger kitschig, aber ebenfalls ein Kontrastprogramm zum muskulösen The Rock ist Kevin Hart. Das zappelige Plappermaul ist ein waschechter Komiker, was man ihm abkauft und seinen improvisierten und natürlich vorgetragenen Witzen auch ansieht. In Central Intelligence ist er so gut wie noch nie zuvor. Auf den Spuren von Beverly Hills Cop macht der kleingewachsene Sprücheklopfer genau das, was er am besten kann.

Weit weniger unterhaltsam als die beiden Hauptakteure ist die eigentliche Geschichte. Diese dient bloss als Grundgerüst, auf dem sich Hart und Johnson austoben können. Unter diesen Umständen leiden dann auch die Nebendarsteller, allen voran Aaron Paul. Der Breaking Bad-Star wird verheizt. Seine Rolle weist kaum Witz auf, tritt viel zu spät auf und bleibt daher auch sehr blass. Hier vergibt der Film eine noch höhere Bewertung, denn auch wenn der Humor zum Besten gehört, was man in diesem Jahr zu sehen bekam, fehlt der Buddy-Komödie ein anständiger Plot.

/ yan

Kommentare Total: 3

philm

Vor dem tollen Jumanji 2 habe ich das Duo noch nie gesehen. Und habe mich bei Central Intelligence köstlich amüsiert. Und mir bei einer Szene fast in die Hose gemacht vor Lachen ;-)

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Ein unterhaltsamer Streifen, der nie langweilt. Habe viel gelacht, aber eine innovative Story darf man nicht erwarten. Es gibt auch keine wirklichen Überraschungen, oft ahnt man, wie sich etwas entwickelt. Aber man kann sagen, das spielt hier keine Rolle. Einfach hinsetzen und schauen. Und "The Rock" spielt hier echt gut und harmoniert perfekt mit Kevin Hart. Ein tolles Duo.

Und es ist wahr, die anderen Darsteller verblassen zu Statisten, selbst ein Aaron Paul fällt nicht besonders auf.

yan

Filmkritik: Ready For Take-off

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