The Man from U.N.C.L.E. (2015)

The Man from U.N.C.L.E. (2015)

Codename U.N.C.L.E.
  1. , ,
  2. 116 Minuten

Filmkritik: Agentenfusion wider Willen

Orange is the new black
Orange is the new black © 2015 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Anfang der Sechzigerjahre: Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges geraten die beiden jahrelangen Feinde CIA-Agent Napoleon Solo (Henry Cavill) und KGB-Agent Illya Kuryakin (Armie Hammer) aneinander. Doch anstatt sich gegenseitig auszulöschen, sind die Streithähne plötzlich gezwungen, zusammenzuarbeiten. Ein geheimnisvolles internationales Verbrechersyndikat versucht, durch die Produktion von Atomwaffen das empfindliche Gleichgewicht der Supermächte zu destabilisieren.

Wohin hab ich bloss meine Waffe verlegt...?
Wohin hab ich bloss meine Waffe verlegt...? © 2015 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Der einzige Anhaltspunkt der beiden Agenten ist die schöne Mechanikerin Gaby (Alicia Vikander). Sie ist die Tochter eines verschwundenen deutschen Wissenschaftlers, der vom Syndikat womöglich für die Produktion der Atomwaffen missbraucht wird. Um weitere Informationen zu erhalten, reist das nicht besonders harmonische Trio nach Italien, um Gabys Onkel Rudi (Sylvester Groth) zu befragen. Dort angekommen, können sie die Spur zu den Verbrechern schon bald aufnehmen.

Bevor Guy Ritchie King Arthur in Knights of the Roundtable neues Leben einhaucht, präsentiert er seine Spielfilmadaption zur Agentenserie The Man from U.N.C.L.E. Die gleichnamige Agentenkomödie gehört zum Besten, was das Subgenre in den letzten Jahren zu bieten hatte. Dies liegt vor allem am herrlichen Trio Hammer, Cavill und Vikander, die sich als sich ständig streitendes Team nur mit viel Überzeugungskraft ihrer Vorgesetzten um die eigentliche Mission bemühen. King Arthur und Sherlock Holmes 3 dürfen ruhig kommen; Guy Ritchie zeigt sich mit The Man from U.N.C.L.E. in Höchstform.

Guy Ritchie (Snatch.) hat sich nach seiner letzten Regiearbeit Sherlock Holmes: Game of Shadows ganz schön Zeit gelassen. Nach fast vier Jahren meldet er sich nun aber eindrücklich zurück. Seine gleichnamige, modernisierte Kino-Adaption zur Sechziger-Serie The Man from U.N.C.L.E. ist eine gelungene Agentenkomödie mit einem fantastisch aufspielenden Hauptdarstellertrio.

Mit Armie Hammer (Lone Ranger) und Henry Cavill (Man of Steel) hat sich Ritchie gleich für zwei Hauptdarsteller entschieden, die in den letzten Jahren immer wieder mit Flops zu kämpfen hatten. Eine mutige Wahl, die sich als die absolut richtige herausstellt. Cavill, als CIA-Agent Napoleon Solo, wie auch Hammer, als feindlicher KGB-Agent Illya Kuryakin, verleihen ihren steifen Anzugträgern mit unterschwelligem Witz und unterhaltsamen Slapstick-/Actioneinlagen eine erfrischende Lockerheit, die sich durch den ganzen Plot zieht und die etwas schwerfällige und zu gewöhnlich geratene Mission in den Hintergrund schiebt. Zusammen mit Ex-Machina-Roboter Alicia Vikander, die als schöne Tochter eines deutschen Wissenschaftlers eine umwerfende Performance zeigt und perfekt als Bond-Girl durchgehen könnte, bilden sie den Kern und das Herzstück des Films.

Während die Schnitzeljagd nach den Atomwaffen bis auf die verspielte, comicbuchafte Inszenierung Ritchies ziemlich simple Wege geht, sind es vor allem die Sticheleien und Diskussionen des ungleichen Trios, die immer wieder für Lacher und Überraschungen sorgen. Wenn die beiden Agenten im eigenen Hotelzimmer nach Wanzen des anderen suchen und mit einer Handvoll vor der Türe auftauchen, ist kein Halten mehr. Der sorgfältige Einsatz dieser subtilen Humoreinlagen und die fein-säuberlich geschriebenen Dialoge sorgen zudem dafür, dass The Man from U.N.C.L.E nie den Bogen überspannt und nur ganz selten in parodistische Gefilde abdriftet.

Yannick Suter [yan]

Yannick arbeitet seit 2010 als Freelancer für OutNow. Sci-Fi-, Horror- und Mindfuck-Filme sind seine Favorites. Wenig anfangen kann er mit Kostümfilmen und allzu prätentiösen Arthouse-Produktionen. Wer aber etwas über äusserst verstörende Filme erfahren möchte, ist bei ihm an der richtigen Adresse.

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Kommentare Total: 2

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Gehört nicht zu Guy Ritchie's besten Filmen. Da sind Snatch oder Lock Stock storymässig etwas besser ausgereift. Hier ist der Schluss etwas gar abrupt abgeschlossen und auch die Storyline von Alicia Vikander macht nicht sonderlich viel Sinn. Aber sonst wie man es von Ritchie gewohnt ist, sehr Unterhaltung, leichtfüssig gespielt, super Locations und toller 60er Look.

yan

Filmkritik: Agentenfusion wider Willen

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