Batman: The Killing Joke (2016)

Batman: The Killing Joke (2016)

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Filmkritik: Bitte lächeln!

Batman (Stimme: Kevin Conroy) und Batgirl (Stimme: Tara Strong) sind eigentlich ein eingespieltes Team. Doch als der Schurke Paris Franz in Gotham für Unruhe sorgt, merkt Batgirl, dass sie von Batman unweigerlich zum unnützen Sidekick degradiert wird. Doch eigentlich ist dies nur eine dunkle Vorahnung auf das, was kommen wird: Batman kommt dem Joker auf die Spur und will ihn in Arkham Asylum damit konfrontieren, dass sie ihrer Rivalität ein Ende setzen müssen. Zum finalen Kampf kommt es jedoch nicht, da Batman und Commissioner Gordon (Stimme: Ray Wise) ein Double in Jokers Zelle vorfinden. Es beginnt ein dramatisches Katz- und Mausspiel, bei dem der Joker dem dunklen Ritter immer einen Schritt voraus ist. Doch nicht nur Gotham, sondern auch das Leben von Barbara und Jim Gordon steht auf dem Spiel...

Endlich wurde Alan Moores Meisterwerk Batman: The Killing Joke als DC-Animated-Film umgesetzt. Die Story, welche bereits Ende der Achtzigerjahre für Diskussionen sorgte, polarisiert auch auf dem Bildschirm. Schliesslich geht es hier nicht mehr nur um den Joker, sondern in Form einer längeren Einleitung auch um Barbara Gordon. Trotz Mängel hat der Film seine Anziehungskraft und beweist, dass Legenden niemals sterben können.

Fast dreissig Jahre mussten Fans auf diesen Moment warten. Die wohl düsterste Story mit dem Joker als Antagonist wurde endlich als DC-Animated-Film adaptiert. Doch Batman: The Killing Joke bringt nicht nur den Kultstatus, sondern auch gigantische Erwartungen mit sich. Der provokative Erzählstoff, dem sich sogar Alan Moore Jahre nach der Veröffentlichung kritisch gegenüber geäussert hatte, ist Fluch und Segen zugleich.

Drehbuchautor Brian Azzarello musste sich gleich mehreren Herausforderungen stellen - angefangen damit, 64 Comic-Seiten zu Spielfilmlänge aufzubereiten. Anstatt den (von der Fan-Community vielfach als final angesehenen) Kampf zwischen Batman und dem Joker in die Länge zu ziehen, fokussiert sich der versierte DC-Kreative auf Barbara Gordon a.k.a. Batgirl und überlässt ihr die erste Hälfte von Batman: The Killing Joke. Unweigerlich fällt auf, dass sich die Genialität der Comic-Vorlage nie und nimmer kopieren lässt und das Drehbuch sich zu unserer Überraschung billiger Klischees bedient: Batgirl wird zum marionettenhaften, hormongesteuerten Sidekick degradiert und scheint nur durch sexuelle Dominanz eine gewisse Kontrolle zu behalten. Wow. Da bleibt sogar Batman das Wort im Hals stecken.

Erst in der zweiten Hälfte beginnt die eigentlich Story von Batman: The Killing Joke. Azzarello adaptiert Handlung und sogar Dialoge grösstenteils 1:1. Was anfangs nicht aufgefallen ist und von jetzt an in jeder Szene fehlt, ist der düstere und dreckige Touch der Vorlage, welcher durch Brian Bollands kontrastreiche Zeichnungen hervorgerufen wurde. Trotzdem schafft es Azzarellos Albtraum, uns in den Bann zu ziehen und lässt uns bei den provokativsten Szenen (auch wenn wir sie alle bestens kennen) den Atem anhalten. Sogar der berühmt-berüchtigten Songeinlage des Jokers hat man sich angenommen und sie erstaunlich gut umgesetzt.

Es wird nicht reichen, sich Batman: The Killing Joke nur einmal anzusehen. Trotz einiger Mängel und der doch ziemlich flachen ersten Hälfte fasziniert der Film genauso, wie es der Comic vor fast dreissig Jahren gemacht hat. Und einen Pluspunkt muss man der Adaption geben: Kevin Conroy (Batman) und Mark Hamill (Joker). Sie erwecken Alan Moores gesellschaftskritische Dialoge zum Leben und machen für die Fans die ganze Tragik der Story tatsächlich greifbar. Fluch oder Segen - Batman: The Killing Joke wird immer polarisieren. Vielleicht wird der Film sogar Leute dazu bringen, den Comic (neu) zu entdecken.

Christian Wolf [woc]

Christian arbeitet seit 2009 als Freelancer bei OutNow. Er mag ultradüstere Filmperlen und süffige Survival Horror Games. Animationsfilme sind ihm ein Gräuel. Christian vertritt als Einziger den smoothen Berner Dialekt im Team.

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Kommentare Total: 3

muri

2. Hälfte stark
1. Hälfte eher uninteressant

Hätte man vielleicht anders (besser?) lösen können. Die Sprecher aber sind tadellos.

sma

Batman - The Killing Joke zeigt eindrucksvoll, warum Alan Moore bei den Verfilmungen seiner Werke nicht namentlich erwähnt werden will. Dabei fand ich den Batgirl Prolog bis zu einer gewissen Szene eigentlich ganz nett. Das hohe Rating in den USA können sie sich schenken, wenn nicht mal geflucht werden darf. Die Macher haben weder Ahnung von Frauen noch vom Joker. Es liegt für mich kein Sinn dahinter, ihn als tragischen Clown zu inszenieren. Das Mysterium gehört genauso zur Figur wie die Unberechenbarkeit und der Wahnsinn. 2-3 Szenen aus der Vorlage sind gut umgesetzt und die Sprecher um Mark Hamill überzeugen.

woc

Filmkritik: Bitte lächeln!

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Trailer Englisch, 01:25