10 Cloverfield Lane (2016)

10 Cloverfield Lane (2016)

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  2. 103 Minuten

Filmkritik: I accept your apology!

Home sweet Home
Home sweet Home © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Michelle (Mary Elizabeth Winstead) hat sich von ihrem Freund getrennt, die Sachen gepackt und fährt mit dem Auto durch die Nacht. Während der Ex noch versucht, via Telefon zu retten, was nicht mehr zu retten ist, wird Michelle in einen furchtbaren Autounfall verwickelt. Als sie wieder zu sich kommt, liegt sie in einem kargen Zimmer auf einer Matratze und ist angekettet. Derjenige, der ihr ein bisschen zu Essen bringt, ist Howard (John Goodman), der behauptet, Michelle "gerettet" zu haben. Sie sei nun in Sicherheit, weil da draussen etwas Grosses passiert sei und sie nur in diesem (seinem) Bunker sicher davor seien.

Booh!
Booh! © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Neben Michelle lebt auch Emmett (John Gallagher Jr.) an diesem Ort, an dem Howard einerseits eine normale Atmosphäre schafft, andererseits aber auch viele Ungereimtheiten erzählt und einen psychisch labilen Eindruck macht. Natürlich überlegen sich die "Gäste" bald einen Fluchtweg, was Howard jedoch stets verhindern kann. Man arrangiert sich, während die Zweifel über die Absichten des Gastgebers stetig grösser werden. Doch was ist da draussen überhaupt los? Hat Howard am Ende recht, wenn er von einer nuklearen Attacke spricht? Eine Begegnung an der Fensterluke mit einer entstellten Person ausserhalb des Bunkers unterstreicht seine Aussagen. Trotzdem: Michelle will raus!

10, Cloverfield Lane besticht durch extreme Spannung auf engstem Raum und einen John Goodman, der gigantisch auftrumpft. Der Kerl wird mit jedem Altersjahr nochmals ein bisschen besser. Ein paar zähe Momente im Mittelteil und der unnötige Schluss verhindern eine höhere Wertung... Aber die Story ist ja eh noch nicht zu Ende erzählt.

Zugegeben, bereits 2008 bei Cloverfield wurde auf virale Werbung, mysteriöse Trailer und viel Internet-Hype gesetzt. In 10, Cloverfield Lane, das keine Fortsetzung, sondern eine "andere Sichtweise der Geschehnisse" darstellt, geht diese Art von Vermarktung nochmals wunderbar auf. Ohne grosse Ankündigungen gab es einen Trailer, das Internet spinnt über den Film, und JJ Abrams, einer der kreativen Köpfe dahinter, lacht sich einmal mehr ins Fäustchen.

Die Story spielt sich praktisch ausschliesslich in den engen Wänden des Bunkers ab und verlässt diesen erst gegen Ende, wo dann nochmals kräftig am Cloverfield-Mysterium geschraubt wird. Der eigentliche Thrill, die brutale Spannung und Intensität finden aber im Bunker statt, wo vor allem John Goodman eine gnadenlos gute Performance bietet. Sein Howard wankt zwischen nettem Beschützer und psychopathischem Irren hin und her, dass es eine wahre Freude ist, ihm hier zuschauen zu dürfen.

Unterstützt wird Goodman von den ebenfalls stark aufspielenden Mary Elizabeth Winstead (Abraham Lincoln: Vampire Hunter) und John Gallagher Jr. (Jonah Hex), die als Gäste im Bunker so einiges ertragen müssen. Zwar mögen nicht alle Schritte, welche die beiden unternehmen, logisch sein, aber wer stellt in der Situation, in der sie sich befinden, schon Fragen nach Logik...?

Was man 10, Cloverfield Lane ankreiden kann, ist der Schluss, der überflüssig daherkommt und nicht recht zum bis dorthin absolut spannenden Film passen mag. Aber irgendwo muss man ja die Brücke zum Vorgänger schlagen, oder? Ein alternatives Ende wäre hier sicherlich wünschenswert gewesen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag von Animation über alte Monsterfilme bis zu intergalaktischen Abenteuern alles, was ansteht. Bei öden Rom-Coms kriegt er vielfach Bauchweh, aber im IMAX überlebt er auch das.

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Kommentare Total: 5

andycolette

Absolut sensationell seit gone Girl nie mehr so einen genialen Thriller gesehen !!!! Mega Spannung Wendungen und tolle Actors!!!! Vor allem Mary Elizabeth winstead !!!!

yan

Eine ziemliche Enttäuschung der Film...
Nun gut, vielleicht waren auch einfach meine Erwartungen zu hoch, doch das Gesehene überzeugte mich nur wenig. Positiv ist sicherlich die Leistung von John Goodman, der viel zur Atmosphäre in diesem Kammerspiel beiträgt. Was als eine Art Torture-Porn-Szenario beginnt, schleicht sich langsam in ein Endzeit-Drama um dann gegen Ende eine nochmal vollkommen andere Richtung einzuschlagen. Das Drehbuch hebt sich ab vom typischen Horror und so ist auch Trachtenbergs Film weit mehr als ein kleiner Blumhouse-Schocker. Der Genre-MashUp macht Spass und die Twists lassen sich sehen. Doch 10, Cloverfield Lane lässt auch viele Chancen ungenützt. Der Film ist einfach zu konstruiert. Jegliche Aktionen der Hauptfigur dienen nur dem Zweck, die Story voranzutreiben. Dialoge wirken zu oft wie Lückenfüller und John Gallagher Jr.s Figur ist dermassen unwichtig für die Handlung, das man sich fragen darf, ob sie wirklich nur da ist, um die Geschichte als Ganzes zusammnezuhalten.

Wer das Original kennt, der kann sich in etwa denken, was gegen Ende noch kommen muss und wird sich sehr wahrscheinlich, wie ich, darüber aufregen, denn wirklich nötig war dieser Brechstangen-Move nicht. Da hätte Crazy-Goodman im Bunker eigentlich schon ausgereicht. Für Nicht-Kenner von Cloverfield ist die Schlussviertelstunde entweder too much, oder dann der richtig geile Twist, den man sich schon immer gewünscht hat.

10, Cloverfield Lane zeigt eine andere Sichtweise auf die Geschehnisse von Cloverfield. Werbetechnisch ein hervorragender Schachzug, nur leider hat man den Zuschauer hier schlicht und einfach verarscht. Wer Cloverfield 2 erwartet, der sollte zu Hause bleiben...

Gerigks5

Nunja. Der Film an sich ist spannend aufgebaut. Selbst der Zuschauer ist sich nicht sicher aus welchem Grund Michelle hier unten leben muss. Aber irgendwann habe ich anscheinend den Faden verloren und habe am Schluss noch einige Fragen die offen bleiben...

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