The Woman Who Left - Ang Babaeng Humayo (2016)

The Woman Who Left - Ang Babaeng Humayo (2016)

  1. 224 Minuten

Filmkritik: Rache-Engel auf der Pirsch

73. Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica 2016
Warten auf das Filmende.
Warten auf das Filmende. © Studio / Produzent

Horacia (Miss Charo Santos-Concio) wird, nachdem sie dreissig Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen hat, entlassen und fährt zurück in ihr Dorf, wo alles seinen Anfang nahm. Sie findet ihre Tochter Minerva (Marj Lorico) und erzählt, dass ihr Ex, Rodrigo Trinidad (Michael De Mesa), hinter ihrer Haftstrafe steckt. Horacia versucht auch ihren Sohn wiederzufinden, der in Manila verschollen ist.

Aber während der dreissig Jahre hinter Gittern haben sich die Philippinen verändert. Horacia hat Mühe, die Gewalt und Kriminalität in ihrem Land zu akzeptieren. Sie hegt Rachegelüste gegenüber Rodrigo und spioniert ihm in den Nächten nach. Tagsüber hilft sie Randständigen, allen voran dem Transvestiten Hollanda (John Lloyd Cruz).

Mit nur 228 Minuten ist der Film des für überlange Werke bekannten Lav Diaz flott geraten. Diaz, mittlerweile renommiert und an Festivals ausgezeichnet, kehrt nach der Kolonialgeschichte A Lullaby to the Sorrowful Mystery an der Berlinale 2016 wieder in die Gegenwart zurück. Obwohl als Rachegeschichte konzipiert, geht es hier mit statischer Kamera in Schwarzweiss unaufgeregt zur Sache. Randständige wie der Bucklige, der Balut verkauft - eine philippinische Köstlichkeit, bei der Eier mit Embryo statt Eigelb gegessen werden - oder die wirre Mameng, die überall den Teufel sieht, lockern das Geschehen. Sitzfleisch ist trotzdem erforderlich.

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom blue TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter