Tracers (2015/II)

Tracers (2015/II)

Filmkritik: Höher. Schneller. Weiter.

Here comes Trouble!
Here comes Trouble! © Studio / Produzent

Cam (Taylor Lautner, der Wolf aus der Twilight-Reihe) ist auf dem Velo ein Meister. Er arbeitet als Fahrradkurier in New York, fräst täglich durch den Verkehr und bringt seine Lieferungen stetig ans Ziel. Aktuell ist er aber finanziell in den Miesen, hat Schulden bei der Mafia, und nach dem Zusammenprall mit Nikki (Marie Avgeropoulos) ist jetzt auch noch sein fahrbarer Untersatz kaputt. Die Geldeintreiber machen immer mehr Druck und die schöne Frau geht ihm nicht mehr aus dem Kopf, zumal sie ihm ein neues Bike vor die Tür stellt. Was ist das für ein Mädel, das durch New York klettert, springt und rennt?

Anschleichen - Lektion Eins
Anschleichen - Lektion Eins © Studio / Produzent

Cam setzt sich an Nikkis Fersen und gerät so in die Welt des Free Running (auch "Parkour" genannt). Er trifft auf verschiedene Gruppierungen, von denen er sich natürlich an diejenige hängt, in der auch Nikki agiert. Dort fühlt er sich wunderbar aufgenommen und verstanden und entwickelt sich durch hartes Training zu einem wertvollen Mitglied der Gruppe, die sich ihren Unterhalt mit verschiedenen Diebstählen finanziert. Nun allerdings steht ein Coup an, mit dessen Anteil sich Cam von seinen Schulden lösen könnte. Dafür muss die Gruppe in das Revier der Chinesen vordringen - und das ist eigentlich strengstens verboten.

Nein, langweilig ist Tracers bestimmt nicht. Die Action ist gelungen, die Parkour-Szenen sind sehr stark und die Darsteller in diesen Sequenzen überragend. Wenn es dann um das Erzählen der Geschichte geht, hat der Film sichtlich Mühe. Aber eigentlich besteht diese ja eh nur, um die verschiedenen Parkour-Sequenzen miteinander zu verbinden. Und diesbezüglich macht der Film nicht viel falsch.

Taylor Lautner hat sich nach dem Abschluss der Twilight-Saga etwas rar gemacht mit Auftritten in Kinofilmen. In Grown Ups 2 trat er zwar noch auf, aber sonst war eher tote Hose. Nun kehrt er zurück und wir sehen den Schnuckel in der Art von Rolle, auf die er nun wohl abonniert sein dürfte: diejenige des jungen, hübschen Kerls von der Strasse, der körperlich in Höchstform ist und sich gegen böse Widersacher wehren muss. Sex-Szene natürlich inklusive. Sein neuer Film Tracers wird somit all diejenigen Fans erfreuen, die sich ab dem Ex-Wolf nicht sattsehen können.

Die Story braucht glücklicherweise keine lange Einleitung, sondern zeigt uns den Hauptcharakter sofort in Action. Daran ändern auch ein paar ruhigere Szenen während des Films nichts, denn der Fokus liegt einzig und allein darauf, Taylor Lautner optimal in Szene zu setzen. Ob er jetzt Velo fährt, sich des Shirts entledigt oder spektakuläre Sprünge über Häuser oder Autos vorführt: Fit ist der Kerl, das ist keine Frage. In Sachen Schauspiel jedoch darf man bei einem solchen Actionfilm nicht zu viel erwarten.

Neben Lautner verkommen die anderen Cast-Mitglieder zur Staffage. Einzig Marie Avgeropoulos, die kleine Auftritte in Filmen wie Percy Jackson and the Olympians: The Lightning Thief oder Hunt to Kill absolvierte, schafft es immer wieder, sich in den Mittelpunkt zu drängen. Daneben hätte man eigentlich interessante Charaktere der Parkour-Gruppen gehabt oder auch bei den Chinesen gefunden, aber die lässt man schlichtweg aussen vor. Es geht darum, Taylors Geschichte zu erzählen und so viel Action wie möglich in die Spieldauer zu packen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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