Results (2015)

Results (2015)

  1. 105 Minuten

Filmkritik: Fitness für Anfänger

11. Zurich Film Festival 2015
Trimm dich fit!
Trimm dich fit! © Studio / Produzent

"Was mit der ganzen Zeit und der ganzen Kohle anfangen?", muss sich der frisch geschiedene Danny (Kevin Corrigan) gedacht haben, als er den Entschluss fasst, im örtlichen Fitnessstudio aufzukreuzen und einen Personal-Trainer zu engagieren - natürlich zuhause in seiner eigenen, beinahe ungenutzten Villa und mehr aus Langeweile denn aus Überzeugung. Der Betreiber des Fitnessstudios, Trevor (Guy Pearce), hält sein Unternehmen mehr schlecht denn recht über Wasser, so kommt ihm und seiner Top-Fitness-Trainerin - sowie ehemaligem Betthäschen - Kat (Cobie Smulders) der dickliche Neukunde gerade gelegen.

Danny interessiert sich dann schneller für Kat selbst als für das Training, was Trevor nicht wahnsinnig zu gefallen weiss. Eine Dreiecks-Beziehung nimmt ihren Lauf, bei welcher bald nicht mehr ganz klar ist, wer welches Ziel verfolgt.

Results ist eine zumeist enttäuschende, langfädige Komödie. Zu lange Dialoge und ein enorm unspektakuläres Ende machen die 105 Minuten zur Geduldsprobe. Orientierungslose Thematik und emotionsarmes Schauspiel tragen ihren Teil dazu bei, dass sich der Zuschauer wünscht, der Film wäre schon nach einer guten Stunde zu Ende - denn ab dann geschieht eigentlich nichts Erwähnenswertes mehr, das Klischee-Ende mal ausgenommen. Wäre der Film zumindest durchgehend witzig, wäre ihm dies zu verzeihen, der Humor bleibt aber - ebenso wie die Story - mit dem Fortlauf der Zeit auf der Strecke.

Komödien, da sollte eigentlich klar sein, was einen erwartet: zumeist seichte Unterhaltung. Dass dies auch anders sein kann, beweisen aber immer wieder Werke, welche leider einfach überhaupt nicht komisch sind. Results geht in eine ähnliche Richtung. Ist der Film zu Beginn schräg und regt die Lachmuskeln an, nimmt dies im Verlaufe immer mehr ab. Gegen Ende hin zerfällt die Komödie schlussendlich in eine reine Liebesschnulze, welche nur noch schwer zu ertragen ist.

Zu fest driftet das Werk auch thematisch ab, verliert an Fahrt und steht dann schliesslich beinahe ganz still respektive verfängt sich in einer Spirale aus Belanglosigkeit und Langeweile. Anfänglich steht der "Loser" Danny im Vordergrund und sein Ziel, fit zu werden - oder eben auch nur sein Geld zu verbrutzeln - und die junge Fitnesstrainerin Kat für sich zu gewinnen. Doch dann läuft das Ganze über in eine seltsame Dreiecks-Beziehung, in welcher kaum mehr ersichtlich ist, wer nun genau welche Ziele verfolgt. Danny will so zum Beispiel urplötzlich in das Business des Fitnessstudios einsteigen, Trevor entdeckt erneut seine Liebe zu Kat (Honestly? Etwas Ausgefalleneres ist euch nicht eingefallen?) und Kat weiss anscheinend auch nicht allzu genau, was sie will. Dies ist schade, fängt die Komödie doch erfrischend an und bringt den Zuschauer einige Male zum Schmunzeln mit nadelstichartigem Humor. Doch durch die Ungereimtheiten der Story flacht sie dann stark ab.

Optisch unterscheidet sich das Werk kaum von 0815-Standard-Komödien, einzig einige seltsame Szenenübergänge - beispielsweise, indem eine Szene die vorherige aus dem Bild "schiebt" -, wirken unprofessionell und irritieren den Zuschauer. Musikalisch finden wir einen wilden Mix aus Jazz, Rock, Pop, Gitarren- und Schlagzeugsound vor, welcher des Öfteren deplatziert wirkt und keinerlei Gefühle auslöst.

Allgemein bleibt die Komödie äusserst emotionslos und langweilt schnell. Auch die Schauspielerinnen und Schauspieler bleiben blass und lassen den Betrachter ziemlich kalt. Zu sehr sieht man in Cobie Smulders stets die Rolle der Robin aus How I Met Your Mother, die sie wohl nie ganz ablegen kann. Würde Results an einem verregneten Sonntag im Free-TV laufen, wäre das ok, ein Gang ins Kino ist jedoch nur für hartgesottene Cobie-Smulders-Fans zu empfehlen, da gibt es definitiv bessere Fitness-Filme, man denke an Pain & Gain. Schade, da hat man sich bei der Produktion viel vorgenommen, leider aber nur wenig umgesetzt - allerdings gibt der Stoff der Komödie grundsätzlich nicht viel mehr her.

Yannick Bracher [yab]

Yannick ist Freelancer bei OutNow seit Sommer 2015. Er mag (Indie-)Dramen mit Sozialkritik und packende Thriller. Seine Leidenschaft sind Filmfestivals und die grosse Leinwand. Er hantiert phasenweise noch mit einem Super-8-Projektor und lernt die alten Filmklassiker kennen und schätzen.

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Trailer Englisch, 02:14