Allied (2016)

Allied (2016)

Allied: Vertraute Fremde
  1. , ,
  2. 121 Minuten

Filmkritik: Madame & Monsieur Smith

Das erste Date
Das erste Date

Im Jahr 1942 wurde der Zweite Weltkrieg an allen Fronten ausgetragen. Der kanadische Offizier Max Vatan (Brad Pitt) befindet sich auf dem Weg nach Casablanca, um dort die französische Widerstandskämpferin Marianne Beausejour (Marion Cotillard) zu treffen. Mit ihrer Hilfe soll ein Attentat auf den deutschen Botschafter gelingen. Für die Umsetzung des riskanten Plans darf ihre Tarnung auf keinen Fall auffliegen. Beide Agenten spielen für die wohlhabende Oberschicht der Stadt ein glückliches Ehepaar aus Paris.

Vorstellungsgespräche bei den Nazis
Vorstellungsgespräche bei den Nazis

Während des gemeinsamen Abenteuers kommen sich die zwei Spione näher, sodass Vatan sie Hals über Kopf bittet, mit ihm nach England zu kommen. Trotz der ständigen Bombardierung Londons bleibt Platz für die Gründung einer kleinen Familie. Während sich Marianne in der Vorstadt um ihr gemeinsames Kind kümmert, arbeitet Max für die britische Luftwaffe. Als sein Vorgesetzter Frank Heslop (Jared Harris) ihn mit einer gefährlichen Mission beauftragt, steht sein junges Familienglück auf dem Spiel.

Allied erzählt vor allem eine Liebesgeschichte, bei dem der Krieg fast zu einem Hintergrundrauschen verkommt. Anstatt an den klassischen Agententhrillern orientiert sich der Film nicht nur inhaltlich an den romantischen Kriegsfilmen der Vierzigerjahre; vor allem die Anlehnungen an Casablanca sind überdeutlich. In der Liebesbeziehung, die sich etwas zu schnell entwickelt, spielt Marion Cotillard überzeugender als ihr männlicher Gegenpart. Es ist ein ansehnlicher und unterhaltsamer Film, der Spannung vor allem durch seine Doppeldeutigkeiten erzeugt.

Keine wahre Geschichte oder eine Romanadaption, das Drehbuch von Steven Knight (Locke) ist tatsächlich ein eigenständiges Werk. Regisseur Robert Zemeckis (The Walk) ist Stolz darauf und inszeniert mit Allied einen gradlinigen und altmodischen Spionagethriller.

Mitten in der Wüste landet Max Vatan mit seinem Fallschirm, stilecht kutschiert ihn eine Limousine in die Stadt. Wie es sich für einen echten Geheimagenten gehört, bekommt er vom Fahrer einen Koffer voller Bargeld, falscher Pässe und Waffen. Das erste Treffen mit Marianne in einem Club sorgt gleich für Konflikt. Maxs französischer Akzent klingt eher nach Quebec als nach Paris. Nichts darf die Mission in Gefahr bringen, Schritt für Schritt erklärt Marianne ihrem neuen "Ehemann" die wichtigen Details ihrer Tarnung. Die beiden Spione wissen, dass der kleinste Fehler den Tod beteuten kann. Ihr gesellschaftlichtes Leben unter den Augen der Nazis sorgt immer wieder für Spannungsmomente. Die Kulissen sind dabei ebenso hochwertig wie die Kleidung der reichen Elite in Casablanca.

Während die Liebesbeziehung der beiden Protagonisten in Nordafrika noch überstürzt wirkt, erlebt man in London mehr emotionale Momente. Dabei wirkt Pitt in seinem Schauspiel oft unterkühlt. Für Irritationen sorgt zudem sein neues, stark verjüngtes, Gesicht. Marion Cotillard überzeugt dagegen mit ihrem Schauspiel in allen Lebenslagen, von der Femme fatale bis zur besorgten Hausfrau. Allied gelingt es zwar nicht, die grossen Emotionen zu wecken, schafft es aber, dass man sich immer um die Beziehung der beiden Agenten sorgt.

Zemeckis' Film ist, abgesehen von kleinen Ausreissern wie einem CGI-Sandsturm, durchweg schön anzusehen. Wenn die Menschen in London zwischen den Bombardierungen ausgelassen feiern, nimmt der Krieg fast romantische Züge an. Der Alkohol fliesst in Strömen und niemand kümmert sich darum, wer mit wem schläft. Denn jede Nacht könnte die Letzte sein. Abgesehen von den vielen Referenzen an Casablanca sticht besonders eine Szene in London heraus. Während die Bomben auf die Stadt niederhageln, befindet sich das Ehepaar Vatan im Krankenhaus und erlebt einen kurzen Moment, in dem die Welt stillzustehen scheint.

Allied ist im besten Sinne ein altmodischer Film. Während die Dramaturgie nicht immer überzeugt, wirkt Zemeckis' Inszenierung jederzeit hochwertig. Es ist romantischer Kriegsfilm, der sich authentisch anfühlt und sich dadurch von modernen Kostümdramen abhebt.

/ sma

Kommentare Total: 2

andycolette

Spannend tolles Nazi war Drama!!!! Marion und Brad tolle Performance!!! Ausstattung Soundtrack auch Mega !!!!

sma

Filmkritik: Madame & Monsieur Smith

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