Nahid (2015)

Nahid (2015)

  1. 105 Minuten

Filmkritik: A(nother) Separation

Das mit dem "Ins kalte Wasser werfen" war nicht wörtlich gemeint.
Das mit dem "Ins kalte Wasser werfen" war nicht wörtlich gemeint. © cineworx

Als sich Nahid (Sareh Bayat) von ihrem drogensüchtigen Mann Ahmad (Navid Mohammadzadeh) scheiden liess, gab es Streit um das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn Amir Reza (Milad HosseinPour). Denn nach iranischem Recht liegt dieses beim Vater. Erst als Nahid versprach, dass sie nie mehr heiraten wird, trat ihr Ahmad das Sorgerecht ab. Doch dieses Versprechen könnte Nahid nun zum Verhängnis werden. Denn der überaus nette Hotelbesitzer Mas'ood (Pejman Bazeghi) ist in sie verliebt und möchte ihr einen Heiratsantrag machen. Was wird Nahid tun?

In ihrem Debüt zeigt die Iranerin Ida Panahandeh eine Frau, die in einer äusserst schwierigen Situation steckt. Dies macht aufgrund der dargestellten, alles anderen als fairen Rechtslage betroffen. Doch den grossen dramatischen Punch besitzt Nahid nicht. Vor allem weil uns die sturköpfige Protagonistin nicht wirklich nahe geht. Es fehlt dem Film an feinfühligen Szenen, damit die Zuschauer hoffen und bangen können. Spannend wird es zwischendurch aber trotzdem, wenn der nutzlose Ex seinen Sohn in Gefahr bringt. Der beste iranische Scheidungsfilm bleibt aber Asghar Farhadis A Separation.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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Trailer Originalversion, mit deutschen Untertitel, 01:39