Bad Santa 2 (2016)

Bad Santa 2 (2016)

  1. , ,
  2. 92 Minuten

Filmkritik: Hochprozentige Weihnachten

Geschenke? Ja, hier hast du ein Geschenk!
Geschenke? Ja, hier hast du ein Geschenk! © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Der zynische Willie Soke (Billy Bob Thornton) ist mal wieder am Nullpunkt angekommen und möchte nun endgültig Schluss mit seinem erbärmlichen Leben machen. Doch seine Vergangenheit scheint ihn unvermindert einzuholen, als der inzwischen älter gewordene übergewichtige Merman (Brett Kelly) auf einmal mit einem Paket voller Geld und einer Einladung auftaucht.

Er ist der Türknacker, ich bin der Türsteher.
Er ist der Türknacker, ich bin der Türsteher. © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Sein alter kleinwüchsiger Kumpel Marcus (Tony Cox) hat in Chicago einen grossen Coup geplant und Willie soll ein letztes Mal sein Talent als Panzerknacker unter Beweis stellen. Dass es um das Beklauen einer Wohltätigkeitsorganisation geht und Willie gezwungen ist, noch einmal Santa Claus zu spielen, ist dabei noch das kleinste Problem. Denn auf einmal taucht Willies Mutter Sunny (Kathy Bates) auf und alles wird noch viel komplizierter.

Das ungeschriebene Gesetz, dass Fortsetzungen mit den Erfolgsfaktoren aus den Vorgängern überladen werden, trifft leider auch auf Bad Santa 2 zu. Von allem, was den Vorgänger auf seine speziell-anarchistische Art ausgezeichnet hat, gibt es hier mehr, ohne dabei eine wirklich neue Geschichte zu erzählen. Wer gerne 90 Minuten lang einen unterhaltsamen Schimpfwort-Marathon im Alkoholrausch sehen möchte, kommt mit Bad Santa 2 aber sicher voll auf seine Kosten.

Pünktlich zur Weihnachtszeit kommt die Fortsetzung der kompromisslosen Erfolgskomödie Bad Santa in die Kinos. 13 Jahre nach dem Vorgänger, hat - der für eher leichte Komödien bekannte - Mark Waters (Mean Girls, Mr. Popper's Penguins) nun die Regie übernommen. Die versierten Drehbuchschreiber Glenn Ficarra und John Requa sind leider nicht mehr mit an Bord. Die neuen Macher nahmen sich das Erfolgsrezept des Vorgängers als Vorbild und setzten noch eine ganze Schippe oben drauf. Bad Santa 2 kommt noch zynischer, noch abgedrehter und noch schwarzhumoriger um die Ecke und dürfte für einige Lacher sorgen, die einem aber auch oft im Hals stecken bleiben.

Ohne Rücksicht auf Verluste flucht sich Billy Bob Thornton durch die wenig originelle Geschichte, in welcher man durch die Figur seiner Mutter versucht hat, neue Impulse zu setzen. In Verbindung mit dem schwarzen Humor und der noch immer überraschenden Dreistigkeit der Figuren, funktioniert dieses Rezept stellenweise ganz gut. Doch abgesehen von der durchgeknallten Mutter-Sohn-Beziehung, erzählt Bad Santa 2 die fast exakt gleiche Geschichte des Vorgängers einfach noch einmal. Leider dienen die meisten Nebenrollen hier nur noch als Dekoration und Projektionsfläche für kurze Lacher, sexuelle Anspielungen und zwischenmenschliche Fleischeslust.

Bad Santa 2 legt seinen Fokus zu sehr darauf, möglichst viele derbe Sprüche und Szenen in den Film zu pressen, um auf Biegen und Brechen noch schonungsloser als sein Vorgänger zu sein. Dies ist zwar immer wieder äusserst unterhaltsam anzusehen, irgendwann aber auch ermüdend. Die Geschichte bleibt vor lauter zwiespältiger Textpassagen und schwarzhumoriger Situationskomik ein wenig auf der Strecke. Die wenigen gefühlvollen Momente, welche oft eine passende Portion Weihnachts-Kitsch vermitteln, wirken daher schon fast befreiend schön.

Remo Barny [rny]

Remo ist seit 2015 Freelancer bei OutNow und ein Achtzigerjahre-Kind mit schwerer Film-Abhängigkeit. Grundsätzlich schaut er alles, was ihm in die Finger kommt, Hauptsache es passt gerade zur aktuellen Tagesform. Nur bitte keine Kunstfilme, denn die sind meistens ein rotes Tuch für seine Synapsen.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. Letterboxd