Point Break (2015)

Point Break (2015)

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  3. 114 Minuten

Filmkritik: Extrem langweilig

"Hurra, wir leben noch"
"Hurra, wir leben noch"

Nach einem Motorradstunt, bei dem sein bester Freund ums Leben kam, hat der Extremsportler Johnny Utah (Luke Bracey) sein Bike in die Ecke gestellt. Er will den wilden Zeiten entsagen und heuert deshalb beim FBI an. Doch seine Vorgesetzten können nicht viel mit ihm anfangen, weshalb er aus dem Ausbildungsprogramm ausgeschlossen zu werden droht. Doch jetzt kommt der Moment, in dem sich Utah beweisen kann: Eine vierköpfige Gruppe ist in Mumbai mit ihren Motorrädern in das 100. Stockwerk eines Hochhauses eingedrungen, hat Diamanten geklaut, ist dann mit ihren Zweirädern durch Fenster gerast und mit Fallschirmen entkommen.

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Für Utah ist klar, dass die Gang aus der Extremsportszene kommen muss, und so lässt es sich dort einschleusen. Es dauert nicht lange, bis er Bekanntschaft mit dem charismatischen Bodhi (Édgar Ramírez) macht, der mit seinen drei Freunden die "Ozaki Eight" absolvieren möchte. Es sind dies acht todesmutige Prüfungen, die sich der Extremsportler und Öko-Krieger Ono Ozaki ausgedacht hat. Utah schliesst sich der Gruppe an und versucht dabei nicht nur, Bodhi mit dem Verbrechen in die Verbindung zu bringen, sondern auch die todesmutigen Prüfungen zu überleben.

Das Point Break-Remake schafft es zwar, in den Stuntszenen das eine oder andere "Wow" aus dem Zuschauer herauszukitzeln, doch was zwischendurch passiert, ist leider viel zu oft nur einschläfernd. Da der neue Jonny Utah selbst ein Extremsportler ist, geht die Spannung schnell flöten, da er weiss, wie er die verschiedenen Extremsituationen geschickt meistern kann. Das Original bleibt unerreicht.

Kathryn Bigelows Point Break gehört zu den beliebtesten Actionfilmen der Neunziger, dem dadurch die Ehre zuteil wurde, schon vor der Neuauflage kopiert (The Fast and the Furious) und auch parodiert zu werden (Hot Fuzz). Dank irren Stunts, einer schnörkellosen Inszenierung und einem sympathischen Darstellerduo (Patrick Swayze und Keanu Reeves) wird das Zapping unterbrochen, wenn dieses Teil mal wieder im TV ausgestrahlt wird. Von den drei genannten Elementen hat das Remake von Ericson Core nur noch eines. Es sind dies die Stunts, die zwar irrer sind, aber nie so durchgeknallt und unmöglich erscheinen wie bei anderen Vertretern des Genres (*hust* Furious 7 *hust*). Wenn der neue Utah und der neue Bodhi mit Wingsuits durch die Schweizer Landschaft gleiten, fällt die Kinnlade runter. Leider fällt zum Grossteil auch was anderes runter: die Augenlider.

War die Geschichte des Originals noch einfach gestrickt, wird hier vieles unnötig verkompliziert. Bodhis Gang raubt hier nicht einfach Banken für eigene Zwecke aus, sondern möchte die Welt verändern und Mutter Erde was zurückgeben. Spirituell erleuchtet scheint Edgar Ramirez' Figur, doch interessanter macht dies ihn nicht. Er bleibt blass wie das restliche Cast.

Ein weiteres Problem des Filmes ist, dass er sich nicht wie ein Actionfilm anfühlt. Das Pacing ist völlig falsch. Immer wieder kommt die Erzählung zu einem abrupten Halt, um feiernde Extremsportler zu zeigen. Dies macht die ganze Sache äusserst mühsam und ermüdend. Zudem gibt es immer wieder Sequenzen, die gar keinen Sinn ergeben wie zum Beispiel eine Prügelszene in Paris.

Den grössten Bock schiesst das Remake jedoch mit der Figur des Johnny Utah. War Keanu Reeves noch ein FBI-Agent, dem das Surfen beigebracht werden musste, ist Luke Braceys Charakter ein Extremsportler, der sich mit der Sache auskennt. Er muss zwar vor den verschiedenen Extremaufgaben kurz leer schlucken, aber wir wissen, dass er es überstehen wird. Er ist ein Profi auf dem Gebiet, der nur aufgrund eines Cliffhanger-Vorfalles ganz zu Beginn des Filmes ein bisschen Tiefe erhält. Dies ist jedoch zu wenig, um die Spannung hochzuhalten. Zu wenig überzeugend ist dann auch die Freundschaft zwischen Utah und Bodhi. Die Schiess-in-die-Luft-Szene, die natürlich auch ihren Platz hier gefunden hat, ist da nur noch unfreiwillig komisch.

Grosses Lob kann aber den Mitgliedern des Stuntteams ausgesprochen werden. Was diese vollbringen, kann nur mit "Wow" beschrieben werden. Vor allem die Wingsuit-Szene ist grossartig in dieser Hinsicht, auch aufgrund des richtigen Einsatzes der 3D-Technologie. Diese Szene bleibt in Erinnerung, der Rest ist schnell wieder vergessen.

/ crs

Kommentare Total: 3

Ghost_Dog

Story? welche Story?! Die Idee mit dem Oberguru ist halbwegs OK, der Rest sieht wie ne Redbull Werbung mit flachen Möchtegern Schauspielern aus...

woc

Auch wenn viele über das Original lachen - ich finde Point Break (das Original) mit all seinen Flaws einfach kultig. Das Remake, oder eher gesagt, die Neuinterpretation ist halt voll auf die heutige Zeit getrimmt. Die Stunts sind im 3D spektakulär, die Figuren schier unsterblich. Point Break ist ein etwas liebloses Actionspektakel, Anspielungen ans Original sind dann eher auch peinlich geraten. Aber hey, für seichtes Popcorn-Kino reicht es. Und Teresa Palmer ist ja auch mit von der Partie. 😎

crs

Filmkritik: Extrem langweilig

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