Apprentice (2016)

Apprentice (2016)

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  2. 115 Minuten

Filmkritik: Hängepartie

69e Festival de Cannes 2016
"Ich bin Tarzan"
"Ich bin Tarzan" © Studio / Produzent

Der 28-jährige Wärter Aiman (Fir Rahman) wird in das Topsicherheitsgefängnis von Singapur, das Larangan Prison, versetzt. Mit seiner Hilfsbereitschaft macht er sich schnell bei den Kollegen beliebt, besonders beim alten Rahim (Wan Hanafi Su). Dieser ist für die Exekutionen mit dem Strick zuständig und benötigt dringend einen neuen Assistenten. Aiman willigt ein, den Posten zu übernehmen. Was sein neuer Chef jedoch nicht weiss: Aimans Vater wurde vor vielen Jahren von Rahim hingerichtet. Was hat der junge Gefängniswärter nur vor? Eine Frage, die besonders Aiman Schwester Suhaila (Mastura Ahmad) sehr beunruhigt.

Es gibt Filme, die mit ihrer letzten Einstellung die Gunst der Zuschauer verspielen. Apprentice ist so einer. Boo Junfeng fasst mit der Todesstrafe ein heisses Thema an, aber am Ende verlässt ihn der Mut. Millisekunden vor der entscheidenden Szene, auf die der ganze Film hingearbeitet hat, wird die Leinwand schwarz und der Abspann gezeigt. Nach eigenen Aussagen wollte der Regisseur damit Diskussionen über die Todesstrafe entfachen. Stattdessen verlässt man den Kinosaal aber genervt ab diesem Inszenierungstrick, der den Zuschauer einfach hängen lässt. Schade, denn zuvor war der Film aufgrund der düsteren Bildsprache und der Darsteller durchaus packend.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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Trailer Originalversion, mit englischen Untertitel, 02:06