13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi (2016)

13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi (2016)

  1. , ,
  2. 144 Minuten

Filmkritik: Zero Dark Dirty

American Sniper
American Sniper

Sommer 2012: Der US-Navy-Seal Jack Silva (John Krasinski) reist ins libysche Benghazi, um mit anderen gut ausgebildeten Männern einen geheimen CIA-Stützpunkt zu beschützen. Die politische Lage ist seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi instabil, und so ist höchste Alarmbereitschaft geboten, wenn die vom Militär ausgebildeten Männer mit CIA-Leuten den Stützpunkt verlassen. Ebenfalls im Land ist der amerikanische Botschafter J. Christopher Stevens, der unweit vom CIA-Stützpunkt im US-Generalkonsulat untergebracht ist.

"Im 'Office' war es irgendwie gemütlicher."
"Im 'Office' war es irgendwie gemütlicher."

Am 11. September 2012 geschieht dann die Katastrophe: Das Konsulat wird von islamistischen Milizen angegriffen. Obwohl sie schnell am Ort des Geschehen wären, erhalten die Männer im CIA-Stützpunkt nicht die Freigabe, dem Botschafter und den anderen Leuten zur Hilfe zu eilen. Die CIA befindet sich technisch gar nicht in Benghazi. Der Stützpunkt soll weiterhin geheim bleiben. Wenn die Milizen davon erfahren würden, wären sie das nächste Ziel. Trotz diesen Argumenten widersetzen sich Jack, sein Kumpel Rone (James Badge Dale), Tanto (Pablo Schreiber), Boon (David Denman), Oz (Max Martini) und Tig (Dominic Fumusa) den Befehlen und starten eine Rettungsaktion.

Regisseur Michael Bay tut in 13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi dies, was er am besten kann: Er brennt ein Actionfeuerwerk ab, das aber im Gegensatz zu den Transformers-Filmen endlich mal wieder mitreissend ist. Er inszeniert die 2012-Benghazi-Attacke als intensiven Abnützungskampf, bei dem trotz einer Länge von 144 Minuten kaum Langeweile aufkommt. So gut war Michael Bay schon lange nicht mehr.

Michael Bay hat für kurze Zeit die Roboter in die Spielzeugkiste getan, um nach Pain and Gain erneut einen etwas kleineren Film zu inszenieren. Doch was bedeutet überhaupt "klein" für einen Michael Bay? Für einen, der in The Rock fast halb Alcatraz in die Luft gesprengt hat und in Bad Boys II mit Autos und Leichen um sich warf? Die Antwort gibt es bei 13 Hours mit der Story und der Anzahl Schauplätze. Es geht um einen Überlebenskampf im libyschen Benghazi, der laut den Machern genau so stattgefunden hat. In der Nacht vom 11. auf den 12. September 2012 stellten sich wenige Amerikaner gegen eine Überzahl an Gegnern. Stellt euch das Love-Child von Black Hawk Down und Rio Bravo/Assault on Precinct 13 vor und ihr wisst, was es hier zu bestaunen gilt. Herausgekommen ist einer der besten Bay-Filme seit langem.

Dabei kommt dem Film "zugute", dass er in einem Krisengebiet spielt und so Bay auf seine geliebten Bausteine wie Pipi-Humor und die Übersexualisierung von Frauen verzichten muss. Stattdessen zeichnet der Film in der ersten Stunde ein Bild eines Pulverfasses, das jeden Moment explodieren könnte. Denn wie James Badge Dales Figur früh bemerkt, sind in Benghazi die Guten kaum von den Bösen zu unterscheiden. So schiessen die Amis dann auch nicht blind auf alles, das sich bewegt. Sie müssen abschätzen, wann genau sie ihre Waffe zücken.

Die angespannte Stimmung fängt Bay brillant ein und wird dabei unterstützt von Steve Jablonskys Score. Die effektive Musik löst beim Zuschauer ähnlich wie schon bei Jóhann Jóhannssons Arbeit bei Sicario wummernd Unbehagen und Paranoia aus. Sind dann die ersten Schüsse gefallen, wird der Film etwas chaotisch. Nicht nur kriegen die Soldaten nicht mit, was genau abgeht, sondern auch der Zuschauer muss sich in dem actionreichen Reizüberfluss erstmal orientieren. Dies ist keinesfalls als Kritikpunkt gemeint, denn so wird die Unübersichtlichkeit der Situation für den Zuschauer greifbar.

Dass Bay aber immer noch der bessere Handwerker als Figurenzeichner ist, macht sich auch hier bemerkbar. Auch wenn es Szenen gibt, in denen die sechs Männer mit ihren Liebsten Kontakt aufnehmen, bangen wir nur bedingt mit ihnen mit. Dies fällt zum Glück hier jedoch nicht allzu fest ins Gewicht. Denn Bay geht es vor allem um den Abnützungskampf, in dem es auch durchaus blutig zu und her geht.

So ist der Streifen weniger ein Antikriegsfilm als ein Actionfilm, und Bay zieht dieses Programm bis fast zum Schluss durch. Denn in einer der letzten Szenen zeigt Bay, dass die Schiessereien und Explosionen Opfer auf beiden Seiten gekostet haben. Dies hat man dem sonstigen "America, Fuck Yeah"-Mann nicht unbedingt zugetraut. Die Szene ist zwar nur kurz, wirkt aber trotzdem nach. Schade, dass Bay als nächstes wieder einen Transformers-Film inszenieren wird. Denn mit 13 Hours The Secret Soldiers Of Benghazi erinnert er an The Rock-Zeiten.

/ crs

Kommentare Total: 9

bloodout

13 hours.Secret Soldiers of Benghazi habe ich in der US FASSUNG gesehen.
Und mir war schnell klar diese Soldaten würden alles geben für eine Friedlichere Welt, und die USA tun ,doch die USA würde nichts für diese Soldaten tun ,nur 1.........! Auswechseln wenn Tot !!!!!!!!!!!!!Ich gebe Idaho.seven Recht was Pietro Scalia und Calvin Wimmer angeht RESPECT für diese 2 Jungs !
Als ACTION FILM Echt GEIL doch ich bin kein Politisirer,Sorry Zusammen
doch unter anderem läuft solche Sc...e!!!!!
Schon seit ich Kind bin .
ZUM KOTZEN !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

idaho.seven

Finde auch, dass der Film OK ist, mehr nicht. Michael Bay ist halt nicht Ridley Scott, obwohl er mich hier dennoch überrascht hat. Aber egal was man von diesem Film hält: Ich würde ihn nur wegen dem überrragenden Film Editing (besonders in der ersten Hälfte) nochmals schauen. Fucking brilliant was Pietro Scalia und Calvin Wimmer da geleistet haben...müsste eigentlich nächstes Jahr bei den Goldmännchen berücksichtigt werden (aber dafür ist der Film wohl zu früh im Jahr gezeigt worden). Knapp 4 Sterne, gebe aber wegen dem Editing deren 5.

Ghost_Dog

Der Film ist OK, mehr aber dann leider auch nicht. Ich habe basierend auf dem Trailer leider mehr erwartet, als dann geliefert wurde. Ich hätte auf nen geilen Kriegsfilm à la Black Hawk Down gehofft, da kann der Film aber niemals mithalten.

So unterhält er vor allem auch aufgrund der Tatsache, dass der Film auf tatsächlichen Gegebenheiten basiert.

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