Taxi (2015/III)

Taxi (2015/III)

Oder: Streifzug durch Teheran

Die Welt durch die Rosen-Brille

Die Welt durch die Rosen-Brille

Ein Taxi fährt am helllichten Tag durch die Strassen Teherans. Die unterschiedlichsten Menschen steigen in das Taxi ein: ein Strassenräuber, eine Lehrerin, ein Unfallopfer mit seiner trauerenden Frau, ein Filmpirat, zwei Frauen mit einem Goldfisch, die aufgeweckte Nichte des Fahrers, dessen Nachbar sowie eine Anwältin für Menschenrechte.

Ich bin auch ein Fischtransport.

Ich bin auch ein Fischtransport.

Weitere Protagonisten ausserhalb des Wagens sind ein Strassenjunge sowie ein Filmstudent. Sie alle fangen entweder von selbst an, über aktuelle Geschehnisse im Land zu reden oder werden vom Fahrer interviewt. Der Taxifahrer ist dabei kein anderer als der Regisseur Jafar Panahi selbst. Auf dem Armaturenbrett des Wagens hat er eine bewegliche Kamera installiert, die den gesamten Innenraum und die Welt ausserhalb des Autos aufnimmt. Während seiner Touren durch die Stadt erlebt er heitere und dramatische Momente, fängt aber vor allem die Stimmung der iranischen Gesellschaft ein, ohne selbst Stellung zu nehmen.


Film-Rating

Erneut hat es der iranische Regisseur Jafar Panahi geschafft und einen Film auf die Welt gebracht. Fünf Jahre ist es her, dass er mit von einem Gericht in Teheran mit einem 20-jährigen Berufsverbot versehen wurde. Umso erstaunlicher ist es, dass Panahi sich nicht mundtot machen lässt und heimlich weiterarbeitet. In Taxi wird die Kunst seiner Arbeit erneut deutlich, denn er stellt keine Fragen, lässt vielmehr die Menschen des Landes ihre Meinung und Ansicht zu verschiedensten Themen äussern, ohne selbst Kritik zu üben.

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OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

06.02.2015 / jst

Community:

Bewertung: 4.3 (20 Bewertungen)

 

 

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